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Stolperstein winmail.dat: Mail-Anhänge auf dem Mac öffnen

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30 Kommentare 30

Gelegentlich kommt es vor, dass im eigenen Postfach E-Mails landen, die zunächst vollkommen leer erscheinen oder nur ein paar Textzeilen enthalten. Erst auf den zweiten Blick findet man im Anhang dann eine Datei mit dem Namen winmail.dat. Der Verdacht, es handele sich um einen Virus scheint da zunächst naheliegend, allerdings ist das nicht zwangsläufig der Fall. Auslöser für diese ungewöhnlichen Mails kann auch der Absender sein.

Die Problematik tritt auf, wenn ein Outlook-Anwender seine Mails über einen Exchange-Server versendet. Der Exchange-Server verwendet zum Versand ein MIME-Format, sofern der Empfänger im Adressbuch als Rich-Text-Empfänger hinterlegt ist. Das es sich dabei nicht zwangsläufig um einen Outlook-Nutzer handelt, ist dem Server egal. Diese Empfänger erhalten dann Mails mit dem berüchtigten winmail.dat-Anhang.

Wer dem Absender nicht einen Hilferuf schicken möchte, um die Mail noch mal im Mac freundlichen Format zu empfangen, der greift zu einem Hilfsmittel. Dazu bieten sich unterschiedliche Programme an. Zum einen das 1,79 € teure Winmail Extractor oder das kostenlose TNEF’s Enough. Es finden sich allerdings auch weitere Alternativen im Mac App Store und bei diverse Anbietern, die zum Teil deutlich teurer sind, wie etwa Letter Opener Pro für 22 Euro, dass sich aber dann direkt in das Mail-Programm integriert.

winmail

TNEF’s Enough und Winmail Extractor arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Sobald ihr eine E-Mail empfangen habt, die einen Winmail.dat Anhang enthält, könnt ihr diesen Anhang auf das jeweilige Programm-Symbol ziehen. Beide Programme zeigen euch dann umgehend den Inhalt der Datei an. TNEF’s Enough beschränkt sich auf eine einfache Darstellung von Text und einem Anhang-Feld, was aussieht wie die Darstellung eines sehr einfachen E-Mail-Programms. Dagegen zeigt der Winmail Extractor das ganze grafisch aufbereitet an und ermöglicht auch per Quicklook einen Blick auf die anhängenden Dateien, etwa Bilder oder PDFs zu werfen. Die Inhalte der Datei, die ihr benötigt, könnt ihr anschließend per Drag & Drop in den Finder ziehen. In der Regel werden das die zusätzlichen Anhänge sein, da die meisten Mails den reinen Text enthalten.

Wer also nur gelegentlich mal den Inhalt einer Winmail.dat Datei auslesen muss, kommt mit dem kostenlosen TNEF’s Enough bestens zurecht. Wer häufiger solche Mails empfängt, ist eventuell mit dem Winmail Extractor besser beraten, da er per Quicklook einfach schneller erkennt, ob er die Anhänge benötigt. Wer ständig mit der Problematik zu kämpfen hat, sollte entweder die Absender entsprechenden Mails darüber informieren oder er muss zum Letter Opener Pro greifen. Das sollte aber in der heutigen Zeit nicht mehr unbedingt notwendig sein.

PS: Da sich die Formate von Outlook von Zeit zu Zeit ändern, kann es immer mal sein, das aktuelle Winmail.dat Daten nicht von den Programmen entschlüsselt werden können. Dann heißt es auf ein Update werten oder kurzzeitig ein anderes Programm testen.

Mittwoch, 16. Jul 2014, 15:08 Uhr — Andreas
30 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
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  • Danke, danke, danke!! Ich habe bisher Immer den umständlichen Weg genommen, dem Absender eine Email zu senden. Da kamen dann immer so blöde Sprüche: „Ahhaa, dein Mac kann wohl doch nicht alles“, oder “ Des haste von deinem Apple-Schrott“.
    In Zukunft werde ich den Spötter eines besseren belehren können ;)

    • Du solltest über die spotten, denn deren E-Mail-Programm arbeitet nicht nach Standard. Dies ist beim besten Willen kein Apple Problem!

      • Ach wie schön wäre es, wenn Apple beim Mail-Programm nach Standard arbeiten würde. :(

      • Ja. HTML5 und S/MIME ist nicht so das Ding von Outlook. Ganz schlimm bei den Mobilen Versionen.

    • Microsoft sollte sich mal an Standards halten!

      Ich frage auch bei Wordund Co nach. Finde es vermessen, wenn der Absender über den Empfänger Annahmen trifft.
      Auch WinUser müssen kein Office haben.

    • Microsoft sollte sich mal an Standards halten!

      Ich frage auch bei Wordund Co nach. Finde es vermessen, wenn der Absender über den Empfänger Annahmen trifft.
      Auch WinUser müssen kein Office haben.

