Zukunft ohne Zufall – Für und Wider von Indoor-Navis

29 Kommentare

Vor gut einem Monat hat Apple den Indoor-Ortungsdienst WiFiSLAM übernommen. Viele von euch haben sich vielleicht damals am Kopf gekratzt und gefragt „So what? Um im Supermarkt die Milchtüte zu finden, brauche ich keine Karte.“ Notfalls kann man fragen – und lernt dabei sogar noch seinen Traummann kennen.

Auch sonst scheint der Navi für den Innenbereich eher eine Spielerei zu sein, eine Laune des technisch Möglichen.

wifislam

Doch neben der Anwendung solcher Dienste bei ganz alltagspraktischen Problemen, tun sich auch ein paar ungeahnte Chancen auf – fragt sich nur: Für wen?

Fangen wir mit dem Positiven an:

  • Eine ganze Reihe von Flughäfen weltweit hat das Potenzial dieser Dienste erkannt und bietet seinen Kunden einen entsprechenden Service an. Auf einem so großen Flughafen wie Frankfurt kann das eine echte Erleichterung sein.
  • Aber nicht nur für Urlauber ist die Navigationshilfe praktisch. Auch Rettungskräfte können dadurch wertvolle Minuten sparen. Allerdings ist im Notfall auf das System kein Verlass, da bei Stromausfällen auch das WLAN betroffen ist.
  • Umgekehrt könnte man auf Basis der Wege, die Nutzer dieser Dienste nehmen, verbesserte Flucht- und Rettungspläne entwickeln (bspw. indem man das Verhalten zu unterschiedlichen Tageszeiten beachtet). Große Gebäudekomplexe könnten solche Daten also durchaus sinnvoll implementieren.
  • Einen Nutzen ganz anderer Art verspricht sich die moderne Lagerlogistik: Eine durchgehende Objektverfolgung in Echtzeit würde eine erhebliche Effizienzsteigerung bedeuten.

Damit wären wir auch schon beim komplizierten Teil:

  • Besagte Live-Ortung angewendet auf das Objekt Mensch wäre für den Handel ein Glücksfall: Kundenorientierte Werbung, die euch genau das anbietet, was ihr eben erst noch gesucht habt. Das alles und noch viel mehr.
  • Das gibt es natürlich dank Google Now (ifun berichtete) schon. Allerdings wäre eine solche Technologie für den Innenbereich noch effizienter: Wir sind bereits da, wo Kaufentscheidungen getroffen werden.
  • Und vielleicht spricht euch ja eines Tages der Verkäufer gleich mit eurem Namen an, hält schon euer Lieblingsgebräu in der Hand und hat wie von Zauberhand bereits eine Reihe von Jeanshosen in eurer Konfektionsgröße ausgewählt. Es gibt bereits Versuche von Supermärkten, Kunden anhand ihrer Einkaufszettel strategisch klug durch die Mall zu lotsen.

Aber noch scheinen solche Szenarien, in denen wir alle im Gleichtakt klingen und nur noch als Konsumenten gebraucht werden, fern. Zumal die bisherigen Anwendungsmöglichkeiten von Indoor-Navis noch nicht allzu interessant sind. Trotzdem wir sollten nicht vergessen, dass nicht die Karten das eigentlich Wertvolle an der ganzen Sache sind, sondern wir.

Diskussion 29 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  1. Indoor Navis werden auch irgendwann kommen! Erstrecht mit Google Glass und anderen Projekten dieser Art die noch kommen werden!

    — Name?
      • An allen Ecken des Gebäudes hängen wlan Router, deren Position bekannt sind. Aus den empfangbaren Geräten und deren Signalstärke kann das iPhone dann seinen (ungefähren) Standort berechen.
        So zumindest meine Theorie :D

        — maeaeck
      • Wie genau soll das denn sein?
        Außerdem müssten dazu wirklich alle Netze bekannt sein. Sonst wird’s ungenau.

        — Tomtom
      • Es müssen nicht alle Netze bekannt sein. Du bist in einem Netz, bei dem es mehrere Router gibt. Je nachdem was GPS, Galileo und WiFi für Daten übermitteln kann man dann die Ortung durchführen.

