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Video & Review: Rockbox im Detail

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Bereits am Dienstag sind wir über die Rockbox-Software für den iPod gestolpert. Ein alternatives iPod-Betriebssystem wenn man so will. Heute nun gibt es den versprochenen Review. Wir haben uns die Rockbox etwas genauer angesehen und geben neben einem Featureüberblick, Videos und einer Galerie auch eine Hand voll Tipps für zukünftige Rockbox-User. Vorneweg wie immer der obligatorische Hinweis: Rockbox verändert die Firmware des iPod und kann möglicherweise zu einem Komplettausfall des iPods führen, ebenso sind derartige Veränderungen mit Garantieverlust verbunden. Seit also vorsichtig und lasst im Zweifel lieber die Finger weg.

Die Installation:
Die Rockbox-Installation läuft unter Windows in der Eingabeaufforderung und ist hier Schritt für Schritt beschrieben. Interessant ist, dass das Rockbox-Paket aus zwei verschiedenen Modulen besteht. Sobald der eigentliche Eingriff in die iPod-Firmware vorgenommen wurde befindet sich ein Bootloader (1. Modul) auf dem iPod. Dieser Checkt nach jedem Neustart ob sich ein aktuelles Rockbox Software Paket (2. Modul) auf dem iPod befindet. Ist keine Rockbox Software vorhanden startet der iPod wie gewohnt mit dem üblichen Apple-Interface. Erst wenn die Rockbox Software im Festplattenmodus auf den iPod kopiert wurde, startet der iPod nach dem nächsten Reset auch das Rockbox Paket. Rockbox gibt es momentan nur für den iPod photo und den nano. An einer Portierung für die aktuellen Modelle der 5. Generation wird zwar gearbeitet, jedoch funktioniert dort die Tonausgabe noch nicht.

Auch ist es Wichtig zu wissen das die Rockbox Software-Pakete jeden Tag neu zusammengestellt, überarbeitet und verbessert werden. Ein Feature das gestern noch nicht funktioniert hat, kann mit der aktuellen Version bereits tadellos laufen. Also immer Augen auf und am besten die Liste der aktuellen Releases bookmarken. Das Updaten auf die aktuellen Rockbox Versionen ist zudem ein Kinderspiel. Den Rockbox-Ordner auf dem iPod löschen und durch den neuen ersetzen, fertig! Aber kommen wir nun zum eigentlichen Review.

Der erste Eindruck:
Nachdem die komplette Installation reibungslos auf unserem iPod (photo 40GB) von statten ging, enttäuscht uns der erste Neustart gewaltig. Ein schlechtes Interface mit viel zu kleiner Schrift und in seinen Dimensionen überhaupt nicht an das iPod Display mit seinen 220×176 Pixeln angepaßte Layout lassen uns regerecht zusammenzucken.

Themes:
Nachdem wir die Überlegung, die Rockbox still und leise wieder zu löschen und kein Wort mehr über das Projekt zu verlieren verworfen haben und uns doch ein wenig intensiver damit beschäftigen, finden wir im Rockbox-Menu die Möglichkeit andere Themes zu verwenden. Sieben unterschiedliche Layouts liegen dem Rockbox-Paket bereits bei doch scheint keines so richtig auf den iPod abgestimmt zu sein. Die gut sortierte Rockbox-Homepage hilft uns jedoch weiter. Eigene Themes können mit Hilfe einer selbstgeschriebenen Textdatei und dem bearbeiten einer Hand voll Bitmaps leicht selbst erstellt werden. So nehmen wir uns erst mal 30 Minuten Zeit und gestalten ein eigenes Erscheinungsbild. Ihr wißt ja: nicht meckern, besser machen. Angelehnt an die original iPod Firmware sieht die Rockbox jetzt schon wesentlich besser aus. Die Dimensionen stimmen jetzt und für das einfache Erstellen eigener Themes notieren wir hier schon mal als kreativen Pluspunkt.

Extras:
Bevor wir uns jedoch der Musikwiedergabe widmen interessieren uns erst einmal die Extras des Rockbox Paketes – und davon gibt es viele. Angefangen bei den obligatorischen Mini-Games wie Solitäre, Pong, Sokoban, Bejewled und Brick bieten die Rockbox-Plugins auch so nützliche Funktionen wie einen Taschenrechner eine Stopuhr und die gute alte Starfield Simulation.

