{"id":45568,"date":"2013-08-30T13:05:17","date_gmt":"2013-08-30T11:05:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ifun.de\/?p=45568"},"modified":"2013-08-30T15:51:32","modified_gmt":"2013-08-30T13:51:32","slug":"die-wahrheit-ueber-kinder-apps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ifun.de\/die-wahrheit-ueber-kinder-apps-45568\/","title":{"rendered":"Die Wahrheit \u00fcber Kinder-Apps: Darum sollten wir vertrauen."},"content":{"rendered":"<h2>Nie wird die Suppe hei\u00df gegessen<\/h2>\n<p>Das SZ-Magazin besch\u00e4ftig <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/suche\/0\/10\/kinder%20apps\/\">mal wieder<\/a> das Thema \u201eApps in Kinderh\u00e4nden\u201c. Wie so oft gibt es auf die Frage \u201eIst eine mobile Applikation ein angemessenes Spielzeug f\u00fcr Kinder?\u201c ein entschlossenes \u201eVielleicht\u201c. Bitte immer sch\u00f6n mittig fahren. Wir wissen ja noch nichts Genaueres: Studien zu den entwicklungspsychologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen kindlichen App-Konsums liegen in fr\u00fchestens zwei, drei Jahren vor.<\/p>\n<h2>B\u00fccher machen schlau<\/h2>\n<p>Gute Einsichten gab es in dem SZ-Artikel dann aber doch. Sie kommen von Stuart Dredge, der sich nicht artikelweise mit dem Thema besch\u00e4ftigt, sondern die Entwicklungen schon seit geraumer Zeit f\u00fcr den Guardian beobachtet. Seine These: H\u00f6ren wir auf, Apps f\u00fcr das Verschwinden der B\u00fccher aus Kinderzimmern verantwortlich zu machen. Diese Entwicklung hat mit dem Fernseher eingesetzt, nicht mit dem Tablet-Computer. Im Gegenteil: Das iPad kann vielleicht sogar ins Kinderzimmer zur\u00fcckholen, was der Fernseher zu verdr\u00e4ngen scheint \u2013 das Denken.<\/p>\n<p>Ohne Zweifel macht selber Denken schlau und sind B\u00fccher ein hervorragendes Werkzeug im Dienste dieser sch\u00f6nen Anstrengung. Die Gretchen-Frage, die bisher gerne im Schatten des erzieherischen Pathos&#8216; beantwortet wurde, welches wir beim \u00dcberreichen eines Buches gleich mitliefern, ist:<\/p>\n<h2>Wie schlau machen Apps?<\/h2>\n<p>Sicher, \u201e<a rel=\"noindex, nofollow\" href=\"http:\/\/www.ifun.de\/app\/499541243\">Kleiner Fuchs Kinderlieder<\/a>\u201c oder \u201e<a rel=\"noindex, nofollow\" href=\"http:\/\/www.ifun.de\/app\/473050595\">Meine erste App<\/a>\u201c sollen unterhalten und weder einen famili\u00e4ren Erinnerungskanon weiterreichen noch die Karriere f\u00f6rdern. Darin haben sie es vielleicht sogar leichter als B\u00fccher, die oft mit einer dicken Puderschicht Bildungsanspruch und Familientradition \u00fcberzogen werden bevor sie aus der Hand gehen.<\/p>\n<p>Doch ihre Unterhaltung muss darum nicht anspruchslos sein. Die besondere St\u00e4rke mobiler Applikationen liegt in ihrer affektiven Komponente: Der Mensch ist nun mal ein sinnliches Wesen. Wir reagieren schneller auf visuelle und auditive Reize als auf Buchstaben, deren Bedeutung wir im Kopf erst zusammensetzen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dieser Umstand ist keine Kleinigkeit. Apps erleichtern Kindern den Zugang zu Sachverhalten und Kompetenzen, weil sie sie da abholen, wo Lernen ganz unmittelbar stattfindet: im Spiel.<\/p>\n<p>Deswegen zeigen sich immer mehr Bildungseinrichtungen offen f\u00fcr ihren Einsatz. \u2013 W\u00e4hrend \u00fcber ihre Einf\u00fchrung in den privaten deutschen Haushalt von Talkshow-Experten weiterhin ein Bann verh\u00e4ngt wird.<\/p>\n<p>Apps haben das gro\u00dfe Potenzial, Inhalte sehr viel leichtf\u00fc\u00dfiger, praktischer zu vermitteln als manches Buch. Aber das bedeutet nicht, dass sie das Buch \u00fcberfl\u00fcssig machen. Apps und B\u00fccher f\u00fcr Kinder spielen nicht etwa in einer anderen Liga. Sie spielen einfach nicht dasselbe Spiel. Und liefern dennoch auf ihre je ganz eigene Weise reichhaltigen Input f\u00fcr Kopf und Seele.<\/p>\n<h2>Wie schlau also machen Apps?