{"id":50647,"date":"2013-11-23T08:38:16","date_gmt":"2013-11-23T07:38:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ifun.de\/?p=50647"},"modified":"2013-11-23T10:41:35","modified_gmt":"2013-11-23T09:41:35","slug":"kinderecke-das-geschaeft-mit-den-klicks-ein-erfahrungsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ifun.de\/kinderecke-das-geschaeft-mit-den-klicks-ein-erfahrungsbericht-50647\/","title":{"rendered":"Kinderecke: Das Gesch\u00e4ft mit den Klicks &#8211; Ein Erfahrungsbericht"},"content":{"rendered":"<p>Adventskalender gibt es zu hunderten im Store. Wenige f\u00fcr Kinder, viele f\u00fcr verkicherte Erwachsene in Fahrst\u00fchlen mit Jingle-Bells-Loup.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/noten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/noten.jpg\" alt=\"noten\" width=\"500\" height=\"288\" class=\"aligncenter size-full wp-image-50792\" srcset=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/noten.jpg 500w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/noten-300x172.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Da ich selbst als Illustratorin an einem Kalender f\u00fcr Kinder mitgearbeitet habe und um diese Zeit jedes Jahr am\u00fcsiert meiner App beim Rauf- und Runterklettern in den Charts zuschaue, m\u00f6chte ich mit euch ein paar Einsichten \u00fcber das App-Gesch\u00e4ft teilen. Vielleicht h\u00e4lt das den einen oder anderen doch noch davon ab, eine weitere Advents-App zu produzieren&#8230;<\/p>\n<p>Vor allem aber: Vielleicht hilft es, ein paar Qualit\u00e4tskriterien aufzustellen, nach denen man seine Apps kaufen sollte. Denn eines sollte Nutzern beim App-Kauf klar sein: Um in der schieren Flut neuer Apps \u2013 gerade zum Weihnachtsgesch\u00e4ft \u2013 nicht unterzugehen, setzt so mancher auf dubiose Gesch\u00e4ftspraktiken.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-50650\" alt=\"Kalender2\" src=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender2.jpg\" width=\"640\" height=\"853\" srcset=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender2.jpg 640w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender2-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Vom Gl\u00fcck der eigenen App<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur Vorbereitung unserer &#8222;<strong>Adventsstadt<\/strong>&#8220; (<a rel=\"noindex, nofollow\" href=\"http:\/\/www.ifun.de\/app\/573247443\">iPad<\/a>\/<a rel=\"noindex, nofollow\" href=\"http:\/\/www.ifun.de\/app\/575625103\">iPhone<\/a>) hatten wir im Team jeden Tag Adventsmusik geh\u00f6rt, Apfelsinen filetiert und Punsch getrunken. Nach einer Woche sind wir auf produktivere Methoden umgeschwenkt. Es hat geholfen: Der Kalender, dessen Inneres ich als eine Art magische Mechanik beschreiben w\u00fcrde, atmet den Weihnachtsglanz, der uns vorschwebte und verkaufte sich als einer der wenigen kostenpflichtigen Adventskalender-Apps sehr gut.<\/p>\n<p>Als die App in den Store ging, waren wir so aufgeregt, wie die Kinder, f\u00fcr die wir sie entwickelt hatten \u2013 und nach den ersten Tagen so entt\u00e4uscht wie eben diese, wenn sich herausstellt, dass in dem knisternden P\u00e4ckchen von Oma nur praktische Bettw\u00e4sche ist. Unsere Marktanalyse mag nicht sehr gr\u00fcndlich gewesen sein. Aber mit soviel Konkurrenz hatten wir nicht gerechnet. Der App-Store war \u00fcbervoll mit Adventskalender.<\/p>\n<p>Dank Apple Feature konnten wir uns als erste Kinder-App dennoch bestens zwischen den Krabbel-Witzen und Schn\u00e4ppchenf\u00fcchsen positionieren. Auch hatte Apple den Store besser organisiert: Durch die Scroll-Leiste sieht man jetzt auf der obersten Ebene einer Kategorie die absatzst\u00e4rksten Apps zu einem Schlagwort.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-50655\" alt=\"Kalender6\" src=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender6.jpg\" width=\"640\" height=\"837\" srcset=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender6.jpg 640w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender6-229x300.jpg 229w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Das Gesch\u00e4ft mit den Klicks<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Meistens findet man hier zuerst die kostenlosen Apps. Deren Downloads lassen sich kaum topen. Wir selbst hatten die Nagelprobe gemacht und unsere App f\u00fcr 24 Stunden in Kooperation mit einer amerikanische Webseite kostenlos gesetzt. 1600+ Klicks brachten uns auf die vorderen Pl\u00e4tze im US-Store. Nach diesem Ausrutscher wanderte die App schnell wieder nach hinten in die Holzklasse zu den anderen Bezahl-Apps.<\/p>\n<p>Trotzdem fussen ganze Gesch\u00e4ftsmodell auf dem kurzen Push zur Erh\u00f6hung der Sichtbarkeit. Nicht nur, dass Entwickler ihre App-Preise hysterisch rauf und runter setzen. Vor allem Drittanbieter wittern ihre Chance. Nach einem einfachen Prinzip versprechen sie den Entwicklern 10.000 Downloads. Der Trick besteht darin, die Apps f\u00fcr einen bestimmten Zeitraum kostenlos zu setzen.