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Kartellklage gegen Apple: 10 Jahre alte Steve-Jobs-E-Mails als Beweis

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Mehr als zehn Jahre alte E-Mails von Steve Jobs könnten Apple schon bald in Bedrängnis bringen. Konkret geht es um die Vorwürfe, Apple habe gezielt verhindert, dass sich Musiktitel aus anderen Online-Stores als dem iTunes Store auf den Geräten abspielen lassen, um den iTunes Store voran zu bringen und die Verkaufszahlen des iPod zu erhöhen.

ipod

Mit Blick darauf, dass zu den Anfangszeiten des iPod noch sämtliche online gekauften Musiktitel mit Kopierschutz versehen und der Einsatz von proprietären Systemen für diesen Zweck eigentlich Standard war, klingen die Anschuldigungen zunächst wenig haltbar. Allerdings wollen die Kläger mit E-Mails und Videomaterial belegen, dass der ehemalige Apple-Chef gezielt verhindert hat, dass sich auf dem iPod Musik von Konkurrenzanbietern abspielen lässt. Aus einer bereits bekannten E-Mail wird Jobs beispielsweise wie folgt zitiert:

Wir müssen sicherstellen, dass sich der künftige Download-Store von Musicmatch nicht mit dem iPod nutzen lässt.

Falls es zu einem Schuldspruch kommt, dürfte Apple die zu erwartenden Strafzahlungen eher aus der Portokasse begleichen. Die Erwartungen belaufen sich auf rund 350 Millionen Dollar und Apple hat allein im letzten Quartal einen Nettogewinn von 8,5 Milliarden Dollar verbucht. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass Apple in dieser Angelegenheit vorschnell kapituliert. Dem Vernehmen nach werden unter anderem Apples Top-Manager Phil Schiller und Eddy Cue in den Zeugenstand treten.

(New York Times, via 9to5Mac)

Montag, 01. Dez 2014, 16:24 Uhr — Chris
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  • Die Frage ist doch: Blieb es bei einem Versuch oder war es wirklich nicht möglich, fremde Downloads mit dem iPod abzuspielen?

  • Und nun? Apple versucht auch sicherzustellen, das nur Apps aus Ihrem AppStore installiert werden können.

    Ich glaub ich zieh damit vor Gericht..

    • Ich glaube du hast es nicht verstanden.

      • Scheint so. Kannst du es mir dann bitte einmal erklären?

      • Apps aus dem AppStore sind nur für iOS aber Musik ist überall abspielbar. Oder sollte sie sein, meint die Anklage. Got it?

      • Warum muss Musik überall Abspielbar sein? (sie hatten zu diesem Zweck früher alle Kopierschutz um das zu verhindern das man sie überhaupt Kopiert unabhängig wäre es damals schon ein Straftat gewesen unabhängig ob die Kopie letztendlich beim iPod oder sonst wo funktioniert.

        Oder anders:
        a) Die mp3 hat ein Kopierschutz (Nicht Strafbar) – wenn man sie umgeht begeht man eine Straftat

        b) Die mp3 hat keinen Kopierschutz. Das iPhone könnte dennoch nur aac Lieder aus dem iTunes Store spielen. Was hat das Kartellamt damit zu tun. Apple hat doch ein Eigenes Format. Man müsste mp3 eigentlich nicht mal implementieren. Sonst könnten die Typen von ogg Vorbis und sonst wen gleich mit klagen. Die laufen nämlich so ziemlich auf keinem Gerät wo aber mp3 läuft. Und Apple klagt gleich hinterher weil Apple sein Format auch nicht immer gelesen wird.

        Der Windows Store funktioniert doch auch nicht auf iOS. Könnte man ja auch sagen. Apple will nur den eigenen Store pushen. Apple muss das wohl sein OS jetzt für alle öffnen und Unterstützen. Apple lässt ja auch nicht Navigon als Car Play APP zu. Wenn das das Kartellamt mitbekommt.