        Appfel
    • Denke ich auch, aber ich stell mir die Frage in ich das auch überall will. Flughäfen, Behörden und sowas ja, aber beim Einkauf?

      — Andreasle
  2. Museen fallen mir da spontan als Anwendungsgebiete ein. Es gibt ja jetzt schon in vielen Museen Headsets, die einem standortabhängig Informationen ins Ohr flüstern. Wenn man stattdessen das eigene Handy nehmen könnte, hätte man zusätzlich noch optische Informationen und das Museum weniger Aufwand.

    — Alex
    • Das gibt’s schon, auf Schloss Schönbrunn in Wien zB. Nur ist es da als Web-App gelöst und das ohne WLAN bei schlechtem bis gar keinem Handyempfang. Damit leider ziemlich sinnlos, musste zum Audioguide zurück.

      — Benne
  3. Eine Bitte. Könnt Ihr bei Eueren Beiträgen und besonders bei Kommentaren den Verfasser oder das Kürzel des Verfassers mit aufführen.
    Danke!

    — dembi
  4. indoornavigation ist vor allem interessant für senioren und menschen mit behinderung, speziell rollstuhlfahrer

    — Robo Term
  5. Ich hätte so ein Ding gut beim letzten Amtsgang gebrauchen können…
    Zimmer 406 hörte sich einfach an.
    4ter Stock 6. Zimmer… Oder auch nicht.
    Im Stockwerk angekommen gabs nen Wegweiser nach links: 401 – 405, rechts war 412-420…

    Also wieder runter 15 Minuten an der überfüllten Info warten…
    Jaaa, 405 ist im anderen Gebäudeteil, da gehen sie in den 2ten Stock, dann ganz nach links über den Übergang…
    Oder hier raus, um das Gebäude rechts rum….

    — Micha
  6. Ich würde es wirklich praktisch finden, stell dir vor du kommst mit dem Zug am Bahnhof an und musst Umsteigen. Das Navi sagte dir genau wohin du musst und wie lange du zeit hast. Purer Luxus wäre es, wenn der Anschlusszug mit eingebunden wäre, und dieser dann merkt “ah ok” da kommt noch wer ich warte die ca. 23 Sekunden noch. Wenn das System auf soerwas hinausläuft, immer herdamit.

    — Magnadoodle
  7. Das mit der Kundenansprache ist im Premiumsegment bei Bekleidung schon möglich, gleiches gilt für Werbung…aber RFID scheint mir da eher die Zukunft zu sein als WLAN

    — Konze
  8. Also meine freunde in der usa brauchen das heute schon um die läden zu finden… Bitte bedenkt das die shoppingmalls in den usa bisschen grösser sind

    — Marco
  9. Traummann treffen und der Verkäufer, der mit einer Jeans in passender Konfektionsgröße auf einen wartet?

    Entweder hat den Artikel eine Frau geschrieben oder jemand, der heimlich Gender Studies studiert! ;)

    — knibbelbob
  10. Fände ich wirklich sehr gut zB beim einkaufen:
    Zuhause alles in der App ankreuzen und im Laden dann geführt sehr gezielt durch die Gänge geleitet werden. Super.

    — Karl
  11. Ich denke schon, dass es Anwendungsbereiche geben wird! Auch ein Beispiel: Aktuell arbeiten Auto-Navis mit GPS und den Rad-Informationen um auch im Tunnel gute Informationen bieten zu können. Das reine GPS-Navi, z.B. iPhone kann im Tunnel keine Ausfahrtsinformationen und Stau-Ermittlungen durchführen. Dann natürlich große Gebäude.

    Aber noch viel stärker: ich habe (noch) kein Auto und nutze U- und S-Bahn. Oberirdisch ist der Empfang tip-Top! Unterirdisch geht die Ortung nur soweit: Du bist noch in München… Stationen können nicht angezeigt werden! Und der ICE hat auch Ortungs- (und Empfangs-) Probleme!

    Appfel

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