Konfiguration:
Machen wir weiter mit den schier unendlichen Konfigurationsmöglichkeiten der Rockbox. Angefangen bei der Sprachwahl kann man das komplette Rockbox OS den eigenen Wünschen anpassen. So läßt sich die Zeit, die Hintergrundbeleuchtung, der eigene Equalizer, die Deep-Sleep Funktion, die Schriftgröße, die Abspielgeschwindigkeit und das Verhalten eigener Playlisten per Hand einstellen. Etliche Settings bis hin zur Empfindlichkeit des Scrollwheels können so definiert werden. Ist die perfekte Konfiguration erst einmal gefunden läßt sich alles in einer Textdatei abspeichern und steht auch beim nächsten Neustart wieder zur Verfügung.


Video & Gallerie:
Alle Menupunkte und Plugins haben wir für euch in diesem Video zusammengefasst. Die mp4 Datei ist iPod-ready, 9 Minuten lang 12MB groß und mal wieder mit einer Musikempfehlung der de:bug unterlegt. Etwas bandbreitenschonender ist der Blick in unsere Screenshot-Galerie. Hier haben wir von den wichtigsten Menupunkten und Spielen jeweils einen Screenshot aus dem Video gemacht.

Musikwiedergabe:
Nach den ganzen netten Tools und Gimmiks interessiert uns nun natürlich die Integration der Musikwiedergabe. Denn genau hier scheiterte auch das vielversprechende iPodlinux-Projekt. Zum testen haben wir 5 Alben auf den iPod kopiert. Ganz ohne iTunes – einfach auf die Festplatte. Neben mp3 Dateien auch ein paar OGG-Files sowie eine Hand voll exotischer Formate (Musepack und Monkeys Audio). Auch ein paar gekaufte Tracks aus dem iTMS sind dabei.

In der Rockbox-Ordneransicht kann man einfach durch die auf den iPod kopierten Ordner navigieren. Angenehm ist, dass nicht unterstützte Formate gar nicht erst angezeigt werden – um so überraschender, dass unsere OGG-Dateien und die Musepack-Files alle noch zu sehen sind. Ein erster Test bestätigt die nahelienden Vermutung: der iPod spielt dank Rockbox neben MP3s auch OGG Vorbis, FLAC und WAV-Dateien. Die Musik kommt in guter Qualität, ohne Aussetzer und in Echtzeit. Es lassen sich Playlisten anlegen, Lesezeichen setzen und wie gewohnt funktioniert auch der schnelle Vor- bzw. Rücklauf.

Sogar das immer wieder von Apple geforderte Gapless Playback ist auf dem Rockbox-iPod Realität. Ein von uns in zwei Teile zerlegtes Lied wird ohne hörbare Unterbrechung durchgespielt (wer jetzt ungläubig die erste Augebraue hochzieht kann sich gerne unseren Video-Beweis ansehen). Auch die Lautstärke-Fanatiker unter uns kommen nun voll auf ihre Kosten. Unser iPod ist nicht nur genau so laut wie seine amerikanischen Pendants, er ist lauter als alles was bisher aus den weißen Kopfhörern kam.

Fazit & was noch fehlt:
Die Rockbox Software für den iPod ist, obwohl erst vor 5 Tagen das erste Mal veröffentlicht, definitiv kein zusammengeschustertes Proof of Concept, sondern schon eine durchaus brauchbare Alternative zur Original-Firmware. Features, nach denen die iPod-Community seit Jahren schreit, scheinen hier allesamt vorhanden und durchweg benutzbar. Anzumerken bleibt, dass sich das aktuelle Powermanagement der Rockbox noch auf den Deep-Sleep Modus beschränkt. Ist der iPod erst einmal ausgegangen muß er wieder neu gebootet werden. Auch funktionieren die Batterieanzeige und das Rating einzelner Tracks noch nicht. Doch trotzdem rockt die Rockbox jetzt schon. Wir empfehlen: Selber testen. Ein Forum für Fragen rund um die Rockbox haben wir bereits in unserem Board eingerichtet.

Samstag, 04. Feb 2006, 20:17 Uhr — Nicolas
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