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Gemeinsam für mehr Kontrolle

Kindersicherungs-Apps: Entwickler stellen Forderungen an Apple

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Einen Monat ist es her, dass Apple mit einer seltenen öffentlichen Stellungnahme auf Vorwürfe der New York Times reagierte. Diese hatte damals unter der Überschrift „Apple geht gegen Apps zur Bekämpfung von iPhone-Sucht vor“ über zahlreiche Fälle berichtet, in denen der Konzern die Kindersicherungs-App von Drittanbietern aus dem Verkehr zog.

Kinderhand

Unter Verweis auf eigene App Store-Analysen und Interviews mit betroffenen Entwicklern warf die Times dem Unternehmen Ende April vor, sich sukzessive einer ganzen App Store-Kategorie zu entledigen. Einer der Kernvorwürfe damals: Innerhalb des vergangenen Jahres soll Apple 11 der 17 populärsten „Kindersicherungs-Apps“ aus dem App Store entfernt oder im Funktionsumfang beschnitten haben.

Vorwürfe, auf die Apple nur einen Tag später reagiert und interessierten Beobachtern die „Die Fakten über Kindersicherungs-Apps“ auftischte. Hier schrieb Cupertino:

Wir haben kürzlich mehrere Kindersicherungs-Apps aus dem App Store entfernt und zwar aus einem einfachen Grund: Sie gefährden die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer. […]

Die kurze Version: Die Entwickler hatten sogenannte MDM-Zertifikate zweckentfremdet. Kontroll-Mechanismen, die eigentlich für den Einsatz in Unternehmen gedacht waren, wurden hier hier Absicherung von Geräten in Kinderhand benutzt.

Dass Apple hier eingriff war also wenig verwunderlich – der Zeitpunkt irritierte jedoch fast alle Beteiligten. Während Apple die MDM-Nutzung über Jahre hinweg toleriert hatte, ging der Konzern nur wenige Monate nach Einführung der eigenen Kinderschutzfunktionen Bildschirmzeit gegen die bis dato unbehelligten Drittanbieter vor.

Diese fordern von Apple nun offene Schnittstellen, um die eigenen Apps weiter bzw. wieder anbieten zu können und haben auf screentimeapi.com einen ganzen Katalog an Forderungen veröffentlicht.

Ob der Wunsch der 17 Anbieter nach einer umfangreichen Programmierschnittstelle von Apple beantwortet oder ignoriert wird bleibt abzuwarten. Der API-Entwurf für iOS, macOS und tvOS ist vorbildlich ausgearbeitet.

Screentimeapi

Freitag, 31. Mai 2019, 16:39 Uhr — Nicolas
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Rede mit!
  • Da ist er wieder: der vorteilhafte Eingriff ins eigene Monopol, zu späte Entscheidungen, welche von Anfang an falsch gehandhabt wurden – und plötzlich, bei eigenem Produkt dann doch gemäß Richtlinien aus dem Store genommen werden. Das ist unglaubhaft und ist für mich ein Beweis der Marktmacht. Egal ob Datenschutz oder nicht: der Zeitpunkt Zeigt, dass Apple es egal ist: zumindest solange man keine Eigene App hat. So wird Apple immer unglaubwürdiger.
    Viele Eltern haben sich schon lange eine anständige Kindersicherung gewünscht. Der Markt hat geliefert, Apple in den Store gelassen. Jetzt auf einmal wird mit Richtlinien argumentiert. Sehr unglaubwürdig meiner Meinung nach.

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