{"id":254598,"date":"2025-05-16T18:28:12","date_gmt":"2025-05-16T16:28:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ifun.de\/?p=254598"},"modified":"2025-05-23T06:38:40","modified_gmt":"2025-05-23T04:38:40","slug":"koelner-gericht-erklaert-netflix-preiserhoehungen-fuer-rechtswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ifun.de\/koelner-gericht-erklaert-netflix-preiserhoehungen-fuer-rechtswidrig-254598\/","title":{"rendered":"K\u00f6lner Gericht erkl\u00e4rt Netflix-Preiserh\u00f6hungen f\u00fcr rechtswidrig"},"content":{"rendered":"<p>Das Landgericht K\u00f6ln hat in einem aktuellen Urteil mehrere Preiserh\u00f6hungen von Netflix f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt. Ausschlaggebend daf\u00fcr war die Klage eines Nutzers, der seit 2017 ein Premium-Abo bei Netflix innehat und gegen die zwischenzeitlich erfolgten Preiserh\u00f6hungen geklagt hat.<\/p>\n<p>Das Gericht hat festgestellt, dass die vorgenommenen Preissteigerungen nicht wirksam in den laufenden Vertrag einbezogen wurden. In der Folge wurde Netflix zur R\u00fcckzahlung der seit 2019 zu viel gezahlten Beitr\u00e4ge verurteilt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/netflix.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/netflix-700x413.jpg\" alt=\"Netflix\" width=\"700\" height=\"413\" class=\"alignnone size-large wp-image-254600\" srcset=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/netflix-700x413.jpg 700w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/netflix-500x295.jpg 500w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/netflix-768x453.jpg 768w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/netflix.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Grundlage f\u00fcr diese Forderung basiert auf der Tatsache, dass das Gericht best\u00e4tigt hat, dass Netflix die Preiserh\u00f6hungen auf nicht zul\u00e4ssige Art und Weise umgesetzt hat. Die Anzeige eines Pop-up-Fensters mit einem Zustimmungs-Button reicht dem Richterspruch zufolge nicht aus, um eine wirksame Vertrags\u00e4nderung herbeizuf\u00fchren. Zwar habe der Kunde auf die Schaltfl\u00e4che mit der Aufschrift \u201ePreiserh\u00f6hung zustimmen\u201c geklickt, es sei jedoch nicht hinreichend klar gewesen, dass es sich um ein neues Vertragsangebot handelte, das auch h\u00e4tte abgelehnt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Preiserh\u00f6hungen nicht mit laufenden Leistungen verkn\u00fcpfen<\/h2>\n<p>Vereinfacht gesagt: Netflix kann den Preis zum Datum der Verl\u00e4ngerung des Abos erh\u00f6hen, muss aber die bezahlte Leistung bis zu diesem Termin wie gewohnt erbringen und den Nutzer getrennt davon entscheiden lassen, ob er sein Abonnement zu den neuen Konditionen verl\u00e4ngern will.<\/p>\n<p>Das Gericht hat damit verbunden auch eine Klausel in den Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen von Netflix f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt, die es dem Unternehmen erlaubt hat, Preise einseitig zu erh\u00f6hen, ohne zugleich eine Verpflichtung zur Senkung bei sinkenden Kosten vorzusehen. Eine solche einseitige Befugnis stelle eine unangemessene Benachteiligung dar und gen\u00fcge nicht den Anforderungen des deutschen Vertragsrechts.<\/p>\n<h2>\u00dcber Anspruch wird wohl im Einzelfall entschieden<\/h2>\n<p>Eine Revision wurde vom Landgericht K\u00f6ln abgelehnt. Die rechtlichen Fragen seien bereits durch obergerichtliche Rechtsprechung ausreichend gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Den juristischen Erfolg hat der Netflix-Abonnent dem K\u00f6lner Anwalt Christian Solmecke zu verdanken. Dieser <a href=\"https:\/\/www.wbs.legal\/allgemein\/netflix-unterliegt-vor-gericht-lg-koeln-erklaert-preiserhoehungen-fuer-rechtswidrig-82821\/\">informiert auf seiner Webseite<\/a> auch ausf\u00fchrlich zu dem Sachverhalt und bietet dort erg\u00e4nzend einen Musterbrief zum Herunterladen an, mit dessen Hilfe Netflix-Kunden den Videodienst zur R\u00fcckerstattung der zu viel bezahlten Beitr\u00e4ge auffordern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ob man als Netflix-Nutzer ebenfalls Anspruch auf eine R\u00fcckzahlung hat, ist allerdings fraglich. Nach Angaben der klagenden Kanzlei betrifft das Urteil grunds\u00e4tzlich nur den konkreten Einzelfall, k\u00f6nne aber Signalwirkung f\u00fcr weitere Verfahren haben. Weitere R\u00fcckforderungen m\u00fcssten aber wohl ebenfalls vor Gericht durchgesetzt werden. Es ist nicht anzunehmen, dass Netflix hier ohne jeden Widerstand kapituliert.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/58708510f8634bd5a5a9f5541969d8ba\" width=\"1\" height=\"1\" no-lazy class=\"tracking\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/www.ifun.de\/koelner-gericht-erklaert-netflix-preiserhoehungen-fuer-rechtswidrig-254598\/\"><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/netflix-150x150.jpg\" class=\"alignright tfe wp-post-image\" alt=\"Netflix\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/><\/a><p>Das Landgericht K\u00f6ln hat in einem aktuellen Urteil mehrere Preiserh\u00f6hungen von Netflix f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt. Ausschlaggebend daf\u00fcr war die Klage eines Nutzers, der seit 2017 ein Premium-Abo bei Netflix innehat und gegen die zwischenzeitlich erfolgten Preiserh\u00f6hungen geklagt hat. 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