{"id":18437,"date":"2011-11-04T15:34:19","date_gmt":"2011-11-04T14:34:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ifun.de\/?p=18437"},"modified":"2011-11-04T16:44:08","modified_gmt":"2011-11-04T15:44:08","slug":"apple-supply-chain-strategy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ifun.de\/apple-supply-chain-strategy-18437\/","title":{"rendered":"Wie bedeutend ist Apples Supply-Chain-Strategy?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-18443\" src=\"http:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/nav_manufacturing20100920.png\" alt=\"\" width=\"98\" height=\"98\" \/>Das US Nachrichtenportal <a href=\"http:\/\/www.businessweek.com\/magazine\/apples-supplychain-secret-hoard-lasers-11032011.html\">Businessweek<\/a> hat sich in einem aktuellen Artikel mit Apples Zulieferer-Strategie befasst. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Tim Cook, ehemaliger <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chief_Operating_Officer\">COO<\/a> (operativer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer) und mittlerweile <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chief_Executive_Officer\">CEO<\/a> (Vorstandsvorsitzender) von Apple, eine kluge Hand beim Aufbau und der Sicherung langanhaltender und effizienter Zuliefererketten beweist.<\/p>\n<p>Schl\u00fcssel hierzu sind nicht nur die gro\u00dfen Margen, in denen Apple bei seinen Zulieferern bestellt, sondern auch die genaue Kontrolle aktueller Absatzzahlen und entsprechende Anpassung der Produktion. Apple analysiert regelm\u00e4\u00dfig seine Abs\u00e4tze um die Produktion wenn n\u00f6tig anzuheben oder zu senken, wodurch der Konzern aus Cupertino gro\u00dfteils auf Lagerbest\u00e4nde verzichten kann. Das ist auch der Grund daf\u00fcr, wieso es Apple schafft zu jeder \u00dcberarbeitung einer ihrer Produkte den Verkauf der Vorg\u00e4ngergeneration \u00fcber Nacht in den eigenen Retail Stores und dem Online Shop einstellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei einigen konkurrierenden Firmen kann man oft beobachten, dass sie versuchen ihre \u00e4lteren Modelle zu verramschen, wenn sie ein neues Ger\u00e4t vorstellen. Dies ist einer Produktion auf Halde geschuldet, die es bei Apple quasi nicht gibt.<\/p>\n<blockquote><p>Nobody wants to buy sour milk (Timothy Cook)<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more-->Nat\u00fcrlich birgt dieses Vorgehen eine gewisse Gefahr pl\u00f6tzlicher Lieferengp\u00e4sse. In diesem Fall w\u00e4re Apple mangels entsprechender Lagerbest\u00e4nde v\u00f6llig aufgeschmissen. Um solchen Gefahren entgegenzuwirken vereinbart Apple h\u00e4ufig fr\u00fchzeitig Exklusivvertr\u00e4ge mit seinen Zulieferern und bezahlt sie f\u00fcr gew\u00f6hnlich bereits \u00fcber viele Monate im Voraus. Ebenfalls beteiligt sich der Konzern durch Know-How und finanzielle Mittel an der Entwicklung sowie dem Bau neuer Produktionsstra\u00dfen. So kann Apple seine Zulieferer an sich binden und verhindern, dass sie zu Gunsten eines anderen aus den Vereinbarungen aussteigen.<\/p>\n<p>Das bedeutet im R\u00fcckschluss nat\u00fcrlich einen direkten Nachteil f\u00fcr Apples Konkurrenz. Andere Firmen k\u00f6nnen keine Produkte eines Zulieferers erwerben, wenn dieser mit seiner Produktion f\u00fcr Apple voll ausgelastet ist. Vor dem Verkaufsstart des iPhone 4 im Juli des letzten Jahres konnten Apples Konkurrenten wie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/HTC_Corporation\">HTC<\/a> nicht gen\u00fcgend Displays f\u00fcr ihre Ger\u00e4te kaufen, da die Hersteller mit Apples Auftr\u00e4gen besch\u00e4ftigt waren. Und f\u00fcr das iPad 2 hatte Apple so viele Pr\u00e4zisionsbohrer f\u00fcr die Fertigung der Geh\u00e4use geordert, dass andere Hersteller, die sp\u00e4ter geordert hatten, mit Lieferzeiten von sechs Wochen bis sechs Monaten rechnen mussten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zulieferer selbst ist Apples Vorgehen Segen und Fluch zugleich. Einerseits sorgt Apple mit seinen Gro\u00dfbestellungen f\u00fcr garantierte Ums\u00e4tze \u00fcber Monate, wenn nicht sogar Jahre, hinweg. Andererseits verlangt Apple jedoch auch entsprechende Mengenrabatte. Viele Produzenten nehmen die etwas geringeren Gewinne jedoch gerne in Kauf, statt Gefahr zu laufen zeitweise gar keine Auftr\u00e4ge zu erhalten, was Verluste bedeuten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Apple macht allerdings nicht bei den Zuliefererbetrieben halt, sondern k\u00fcmmert sich ebenso um gesicherte Versandwege. Um die rechtzeitige Lieferung des <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/IMac_G3\">Bondi Blue iMac<\/a> zum Weihnachtsfest garantieren zu k\u00f6nnen, hatte Jobs damals f\u00fcr 50 Millionen US$ fr\u00fchzeitig s\u00e4mtliche Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Luftfracht f\u00fcr die Weihnachtszeit gebucht. Konkurrenten wie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Compaq\">Compaq<\/a>, die zu sp\u00e4terem Zeitpunkt ebenfalls Frachtraum f\u00fcr diese Routen buchen wollten, gingen leer aus.<\/p>\n<p>Apples Supply-Chain-Strategy kann also mit gewissem Recht als &#8222;aggressiv&#8220; bezeichnet werden. Zumindest in Relation zur Konkurrenz, die doch eher zaghaft vorgeht. In Cupertino ist man scheinbar von dem Erfolg der eigenen Produkte \u00fcberzeugter, als  das in anderen Firmen der Fall ist. Neben einem gewissem Wagemut geh\u00f6rt zu diesem Erfolg aber ebenso genaue Marktbeobachtung, Verhandlungsgeschick und Organisationstalent, sowie ein \u00fcberzeugendes Produktportfolio.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/www.ifun.de\/apple-supply-chain-strategy-18437\/\"><img width=\"98\" height=\"98\" src=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/nav_manufacturing20100920.png\" class=\"alignright tfe wp-post-image\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/><\/a><p>Das US Nachrichtenportal Businessweek hat sich in einem aktuellen Artikel mit Apples Zulieferer-Strategie befasst. 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