Bildung: TV-Tipp, App und Leseempfehlung

Apps 17 Kommentare

2013 ist Wagner-Jahr. Ein crossmediales Kulturprojekt versucht den Giganten nun auch bei einem jüngeren Publikum bekannter zu machen. Dafür erschien vor Kurzem eine App, am 10. Juni kommt die dazu gehörige Graphic Novel heraus und heute Abend läuft im SWR der Film „Wagnerwahn“.

Das Buch zeichnet vor historischer Bühne Wagners Lebensgier, seinen politischen Größenwahn und sein epochales musikalisches Werk nach. Die verknappten Dialoge und Striche inszenieren die Monstrositäten, zu denen das Genie neigte, sehr modern, sehr zugänglich.

Der gleichnamige Film versucht ähnlich eindringlich zu wirken, geht dabei aber ganz eigene Wege.

Schließlich verbindet die App mit gleichem Titel “Wagnerwahn” (AppStore-Link) beide Formate und nimmt ihre Ideen – soweit möglich – in sich auf.

Wagnerwahn

Die App liefert schon jetzt einen Vorgeschmack auf das Buch. Die Textanteile sind dramatisch eingesprochen, während zusätzlich im Hintergrund Wagners Musik das Ganze auf die Höhe einer großen Hollywood-Produktion hebt.

Dadurch merkt man manchmal gar nicht, dass die Bilder sich etwas gegen die Art ihrer Präsentation sträuben. Sie fliegen wie Papierschnipsel vor schwarzem Hintergrund über den Bildschirm. Man möchte sie festhalten und wieder zusammenkleben zu den anspruchsvollen Collagen ihrer Buchvorlage. Das klappt sogar. Leider funktioniert dann der Vorlesemodus nicht mehr. Schade.

Alles in Allem erfährt man sehr viele historische und biografische Hintergründe zu Wagner und seiner Zeit. Und lernt nebenbei noch ein Wenig seine Musik kennen.


(Direkt-Link)

Ein interessantes Feature macht die App übrigens nicht bloß zu einem Container für die beiden anderen Projekte: Seit Mitte der 80er Jahre übersetzt Stephen Malinowski Wagners Musik in einen Algorithmus, der die Stimmgruppen zusammenfasst und ihre Dynamik visualisiert. Wer ein wenig Zeit zum Träumen hat, sollte sich die Kopfhörer aufsetzen und die Installation genießen.

Wer sich nicht sicher ist, ob die App etwas für ihn ist, kann es ja erst mit der iPhone-App für 89 Cent (AppStore-Link) versuchen. Die iPad-Version kostet 2,69 Euro.

Bis Ende Juli soll die App um weiteres Material aus dem Film, historische Tonaufnahmen, weitere Wagner-Musik und die noch fehlenden Kapitel der Graphic Novel ergänzt werden.

Diskussion 17 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  1. als “ur-einwohner” der wagnerstadt sind mir einige facetten übers richardla durchaus bekannt. ob die wagner-schwestern das auch wissen und goutieren?
    interessant ist auf jeden fall die nicht ganz so “dem Ø-alter der wagnerianer” angepasste umsetzung.
    ich bin gespannt, ob es den nerv der zeit trifft und entsprechend auch angenommen wird.
    btw: leider ist der kostenlose link (22. Mai bis 23:59) bei uns untergegangen :-(

    — zar
    • Sorry, aber ich nehme an du setzt den NS-Antisemitismus und den von Wagner gleich. Wenn du das tust informier dich noch mal. Es ist beides scheisse, aber nicht zu pauschalisieren

      — George
      • @George:
        Ich finde es toll, dass jemand mit Bildungslücken anderen, die zurecht Wagner nicht mögen, Bildungslücken vorwirft. ;)

        Weil du diesen Unsinn gesagt hast, empfehle ich die dringend dich mit Wagner stärker auseinanderzusetzen und sich über ihn und dazugehörig die NS-Zeit informierst! Man muss dämlich sein zu behaupten, dass Wagner nur zufällig in dieser Zeit (ungerechtfertigt) emporgehoben wurde …

        — Dirk
    • Eine Zwickmühle, nicht nur auf Wagner zutreffend: Darf man das geniale Werk eines schlechten Menschen mögen?

      — Gion
  2. Interessant, danke.Wegen Apps wie dieser oder Das Orchester habe ich mir das iPad zugelegt! (Uns nutze es jetzt für Comics und Games…:(

    — Gion
    • ich benutze es als briefbeschwerer. hab aber gehört, als schneidebrett kann man es auch benutzen ;-)

      — Robo Term
  3. geht es hier um den inhalt = eine app, die musik + wissen vermitteln will auf eine durchaus mal andere art?
    oder ist es wichtiger, über die person des komponisten und seine (durchaus zweifelhafte) weltanschauung aus damaliger sicht zu diskutieren? wenn letzteres gilt: sucht euch bitte einen anderen ort dafür und/oder macht euch schlau(er), wer wagner war und für was er stand bzw. wie in die welt heute sieht.

    ansonsten:
    bitte b2t!

    — zar
    • Es geht darum, nicht nur an die Musik zu erinnern, sondern auch, an seine offenkundig rassistischen Ideologien und welche Auswirkungen er damit auf seine zeit und die danach hatte.

      Robo Term
      • Wagners Antisemitismus wird doch auch in der App behandelt. Ich verstehe daher die Kritik nicht. Es ist eine Comicbiografie, die ihn von allen Seiten zeigt, auch den negativen, und keine Heldenverehrung.

        — Andi

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