{"id":121557,"date":"2018-04-25T18:49:39","date_gmt":"2018-04-25T16:49:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ifun.de\/?p=121557"},"modified":"2018-04-25T18:50:12","modified_gmt":"2018-04-25T16:50:12","slug":"urteil-google-muss-auf-kunden-e-mails-individuell-reagieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ifun.de\/urteil-google-muss-auf-kunden-e-mails-individuell-reagieren-121557\/","title":{"rendered":"Urteil: Google muss auf Kunden-E-Mails individuell reagieren"},"content":{"rendered":"<p>Gute Nachrichten f\u00fcr Nutzer, die sich in den vergangenen Jahren schon mal \u00fcber die schlechte Erreichbarkeit des Google-eigenen Kundendienstes ge\u00e4rgert haben. Dieser existiert zwar, ist jedoch vornehmlich damit besch\u00e4ftig die &#8222;richtigen Kunden&#8220; des Unternehmens, also die Werbepartner und Anzeigenkunden zu unterst\u00fctzen und reagiert nur in Ausnahmef\u00e4llen auf die Anliegen der Anwender, die die kostenlosen Services des Unternehmens nutzen. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/im-namen-des-volkes.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/im-namen-des-volkes.jpg\" alt=\"Im Namen Des Volkes\" width=\"500\" class=\"aligncenter size-full wp-image-121559\" srcset=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/im-namen-des-volkes.jpg 1000w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/im-namen-des-volkes-300x196.jpg 300w, https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/im-namen-des-volkes-768x502.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie das Kammergericht Berlin jetzt nach einer Klage des <a href=\"https:\/\/www.vzbv.de\/pressemitteilung\/google-muss-kommunikation-e-mail-ermoeglichen\">Verbraucherzentrale Bundesverbands<\/a> (vzbv) festgestellt hat, darf Google auf Kunden-Anfragen an die im Impressum genannte E-Mail-Adresse nicht mit einer automatisch erzeugten Standardantwort reagieren, die Verbraucherinnen und Verbraucher lediglich auf Hilfeseiten und andere Kontaktm\u00f6glichkeiten verweist. <\/p>\n<p>Das Gericht best\u00e4tigt damit die Forderung des vzbv, der behauptet hatte, Verbraucher h\u00e4tten ein Recht darauf, dass sie Online-Anbieter per E-Mail erreichen und unkompliziert Kontakt aufnehmen k\u00f6nnen. Googles Umgang mit den Kundenanfragen, diese gar nicht erst zu lesen, w\u00fcrde gegen geltendes Recht versto\u00dfen.<\/p>\n<h2>Kontaktformular reicht nicht aus<\/h2>\n<p>Zwar ist das Urteil des Kammergerichts noch nicht rechtskr\u00e4ftig &#8211; wegen der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung der Rechtssache hat das Gericht die Revision beim Bundesgericht zugelassen &#8211; d\u00fcrfte aber spannende Folgeverhandlungen vorbereiten. So unterstrichen die Richter, dass Kontaktformulare, Online-Hilfen und Nutzerforen nicht die gesetzlich vorgeschriebene M\u00f6glichkeit ersetzen k\u00f6nnte, einen E-Mail-Kontakt anbieten zu m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Das Urteil des Kammergerichts Berlin l\u00e4sst sich unter dem Aktenzeichen 23 U 124\/14 <a href=\"https:\/\/www.vzbv.de\/sites\/default\/files\/downloads\/2018\/04\/24\/180424_google_kg_u_12842-8_kontaktaufnahme_email.pdf\">in diesem PDF einsehen<\/a>. Der vzbv fasst den Fall in seiner nun ver\u00f6ffentlichten Pressemitteilung zusammen: <\/p>\n<blockquote><p>Kommerzielle Betreiber von Webseiten sind nach dem Telemediengesetz dazu verpflichtet, ihren Kunden eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation zu erm\u00f6glichen \u2013 zum Beispiel, f\u00fcr Fragen zum Vertrag oder zu den angebotenen Produkten. Daf\u00fcr m\u00fcssen sie eine E-Mail-Adresse angeben.<\/p>\n<p>Die von Google im Impressum genannte Adresse entpuppte sich allerdings als \u201etoter Briefkasten\u201c. Kunden, die eine E-Mail an support.de@google.com schickten, bekamen eine automatisch generierte Antwort mit dem Hinweis: \u201eBitte beachten Sie, dass aufgrund der Vielzahl von Anfragen E-Mails, die unter dieser E-Mail-Adresse eingehen, nicht gelesen und zur Kenntnis genommen werden k\u00f6nnen.\u201c Google verwies in der Antwort-Mail vor allem auf seine Hilfeseiten, \u00fcber die \u201egegebenenfalls\u201c auch Kontaktformulare erreichbar seien.<\/p>\n<p>Das Gericht schloss sich der Auffassung des vzbv an, dass dieser Umgang mit Kundenanfragen gegen das Telemediengesetz verst\u00f6\u00dft. Die Angabe einer E-Mail-Adresse, bei der erkl\u00e4rterma\u00dfen ausgeschlossen sei, dass Google vom Inhalt der eingehenden E-Mails Kenntnis erlangt, erm\u00f6gliche keine individuelle Kommunikation. Diese werde im Gegenteil verweigert. Auch mit einem f\u00fcr alle F\u00e4lle von Anfragen vorformulierten Standardschreiben werde das Kommunikationsanliegen des Kunden letztlich nur zur\u00fcckgewiesen.<\/p><\/blockquote>\n<h6><a href=\"https:\/\/depositphotos.com\/portfolio-2001403.html\">Header-Bild: Maglara | depositphotos.com<\/a><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/www.ifun.de\/urteil-google-muss-auf-kunden-e-mails-individuell-reagieren-121557\/\"><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/images.ifun.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/google-campus-dp-150x150.jpg\" class=\"alignright tfe wp-post-image\" alt=\"Google Campus Dp\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/><\/a><p>Gute Nachrichten f\u00fcr Nutzer, die sich in den vergangenen Jahren schon mal \u00fcber die schlechte Erreichbarkeit des Google-eigenen Kundendienstes ge\u00e4rgert haben. 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