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Review: FixTunes im Spotlight

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Es geht es mal wieder um neue Software. Software zum Pflegen der eigenen Musikbibliothek. Heute widmen wir uns FixTunes (Bilder-Galerie). Eine Software die wir in den vergangenen Tagen zwar ausführlich getestet haben aber immer noch nicht richtig einordnen können. FixTunes kostet $25 und ist bislang nur für Windows verfügbar. Laut Beschreibung des Herstellers ist FixTunes der „#1 Tag Editor“. Wer nun aber an die gewöhnlichen ID3 Tag-Tools wie z.B.: Tag&Rename oder TGF denkt, hat sich kräftig geschnitten. FixTunes will sich größtenteils alleine und automatisch um die MP3s kümmern und erlaub dem User daher nur minimale Interaktion. Schön, könnte man denken: Wenn der Rechner es machen kann – soll er doch.
Aber genau hier fängt die Problematik an. FixTunes kann es anscheinend nicht.

Zum Konzept:
FixTunes Funktionalität in 2 Sätzen zu vermitteln ist schwer. Trotzdem wollen wir kurz, das dem Tag-Editor zugrundeliegende Konzept beschreiben. Nach der Installation von FixTunes, die geführt durch einen Wizard relativ unkompliziert über die Bühne geht, listet FixTunes alle in der iTunes-Bibliothek gefunden Songs in einem „Look Up“-Fenster auf.
Dieser Vorgang nahm bei unserer, ca. 24.000 Songs umfassenden Musikbibliothek, eine gute halbe Stunde in Anspruch. Nach dem Einlesen der Tracks können nun alle oder nur ausgewählte Songs markiert, und zur Identifizierung an einen FixTunes-Server geschickt werden. Der Identifizierungs-Prozeß ist das Kernstück der FixTunes-Philosophie.

Informationen über die ausgewählten Lieder werden an den FixTunes-Server geschickt und sollen dann die entsprechenden ID3-Tags zurückliefern. Ist die Identifizierung beendet werden die Lieder nochmals unterteilt.

In Treffer, bei denen der Song eindeutig zugeordnet werden konnte, und Lieder die FixTunes nicht kennt. Nun kann man sich durch die Treffer-Liste scrollen und sich aussuchen ob FixTunes die gefunden Informationen in die ID3-Tags der Lieder eintragen soll.

Und in der Praxis?
In der Praxis geht das Konzept nicht auf. Allein der Identifizierungs-Vorgang nimmt trotz breitbandiger Internetanbindung etliche Stunden in Anspruch. Nach gut 12 Stunden und 9386 durchgeführten Identifizierungsversuchen haben wir FixTunes beendet um uns dem bis dahin gelieferten Ergebnis widmen zu können. Dieses fällt recht mager aus.

Gerade einmal 6667 Songs und damit knapp 72% werden als klar Identifizier gekennzeichnet. Die restlichen 2719 Songs kennt die FixTunes-Datenbank nicht. Das verwundert um so mehr, da alle Songs unserer Bibliothek von selbst gerippten CDs stammen, die zu 99% in der CDDB gelistet sind. Und auch die gefundenen Treffer können uns nicht wirklich überzeugen. Gerade bei deutschen Tracks stimmt hier vorne und hinten so gut wie nichts. So werden zum Beispiel Lieder von „Reinhard May“ einem etwas älteren Album der „Roots“ zugeordnet.

Der Nutzen:
Doch blenden wir mal die falschen Treffer und die lange Wartezeit aus und widmen uns dem effektiven Nutzen. Wie helfen uns denn nun die identifizierten Tracks? Grob gesagt: Gar nicht! Denn zwar haben wir jetzt die Möglichkeit ungetaggte Lieder mit ID3-Tags zu versehen, müßten aber vorher jede einzelne Zuweisung kontrollieren. Zudem scheint uns gerade bei der Auswahl der angebotenen Genre-Bezeichnungen ein großes Maß an Willkür zum Problem zu werden. Wer will denn etwa ein „The Doors“-Album in die Musikrichtung „Proto-Punk“ einsortieren? Auch die Erscheinungsjahre der identifizierten Alben liegen mit 1050 – 9999 weit außerhalb der der Populärmusik zuzurechnenden Dekaden von 1950 bis Heute.

Fazit:
Hier schließen wir also den ViewTunes-Test und raten gleichzeitig von einem Kauf der Software ab. Die an sich schön designte Applikation ist momentan noch zu undurchdacht und fehleranfällig. Schade eigentlich, denn Idee dem eigenen Rechner die Arbeit der Musikpflege zu übergeben ist wirklich verlockend. Doch momentan scheint es beim Setzten der ID3-Tags ähnlich wie bei Fahrkartenverkauf der Deutschen Bahn: Es wäre klasse einfach alles dem eigenen Rechner zu überlassen, doch sicherer ist man, wenn man sich selber drum kümmert.

Bilder:
Eine Reihe FixTunes-Screenshots gibt es in unserer Bilder-Galerie.

Mittwoch, 05. Apr 2006, 21:46 Uhr — Nicolas
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