Die “Powerline Music Streaming Box” von Netgear im Test: AirPlay über die Wandsteckdose

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Mit der Powerline Music Streaming Box bietet Netgear ein Powerline-Starterkit mit integrierter AirPlay-Funktionalität an.

Das Powerline-Prinzip kennt ihr? Die „Netzwerk-Steckdosen“ nutzen vorhandene Stromleitungen für die Datenübertragung, „Powerline“ ist dabei der Produktname von Netgear, die darunter liegende Technik wird allgemein auch PowerLAN genannt. Ihr verbindet die erste Powerline-Steckdose mit eurem Router und könnt mittels weiterer Dosen dann an beliebigen Steckdosen innerhalb eurer Wohnung Netzwerkanschlüsse bereitstellen.

Im Falle der Netgear Streaming-Box habt ihr hier mit dem Music Extender XAU2511 nicht nur einen gewöhnlichen Netzwerkanschluss, sondern die Möglichkeit, per mitgeliefertem USB-zu-Cinch/Mini-Klinke-Kabel eine Stereoanlage oder Lautsprecher anzuschließen. Alternativ lässt sich statt dem USB-auf-Audio-Adapter hier auch ein Drucker oder eine USB-Festplatte anschließen und netzwerkfähig machen.

Uns hat insbesondere die Audiofunktion als Alternative zu AirPlay-kompatiblen Soundsystemen oder einer AirPort-Express-Station interessiert. Also erstmal eines der beiliegenden Netzwerkkabel in den Router und die am anderen Ende des Netzwerkkabels hängende „Powerline-Basisstation“ XAV1601 daneben in eine Steckdose gesteckt.

Wichtig: Die Powerline-Geschichte stellt Netzwerkfunktionalität über das Stromnetz her, baut selbst aber kein drahtloses Netzwerk auf. Deswegen wird das Ganze an einen bestehenden WLAN-Router, in unserem Fall eine Apple TimeCapsule, angeschlossen.

Den Music Extender „XAU2511“ haben wir dann in einem etwas entfernten Raum in einer Steckdose platziert und daran über das beiliegende AV-Kabel einen kleinen Aktivlautsprecher angeschlossen. Nach etwa 60 Sekunden Wartezeit hatten sich die beiden Powerline-Module über das Stromnetz miteinander bekannt gemacht, grüne Leuchtdioden informierten uns über den erfolgreichen Verbindungsaufbau. Alles ganz einfach und ohne Probleme.

Direkt nach Abschluss dieser Setup-Prozedur wird die neue Powerline-Schnittstelle von iOS-Geräten als im Netzwerk vorhandener AirPlay-Lautsprecher erkannt. In der Auswahlliste für die Ausgabemedien erscheint ein „XAU2511“-Lautsprecher und die drahtlose Musikwiedergabe über den angeschlossenen Aktivlautsprecher hat problemlos und ohne hörbare Qualitätseinbußen funktioniert.

Im Gegensatz zur fehlerfreien AirPlay-Funktion unter iOS gelang es uns nicht, Musik vom Computer an den Lautsprecher zu schicken. Die Netgear-Lösung kommt derzeit noch nicht mit der aktuellen iTunes-Version 11 zurecht. Der Lautsprecher erscheint zwar in der Auswahlliste, verweigert die Wiedergabe jedoch mit einer Fehlermeldung. Wir haben Netgear diesbezüglich kontaktiert und der Hersteller arbeitet derzeit an einer Lösung. Mit älteren iTunes-Versionen funktioniert das Ganze dagegen wohl tadellos.

Unabhängig von der AirPlay-Funktion eignet sich das Powerline-System hervorragend als Ersatz für fehlende Kabelverbindungen. Beispielsweise lässt sich damit ein netzwerkfähiger Receiver ohne WLAN-Modul auch dann ins Hausnetz einbinden, wenn an seinem Aufstellungsort kein Netzwerkanschluss verfügbar ist – Steckdosen dürfte es dort ja auf jeden Fall geben. Und nicht selten findet sich am gleichen Ort dann auch noch eine Stereoanlage, hier zeigt sich dann die AirPlay-Option als willkommene Ergänzung.

Übrigens ist die Streaming-Funktion nicht auf iOS beschränkt. Android-Nutzer haben ebenfalls die Möglichkeit, drahtlos Musik an die Steckdose zu schicken, müssen dazu allerdings eine spezielle App installieren.


(Direktlink zum Video)

Als kleine Bonbons bietet der USB-Anschluss am XAU2511 noch die Möglichkeit, USB-Drucker, Scanner oder auch Festplatten ins Netzwerk einzubinden. Für die Festplattenfunktion ist allerdings die Installation eines proprietären Netgear-Dienstprogramms erforderlich und die von uns getestete Mac-Version war leider nicht in der Lage, die Powerline-Geräte im Netz zu erkennen.

Bis auf die beschriebenen Probleme mit dem Musikstreaming über iTunes 11 und der USB-Speicheroption hat die Netgear-Lösung in unserem Test hervorragend funktioniert. Die beiden für uns wichtigsten Funktionen, die Netzwerk-Erweiterung über das Stromnetz und die AirPlay-Option für iOS-Geräte waren problemlos einzurichten und zu nutzen.

Das von uns getestete Paket mit den beiden Adaptern XAV1601 und XAU2511 ist für rund 140 Euro erhältlich. Natürlich sind reine Powerline-Lösungen ebenso wie eine AirPort-Express-Station alleine günstiger. Die Kombi macht eben dann Sinn, wenn man aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sowieso auf eine Powerline-Lösung aus ist und die Musik-Streaming-Option als willkommene Ergänzung sieht.

Wer Powerline bereits einsetzt, kann den „AirpPlay-Adapter“ XAU2511 auch separat erwerben. Das Gerät ist zu Preisen ab etwa 90 Euro beispielsweise über Amazon verfügbar.

Diskussion 12 Kommentare.
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  1. Die Strahlungsleistung liegt weit höher als die guten alten DECT Telefone. Das gesamte Hausnetz wird zur Antenne. Nicht zu empfehlen.

    — Ulrich
      • Die Frequenzen, die für die Powerline-Kommunikation in Häusern verwendet werden, liegen in einem Bereich, in dem die in normalen Hausinstallationen vorkommenden Leitungslängen gerade in einen Bereich kommen, in dem sie wie eine Antenne für diese Wellenlängen wirken. Ein Großteil der Leistung wird – wissenschaftlich nachgewiesen – tatsächlich abgestrahlt. Bin grade zu faul Quellen dafür rauszusuchen, habe das allerdings quasi aus erster Hand, da aus der Vorlesung eines Professors, der sich hauptsächlich mit Powerline-Kommunikation beschäftigt.

        — Christian
  2. Wie sieht der Stromverbrauch der Adapter aus?
    Da ist eine AirPort Expresse vermutlich die sparsamere Lösung. (?)

    — DonW
  3. Ich kann auch nur vor diesem PLC Schrott warnen….
    Da werden mit Hilfe des Stromnetzes Antennen gebaut.
    Ausserdem besitzen diese Geräte noch nicht einmal eine gültige CE Zertifizierung, da
    die dafür notwendige EMV-Richtlinie nicht erfüllt wird.
    Bei Störungen muss dann der User Abhilfe schaffen.

    — Thomas
  4. Ist es möglich über einen USB-Hub mehrere Geräte gleichzeitig über den einen USB Port zu verwenden?

    — Krustenkäse

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