{"id":56681,"date":"2014-03-17T09:36:02","date_gmt":"2014-03-17T08:36:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ifun.de\/?p=56681"},"modified":"2014-03-17T15:05:05","modified_gmt":"2014-03-17T14:05:05","slug":"jony-ive-apple-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ifun.de\/jony-ive-apple-interview-56681\/","title":{"rendered":"Jony Ive spricht \u00fcber seine Arbeit bei Apple, Steve Jobs und die Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>Die britische Sonntagszeitung <a href=\"http:\/\/www.thesundaytimes.co.uk\/sto\/Magazine\/article1385622.ece\">Sunday Times<\/a> hat ein umfassendes Interview mit Apples Designchef Jony Ive ver\u00f6ffentlicht. Das Interview l\u00e4sst sich inzwischen in vollem Umfang auch <a href=\"http:\/\/time.com\/jonathan-ive-apple-interview\/\">online nachlesen<\/a>. Ive spricht diesem Interview erstmals seit er vor 20 Jahren zu Apples Designchef gek\u00fcrt wurde ausf\u00fchrlich \u00fcber seine Arbeit. Bei Apple begonnen hat der Brite im Jahr 1992, zuvor war er bei einer Design-Agentur t\u00e4tig, die im Auftrag von Apple gearbeitet hat.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/50034.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/50034.jpg\" alt=\"500\" width=\"500\" height=\"338\" class=\"aligncenter size-full wp-image-56687\" srcset=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/50034.jpg 500w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/50034-300x202.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eines der ersten Projekte von Ive war im Jahr 1993 das Newton Messagepad, ein funktionsreicher, aber wenig attraktiver Handheld-Computer mit Stiftbedienung. Der Durchbruch gelang Ive gemeinsam mit Steve Jobs im Jahr 1997 mit den bonbonfarbenen ersten iMacs, die von den damals \u00e4hnlich bunten ersten iBooks (seinerzeit war dies noch die Bezeichnung f\u00fcr Apples Consumer-Notebooks) gefolgt wurden.<\/p>\n<p>Ein Meilenstein im Vorfeld von den ebenfalls von Ive gestalteten Apple-Erfolgen iPhone und iPad war sicher der im Jahr 2001 erschienene erste iPod. Nicht nur der MP3-Player mit seiner einzigartigen Drehrad-Bedienung sondern auch die damit ausgelieferten wei\u00dfen Ohrh\u00f6rer pr\u00e4gten in den Jahren darauf mehr und mehr das Bild der Gro\u00dfst\u00e4dte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/ive-prod.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/ive-prod.jpg\" alt=\"ive-prod\" width=\"700\" height=\"122\" class=\"aligncenter size-full wp-image-56693\" srcset=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/ive-prod.jpg 700w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/ive-prod-300x52.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<h5>Arbeit hinter blickdichten Scheiben<\/h5>\n<p>Ive arbeitet in einem abgeschotteten Designstudio auf dem Apple-Firmengel\u00e4nde in Cupertino. Von au\u00dfen kaum von den anderen Geb\u00e4uden mit der Adresse 1 Infinite Loop zu unterscheiden, sind hier die Glasfronten jedoch mit undurchsichtigen Scheiben ausgestattet und Zutritt haben neben Ive und seinen engsten Mitarbeitern nur Apples Top-Manager. Dort stehen dem nur rund 15 Mitarbeiter gro\u00dfen Team f\u00fcr die Prototypenfertigung sogar eigene CNC-Maschinen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Bevor er sich an das Design eines Produkts mache, so Ive, stelle er sich vor, um was genau es sich handle und was es am Ende tun solle. Vor diesem Hintergrund investiert er auch enorm viel Zeit in die einzelnen Details, so habe er sich beispielsweise monatelang mit dem Fu\u00df des iMac befasst. Es sei au\u00dferordentlich schwer, dergleichen zu entwerfen &#8211; Dinge, die sich so gut in das Gesamtbild einf\u00fcgen, dass man sie eigentlich gar wahrnimmt.<\/p>\n<h5>Herausfinden, was als n\u00e4chstes kommt<\/h5>\n<p>Ive spricht in dem Interview auch viel \u00fcber Steve Jobs, die beiden verband neben der Arbeit auch eine freundschaftliche Beziehung. Jobs innovativer Geist ist auch heute noch \u00fcberall bei Apple pr\u00e4sent, so mahnt beispielsweise eine Wandbeschriftung in der Firmenzentrale, sich nicht auf den Lorbeeren eines abgeschlossenen und erfolgreichen Produkts auszuruhen, sondern stets die n\u00e4chste Herausforderung zu suchen.<\/p>\n<p>So unterschiedlich Jobs und Ive als Personen auch waren, bei gemeinsamen Projekten erg\u00e4nzten sich sich perfekt:<\/p>\n<blockquote><p>When we were looking at objects, what our eyes physically saw and what we came to perceive were exactly the same. And we would ask the same questions, have the same curiosity about things.