<\/h2>\n<p>Kommt auf ihre Qualit\u00e4t an. Und da sind Nutzer ebenso gefragt wie Entwickler. Gute Ideen haben ihren Preis. <\/p>\n<h5>Klingt wie das \u00dcbliche. Ist es auch.<\/h5>\n<p><strong>1.<\/strong> Kinder gehen mit offenen Sinnen durch die Welt. Das macht es so leicht, sie zu beeindrucken. Eltern und Erzieher m\u00fcssen sich die Frage stellen, welche Erlebnisse sie in die Schatztruhe ihrer Kinder legen wollen. Vor allem vom asiatischen Markt schwappen mehr und mehr Spielekonzepte, welche mit den humanistischen Bildungsidealen, die hierzulande gerne propagiert werden, wenig gemeinsam haben. Sie bestehen aus glitterbunten glatten Abziehbildchen, auf die Baby raufpatschen kann \u2013 bumm! Pixel-Feuerwerk. Diese behavioristische Lernpsychologie, das Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern, gibt es oft f\u00fcr kostenlos oder weniger.<\/p>\n<p>Wem das nicht reicht, der hat zugegeben leider oft ein Problem. Die Suche nach Qualit\u00e4t ist im App-Store kein leichtes Unterfangen. Ab iOS7 will Apple eine altersbezogene Suche einf\u00fchren. Aber auch hier, wie schon bei den inhaltlichen Kriterien, nimmt der Entwickler selbst die Einordnung seines Produktes vor. Und wenn Bildungs-Apps f\u00fcr 6+ J\u00e4hrige am besten funktionieren, wird die Marketingabteilung schnell darauf reagieren und Apps in diesem Sinne bewerben.<\/p>\n<p>Noch gilt es einfach, selbst viel auszuprobieren. Dennoch ist auch immer mehr kritische Expertise im Feld vorhanden; Empfehlungen aus dem Freundeskreis ebenso wie professionelle Besprechungen.<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.vzbv.de\/12131.htm\">Erst k\u00fcrzlich<\/a> machte der Bundesverband der Verbraucherzentrale wieder klar, wo bei Kinder-Apps tats\u00e4chlich nachgebessert werden sollte: Im Rahmen des Projekts \u201eVerbraucherrechte in der digitalen Welt\u201c testete die Zentrale 32 kostenlose mobile Anwendungen. Das Ergebnis  der Studie ist nicht \u00fcberraschend, aber eine gute Erinnerung daran, dass die bunte Spielewelt immer noch ein rechnerisches Kalk\u00fcl ist, in dem nur die Werbung frei Haus geliefert wird.<\/p>\n<p>Mit seiner Kennzeichnung von In-App-K\u00e4ufen und der M\u00f6glichkeit des Ausschlusses dieser in den ger\u00e4tespezifischen Einstellungen versuchte Apple in der Vergangenheit bereits die B\u00fcchse der Pandorra wieder zu verschlie\u00dfen. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen Entwickler von Kinder-Apps ab iOS7 eine Datenschutzerkl\u00e4rung abgeben, die \u00fcber Sammeln und Verwenden von personenspezifischen Daten informiert. Auch die Industrie bem\u00fcht sich, schwarze Schafe aus ihren Reihen auszuschlie\u00dfen und legt eigene Qualit\u00e4tsstandards vor, die Vertrauen in ihre Produkte schaffen sollen.<\/p>\n<h2>H\u00e4tte sie besser nichts gesagt&#8230;<\/h2>\n<p>&#8230; denn die Schlussfolgerung ist ebenso trivial wie die Argumente selbst: Nutzer sind in der Pflicht, Angebote kritisch zu evaluieren. Viele w\u00fcrden ja wahrscheinlich auch keine chinesische Hartplastepuppe bei kik! ohne Pr\u00fcfsiegel f\u00fcr 1,79 Euro kaufen. Dieses Bewusstsein f\u00fcr ein Mindestma\u00df an Sicherheit und Qualit\u00e4t braucht es auch beim Shopping im App-Store.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/www.ifun.de\/die-wahrheit-ueber-kinder-apps-45568\/\"><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/magazin1-150x150.jpg\" class=\"alignright tfe wp-post-image\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/><\/a><p>Nie wird die Suppe hei\u00df gegessen Das SZ-Magazin besch\u00e4ftig mal wieder das Thema \u201eApps in Kinderh\u00e4nden\u201c. Wie so oft gibt es auf die Frage \u201eIst eine mobile Applikation ein angemessenes Spielzeug f\u00fcr Kinder?\u201c ein entschlossenes \u201eVielleicht\u201c. Bitte immer sch\u00f6n mittig fahren. 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