  • ihre hardware, ihre ökosystem, wer mitmachen darf entscheidet ja wohl nicht die Konkurrenz

    • Microsoft Betriebssystem, Microsoft Browser… Ganz so einfach ist da scheinbar nicht.

      • Microsoft war aber Monopolist und ganz nebenbei ging es darum das der eigene Browser nicht als Standard vorinstalliert sein durfte und nicht deinstallierbar war

      • MemoAnMichSelbst

        Du entkräftest gerade deine eigene Aussage. (nur so am Rande)
        MS hat die Möglichkeit geboten Drittanbietersoftware zu installieren. Apple hat es hier ausgeschlossen Drittanbieter-Medien zu konsumieren.
        Ich finde es auch albern, sowas zu verurteilen, aber wenn man die Marktmacht hat um andere so einzustampfen ist das auch verständlich, dass hier die schützende Hand über die kleineren Mitbewerber gehalten wird.
        Apple hatte diese Marktmacht zu der Zeit noch nicht.

    • Apple-Fanboys haben manchmal ihr ganz eigenes Rechtsempfinden. Wenn es hier um Microsoft ginge, würde die Häme wieder keine Grenzen kennen.

      • Bin kein Apple Fanboy, und trotzdem kann ich dir nicht zustimmen. Sieht eher so aus, als ob du voreingenommen bist

      • Plönk, scheinst ganz schön voreingenommen zu sein. Immerhin geht es hier um fremden Zugriff auf ein geschlossenes System. Beispiel Java auf Windows. Es ist eine Katastrophe die ich mir in mein „geschaffenes“ System nicht holen will.

  • Ich finde es eigentlich nicht weiter verwerflich, wenn Firma X versucht, dass auf eigenen nur Inhalte aus Quelle Y laufen. Wer das nicht will kann ja Geräte einer anderen Firma kaufen. Nur wenn der Markt wirklich derart von Firma X dominiert wird, dass kein Weg daran vorbei führt sehe ich ein Problem.
    Ich halte also den iTunes Store für genauso unbedenklich wie den Internet Explorer unter Windows.
    Wenn aber gegen das Eine vor gegangen wird, sollte auch gegen das Andere vorgegangen werden. Gleiches recht für alle…
    Vor diesem Hintergrund verstehe ich auch nicht, was bei dem aktuellen App Store anders ist, als damals beim iTunes Store.
    Ich fände es durchaus begrüßenswert, wenn Apple sich öffnen würde und der Nutzer grundsätzlich selbst entscheiden könnte. Aber ob man Apple dazu zwingen kann/soll?

    • sehe ich ganz genau so. Auf einem TomTom Navi läuft ja auch nur eine Karte von TomTom, auf einem Garmin Outdoor Gerät nur die Garmin Karte (o.k. OSM ausgenommen) und warum soll das dann hier anders sein?

    • Der Unterschied ist folgendes: der iPod wurde modifiziert damit nur iTunes Store Song abgespielt werden konnten. iTunes Store Song sind aber auch mit anderen Playern abspielbar. Hintergrund ist auch logisch: der iPod hatte eine Marktmacht und der iTunes Store sollte möglich schnell etabliert werden.
      Alle Appstores heute bieten ihre Produkte nur für bestimmte Geräte an.
      Generell verstehe ich Apples Vorhaben, sehe es auch nicht als ganz so schlimm an da sie auf Ihrem Produkt die Beschränkung eingeführt haben. Aber das es da was auf den Deckel geben kann, glaube ich trotzdem. Als schlimmer würde ich jetzt jetzt betrachten wenn iTunes Songs nur noch auf Apple Produkten laufen würden um die Leute zu iOS zu „zwingen“ oder ihre bisherigen Käufe zu verlieren. Die Apps waren von Anfang an klar nie für ein anderes Gerät konzipiert

      • Also.
        Ich kann auf einem MacBook ohne VM Windows laufen lassen. Auf einem „Windows“-Rechner jedoch kein Mac OSX. Muss nun Microsoft verklagt werden? Sie bieten schliesslich nicht standardmässig ein EFI an.
        Krass hey, wat?
        Und zuerst müssen sie beweisen, dass Apple es aktiv verhindert hat. Ein nicht aktives fördern in diesem Fall, ist noch keine unterlassene Hilfeleistung.

