Kundendaten abgeflossen
Steam warnt Hardware-Käufer nach Angriff auf Logistikpartner
Europäische Nutzer, die in den vergangenen Wochen über die Spieleplattform Steam Hardware bezogen haben, müssen sich damit abfinden, dass ihre persönlichen Daten in die Hände von Hackern gelangt sind. Die Informationen wurden bei einem Cyberangriff auf den für Steam tätigen Logistikdienstleister CEVA erbeutet.
Das Ausmaß des Hackerangriffs ist derzeit noch unklar. Neben Kundendaten von Steam sind auch Informationen von anderen Unternehmen abgeflossen. So hat der niederländische Onlinehändler Bol bereits in der vergangenen Woche betroffene Kunden gewarnt. Auch Bol arbeitet für die Logistik mit CEVA zusammen. Darüber hinaus sollen weitere Händler von dem Vorfall betroffen sein.
Geschäftspartner als Risiko
Die Angelegenheit macht deutlich, wie stark einzelne Unternehmen von der Zuverlässigkeit ihrer Geschäftspartner abhängig sind. Ein vergleichbarer Fall betraf kürzlich Apple. Bei einem Angriff auf einen Produktionspartner gelangten vertrauliche Informationen und Bilder des noch nicht veröffentlichten iPhone 18 nach außen.
Valve zufolge wurde der Logistikdienstleister CEVA Logistics zwischen dem 29. Juli und 1. August Opfer eines Cyberangriffs. CEVA übernimmt unter anderem den Versand von Steam-Hardware in Europa.
Die Angreifer haben dabei offenbar auch Kundendaten erbeutet. Betroffen sein könnten Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sowie Angaben zu Art und Preis der bestellten Hardware. CEVA speichert die für den Versand benötigten Daten bis zu 90 Tage nach einer Bestellung.
Valve warnt vor Betrugsversuchen
Valve betont, dass Zahlungsinformationen, Passwörter, Steam-Guard-Codes und weitere Daten des Steam-Kontos nach aktuellem Kenntnisstand nicht betroffen sind. CEVA hat auf diese Informationen keinen Zugriff.
Nutzer, die innerhalb der vergangenen drei Monate Hardware bei Steam bestellt haben, sollten daher besonders wachsam sein. Betroffene sollten insbesondere auf betrügerische E-Mails, SMS oder Anrufe achten, die sich auf ihre Hardware-Bestellung beziehen. Angreifer könnten dabei bekannte Adress- oder Bestelldaten nutzen, um glaubwürdig aufzutreten. Nachrichten mit Aufforderungen zu zusätzlichen Zahlungen, Lieferbestätigungen oder Anmeldungen über bereitgestellte Links sollten daher ignoriert werden.