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ive nimmt Steve Jobs auch gegen die h\u00e4ufige Kritik an seinem F\u00fchrungsstil in Schutz. Es sei so viel \u00fcber den Apple-Gr\u00fcnder geschrieben worden, und er erkenne seinen Freund darin zumeist nicht wieder. Nat\u00fcrlich habe er eine sehr exakte Vorstellung von den Dingen gehabt und alles st\u00e4ndig und immer wieder hinterfragt. Aber er h\u00e4tte gewagte und gro\u00dfartige Ideen gehabt, dazu stets den Anspruch, immer weiter zu gehen. Selbst wenn die Ideen ausblieben sei er positiv gestimmt gewesen und davon \u00fcberzeugt, dass er am Ende doch etwas Gro\u00dfartiges erschaffen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ive \u00e4u\u00dfert sich auch zu der oft vorgetragenen Kritik an Apples Preispolitik. Einerseits hebt er auf die Qualit\u00e4t der Produkte und den damit verbundenen Wiederverkaufswert ab, des Weiteren gibt er zu bedenken, dass es durchaus aufw\u00e4ndig und konstenintensiv sei Produkte zu entwickeln, die nicht nur das Leben ver\u00e4ndern, sondern die sich zuvor auch noch niemand vorstellen konnte.<\/p>\n<p>Auf die Tatsache angesprochen, dass sein Design oft kopiert werde, zeigt sich Apples Designchef leicht erbost. Es sei schlicht Diebstahl und es ginge hier nicht nur um das Kopieren eines Designs, sondern Tausende von Stunden harter Arbeit, in denen die kopierten Produkte entstanden seien.<\/p>\n<h5>Kein Kommentar zur iWatch<\/h5>\n<p>Mit Blick auf zuk\u00fcnftige Produkte, insbesondere eine Smartwatch aus dem Hause Apple, h\u00e4lt sich Ive bedeckt. \u201eNat\u00fcrlich gibt es Ger\u00fcchte die besagen, dass wir an dergleichen arbeiten und nat\u00fcrlich werde ich nichts dazu sagen\u201c antwortet er, und vergleicht die Spekulationen mit einem Schachspiel.<\/p>\n<p>Ive gibt sich zuversichtlich, wenn es um die Zukunft von Apple ohne Steve Jobs geht. Aus technologischer Sicht stehe eine bemerkenswerte Zeit bevor, in der eine Menge neuer Produkte auf uns warten. Man solle nur bedenken, welche M\u00f6glichkeiten die Technik uns bislang bereits gebracht habe, und dies sei lediglich ein Bruchteil davon, was wir noch erwarten d\u00fcrfen.<\/p>\n<h2>10 Fragen, die man Jony Ive schon immer stellen wollte<\/h2>\n<p>Im Rahmen des Interviews hat die Sunday Times noch zehn kurze Fragen an Jonathan Ive gestellt:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Nennt dich irgend jemand \u201eSir Jonathan\u201c?<\/strong> <em>Nein.<\/em><\/li>\n<li><strong>Was empfindest du, wenn du als \u201ewichtigster lebender Engl\u00e4nder\u201c bezeichnet wirst?<\/strong> <em>Das ist Quatsch.<\/em><\/li>\n<li><strong>Du bist jetzt 47. Sorgst du dich in einer derart jungen Branche nicht, dass du zum alten Eisen geh\u00f6rst?<\/strong> <em>M\u00f6glicherweise sollte ich.<\/em><\/li>\n<li><strong>Du wirst als Minimalist bezeichnet, ist da was dran?<\/strong> <em>Das beschreibt weder was wir tun, noch wo unsere Ziele stehen und es ist sicherlich nicht minimalistisch, dahin zu gelangen, wo wir jetzt sind. Um ein perfektes, einfaches und intuitives Produkt zu schaffen, mit dem man eine emotionale Verbingung eingeht, bedarf es unglaublich viel Zeit.<\/em><\/li>\n<li><strong>Auf welches deiner Produkte bis du besonders stolz?<\/strong> <em>Immer auf das, was ich zuletzt geschaffen habe.<\/em><\/li>\n<li><strong>Was ist so toll an der Farbe Wei\u00df?<\/strong> <em>Es ist ein wenig paradox. Wei\u00df ist eigentlich eine Nicht-Farbe, neutral und langweilig gleichm\u00e4\u00dfig. Aber es liegt auch Gewicht und Bedeutung darin. Zudem ist es ausgesprochen schwer, Produkte in Wei\u00df zu gestalten. Es ist eine extravagante und unvers\u00f6hnliche Farbe.<\/em><\/li>\n<li><strong>Was w\u00fcrdest du gerne machen, was du bisher noch nicht getan hast?<\/strong> <em>Das was wir im Moment machen, ich kann dar\u00fcber allerdings nichts erz\u00e4hlen.<\/em><\/li>\n<li><strong>Schauen wir wegen dir jetzt h\u00e4ufiger auf irgendwelche Bildschirme?<\/strong> <em>Ich schon, aber es zwingt dich ja niemand.<\/em><\/li>\n<li><strong>Wenn du Apple f\u00fcr ein Jahr verlassen w\u00fcrdest, was w\u00fcrdest du tun?<\/strong> <em>Etwas f\u00fcr meine Freunde entwerfen. Mein Vater war ein fantastischer Handwerker, ein gro\u00dfer Silberschmied. Ich w\u00fcrde wohl etwas mit Silber anfangen.<\/em><\/li>\n<li><strong>Worin bist du furchtbar schlecht?<\/strong> <em>Mathematik.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/66edcea546a746d28bc3977c352df937\" width=\"1\" height=\"1\" class=\"tracking\"><\/p>\n<h6>Update 15:00 Uhr: Link zur Onlineversion des Interviews eingef\u00fchgt<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/www.ifun.de\/jony-ive-apple-interview-56681\/\"><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/50034-150x150.jpg\" class=\"alignright tfe wp-post-image\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/><\/a><p>Die britische Sonntagszeitung Sunday Times hat ein umfassendes Interview mit Apples Designchef Jony Ive ver\u00f6ffentlicht. Das Interview l\u00e4sst sich inzwischen in vollem Umfang auch online nachlesen. Ive spricht diesem Interview erstmals seit er vor 20 Jahren zu Apples Designchef gek\u00fcrt wurde ausf\u00fchrlich \u00fcber seine Arbeit. 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