<\/p>\n<h5>Einkaufsliste: 10.000 Downloads f\u00fcr 3000 Dollar<\/h5>\n<p>Diese Kostenlos-Angebote werden wiederum an die Kunden entsprechender Dienste weitergereicht. Da Apple solche Praktiken zu unterbinden versucht, indem es Apps, die sich nur auf die Inhalte anderer Apps beziehen, seit einiger Zeit aus seinem Store verbannt, verlagert sich das Spiel ins Internet.<\/p>\n<p>Kostenfaktor f\u00fcr den Entwickler wiederum: 3000+ Dollar. Daf\u00fcr sichert er sich f\u00fcr einen kurzen Zeitraum einen begehrten Platz in den Charts. \u2013 Ein fragw\u00fcrdiger Deal, der vor allem mit den \u00c4ngste der Entwickler rechnet. Wann immer ihr also im iTunes-Store den freundlichen Satz \u201ebrought to you by&#8230;-your daily source for free apps\u201c und \u00c4hnliches lest, ist es sehr wahrscheinlich, dass hier jemand kr\u00e4ftig gezahlt hat, in der Hoffnung, Aufmerksamkeit zu generieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die einen geradezu sirenenhaft vom Erfolg reden, kommen die anderen schon handfester und versprechen nicht Klicks, f\u00fcr die der Entwickler auch noch zahlen muss. Aber auch hier wird derselbe zur Kasse gebeten: Auch Review-Seiten wollen inzwischen mitverdienen. Ab 100 Euro kann man sich auf deutschen Kinder-App-Seiten besprechen lassen. Der Deal ist f\u00fcr den Entwickler \u00e4hnlich problematisch: Wie oft muss jemand eine 1,79 Euro teure App abz\u00fcglich der Apple-Provision von 30% verkaufen, bevor 100 Euro verdient sind?<\/p>\n<p>F\u00fcr den Nutzer dagegen bedeutet das: Redaktionelle und Werbeinhalte l\u00f6sen sich auf solchen Seite ineinander auf wie eine Brausetablette im Wasser.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wie Nutzer Qualit\u00e4t erkennen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Kommen wir zur wichtigsten Erkenntnis: Schm\u00fcckende Plaketten auf der Brust der Entwickler wie \u201ePlatz 1 in den Buch-App-Charts in Honolulu und Fitschi\u201c haben aufgrund dieses Geschiebe und Gedr\u00fcckes der Apps wenig Aussagekraft und auf meiner Review-Seite besonderekinderapps.de habe ich bereits mehr als einem Entwickler sagen m\u00fcssen, dass mich seine App trotzdem leider nicht \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Kurz gesagt: Charts sind relativ. Relativ abh\u00e4ngig von Preisstrukturierungen. Relativ abh\u00e4ngig von Marketing-Experten.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr Eltern, die nach Qualit\u00e4t suchen? Hier kann vielleicht Apples Strategie auf die Spr\u00fcnge helfen: Cupertinos Rezept, nach welchem es Apps auf die Front-Seite des iTunes-Stores schaffen, ist geheim. Allerdings kann man beobachten, dass neue Apps von Entwicklern, die bereits erfolgreich waren, eher unter \u201eNeu und beachtenswert\u201c gefeatured werden als absolute Newcomer.<\/p>\n<p>Viele Entwickler stehen f\u00fcr einen bestimmten Stil. Hat man eine Marke gefunden, die einem gef\u00e4llt, kann man sich \u00fcber das Blog des Teams regelm\u00e4\u00dfig informieren.<\/p>\n<h5>Statt kostenlos und billig: Achtet auf Empfehlungen<\/h5>\n<p>Umgekehrt gilt nat\u00fcrlich auch: Schaut euch die anderen Apps des Entwicklers an. Ladet vielleicht kostenlose Versionen als Test-Apps herunter, bevor ihr kauft.<\/p>\n<p>Zweites Kriterium ist auch deren Webseite oder das Blog. Findet man hier interessante Zusatzinformationen, kann man davon ausgehen, dass jemand nicht den schnellen Rubel sucht, sondern sich mit seinem Produkt identifiziert und selbst Spa\u00df daran hat.<\/p>\n<p>Immer wichtig: Der iTunes-Text. Wer mit NurHeuteSuperschn\u00e4ppchensonderpreise und nicht mit Inhalt wirbt, hat wahrscheinlich auch gar keinen. Gerade im Weihnachtsgesch\u00e4ft wird diese Strategie gerne gefahren.<\/p>\n<p>Wem das alles f\u00fcr +\/- 2 Euro zu aufwendig ist, sollte einfach gute Review-Seite lesen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-37764\" style=\"float: left; margin: 10px; border: 0px;\" alt=\"Johanna Rosenfeld\" src=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/johanna-150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><strong>Johanna Rosenfeld<\/strong> schreibt in ihrem Blog <a href=\"http:\/\/besonderekinderapps.de\">besonderekinderapps.de<\/a> unabh\u00e4ngig \u00fcber freche, schlaue, kluge und sch\u00f6ne Apps f\u00fcr Kinder.<\/p>\n<p>Die Buchautorin, Illustratorin und junge Mutter lebt und arbeitet in Berlin, schreibt in <a href=\"http:\/\/www.ifun.de\/tag\/Kinderecke\">der Kinderecke<\/a> auch f\u00fcr ifun.de und freut sich \u00fcber einen Besuch auf ihrer <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/pages\/besonderekinderappsde\/322270164488953\">Facebook-Seite<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/www.ifun.de\/kinderecke-das-geschaeft-mit-den-klicks-ein-erfahrungsbericht-50647\/\"><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender4-150x150.jpg\" class=\"alignright tfe wp-post-image\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender4-150x150.jpg 150w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kalender4.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p>Adventskalender gibt es zu hunderten im Store. 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