      • @Mike
        Du verwechselst da etwas. Apple hat nie bestritten, dass sie aktiv verhindern, das Mac OS auf Nicht-Apple-Hardware läuft. Das ist auch ihr legitimes Recht, schließlich wird Mac OS seit geraumerer Zeit nicht mehr separat verkauft, sondern kostenlos upgegradet.
        Apple kann man auch überhaupt gar nichts, weil sie im Gegensatz zu Microsoft keine marktbeherrschende Stellung haben und auch nie hatten. Dazu muss man nicht nur den größten Anteil von allen Marktteilnehmern haben, sondern auch den Markt quasi alleine beherrschen mit Umsätzen und Richtungsentscheidungen. So wie es im Telefoniebereich einmal die Post/Telekom war und immer noch ist. Dito im Briefbereich die Deutsche Post.

  • MusicMatch Jukebox gibts doch eh nicht mehr, was soll da jetzt die klage bringen???

  • 10 Jahre – sorry verjährt! Somit kann keine Forderung geltend gemacht werden!

  • Also wenn ich mich recht erinnere, war doch Musicmatch Jukebox sogar die offizielle Partnersoftware von Apple, für die iPods der ersten Generationen. Ich hatte den allerersten weißen 5GB iPod und damals noch nen Windoof Rechner und konnte nur mit besagter Software Titel überhaupt auf das Gerät bringen. Oder täushce ich mich jetzt?

    • Hier, das Zitat aus Wikipedia: „Unter Windows war die MusicMatch-Jukebox zudem Grundvoraussetzung für die Synchronisation früher iPod-Modelle (vor der 3. Generation). Mit dem Start einer Windows-Variante der Audio-Software iTunes im Jahre 2003 beendete Apple jedoch die Kooperation.“ .. Schon strange, dass gerade DIE jetzt behaupten, benachteiligt worden zu sein.

      • Strange ist, dass Du selbst die Benachteiligung beschreibst aber es gleichzeitig nicht siehst… „…im Jahre 2003 beendete Apple jedoch die Kooperation.”
        MusicMatch konnte also mit Apples Geräten benutzt werden aber Apple hat dies dann anscheinend aktiv unterbunden. Ob das nun irgendwie eine Klage rechtfertigt kann ich nicht beurteilen

  • das Ding ist Folgendes:
    Im Gegensatz zum AppStore vermarktet Apple im iTunesstore eindeutige, extern produzierte Inhalte, die in der exakt selben inhaltlichen Form auch von anderen Quellen bezogen werden kann und nicht durch Apples Zusammenarbeit oder Richtlinien entstanden sind. Daraus resultiert: Apple zwingt den Nutzer den Titel entweder bei erstkauf über ihre plattform zu erwerben oder neu zu kaufen, um auf ihren geräten nutzen zu können. Egal ob das nun vertraglich stattfindet oder in Eigenregie, es ist Wettbewerbsabrede, und damit Kartell. In diesem Fallwohl mit dem Gebietskartell zu vergleichen

  • Kartellklage, ich mach unter mich..
    Vor 10 Jahren waren es iTunes und Jobs‘ Verhandlungen mit Majorlabeln und deren Künstlern, die den Leuten einen ersten legalen Store hingestellt haben, der benutzbar zu akzeptablen Bedingungen war.
    Anderenfalls wäre die Musikindustrie in ihrer jetzigen Form samt ihrer furzenden Frösche Abos seinerzeit zu Recht an Napster, Kazaa, eMule & Co jämmerlich verreckt. Vielleicht sollte man Apple besser für die Wiederbelebung der drei feisten Majorzuhälter Sony, Warner und Universal verklagen..

  • master of the universe

    emails werden als beweis nicht akzeptiert. punkt.

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