  • Also ich schreibe meinem Gegenüber dann dass er bitte ein E-Mail Programm nutzen soll und keine aufgeblasenes MS-Programm. Mag sein, dass Exchange für Firmen unverzichtbar ist, das hat aber nichts mit mir zu tun und ich kann darüber nur lachen. Ich habe oft genug mit Outlook zu tun gehabt, da sind einfachste Sachen so unnötig kompliziert. Ich werde. Ich auf jeden Fall nicht nach Mircrosoft richten, die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei.

    • habe erst kürzlich unsere firmenmails auf office365 umgestellt. und jetzt kommen wir fast nicht mehr drum herum, outlook zu nutzen. hintergrund: es fibt keine möglichkeit, gruppenkalender, -adressbücher oder -postfächer anders abzurufen. ok, mit outlook könnte man sich am mac gerade noch abfinden, aber was ist mit iPhones und iPads? ein grund, mich nochmals umzuschauen.

  • Danke für diesen und viele andere Hinweise. Wirklich hilfreich und .dat war wirklich nervig. Bis heute.

  • Und wie sieht die Lösung aus, die ich schon beim versenden anwenden kann?

    • Das Problem ist eine RTF-formatierte Email. Den Absender bitten, die Email noch mal als reinen Text oder HTML-formatiert zu senden. Es gibt auch eine Möglichkeit die RTF-Formatierung komplett abzuschalten.

  • Das Problem haben nicht nur Mac-Nutzer! Viele Jahre habe ich über einen eigenen Exchange Account meine E-Mails beruflich verarbeitet. Ganz oft kam auch von Kunden die keinen Mac hatten das Gejammere, was ist das für eine WINMAIL.DAT Datei, die ich da versendet habe…

    • Kann ich bestätigen. Auf unserem Geschäfts-PC ist kein Outlook sondern Lotus Notes. Hatte ebenfalls das Problem, dass immer wieder unverständliche Winmail.dat Anhänge hereinkommen.

  • Ich hatte gestern exakt die Situation eine winmail.dat zu erhalten!! Der Absender erwähnte aber, das er eine PDF-Datei schicken wollte. Habe dann unser aller Freund Google gefragt, und siehe da…..es winkte eine einfache und kostenneutrale Lösung: Die winmail.dat auf den Schreibtisch kopieren, die Dateiendung von .dat auf .pdf ändern und schon…… war die Datei zu öffnen.

    • ja, geht aber nur, wenn man weiss was kommt. hab bisher auch immer den „trick“ mit der änderung der dateiendung in .pdf verwendet.

      die winmail.dat datei enthält den textteil und alle anlagen. wenn dies mehrere pdfs sind, sieht man durch umbenennen oft nur eine und übersieht die hälfte.

    • Hab es genauso gemacht, einfach in den Schreibtisch kopiert, „.dat“ gelöscht und „.pdf“ angehangen. Und voila, ganz einfach zu öffnen.
      Mein Sytem ist Macbook Pro mit Mac OS X 10.6.8.
      Danke für den Tipp.
      Torsten

  • Hmm, also für mich sollte Apple die Lösung integrieren… Auch wenn es nicht an Apple liegt, es scheint ja möglich zu sein…

  • Habt ihr mal versucht, die winmail.dat in winmail.zip umzubenennen und dann zu entpacken. Bei mir funktioniert das in den allermeisten Fällen.

  • was habt ihr nur alle!!! gibt doch outlook fürn mac. ist doch ein super programm. wenn man darauf steht das 95% des codes aus delay(100) besteht :P

  • toll das ich heite den hanzen vormittag nach so einem programm gesucht habe!
    hab mich auch für TNEF entschieden, funktioniert super!
    ein anderes problem mit mail, dessen man sich mal annehmen müsste:
    unterschiedliche schriftarten und grössen, die beim windows-empfänger ankommen (peinlich), obwohl in mail alles gleich formatiert ist, und achja
    könnte man bitte mal das inline attachement view deaktivieren? bei geschäftlichen mails mit plananhängen wird das seeeeehr unübersichtlich….
    ich will nicht auf outlook umsteigen, das unverschämterweise nicht mal die vorhandenen mails von apple mail importieren kann!!!!!!!

  • Hallo,
    habe zwar windows und eine icloud adresse, die ich eigentlich nur über das Ipad abrufe, gelegentlich im browser. Gibt es auch solche Freeware-Programme für Windows? Bin noch gar nicht auf die Idee gekommen die Icloud Mail im Thunderbird oder Outlook einzurichten, würde das das Problem beheben? Was muss denn der Absender genau ändern, damit ich seine Anhänge auf dem Ipad sehe?

    Gruß

  • Tja, das hängt wohl von den Geschäftsbeziehungen ab. Mancher wird sich solche Software wohl kaufen wollen, um bloß den Absender nicht zu pikieren; ich persönlich neige dazu, Mails in einem lesbaren Format zu erbitten. Ich kaufe mir schließlich auch kein Office, nur weil Leute sich die Unsitte nicht abgewöhnen wollen, docs durch die Gegend zu mailen. ;)

    Sehr ärgerlich, dass Microsoft dieses nicht eben neue Problem nicht in den Griff zu kriegen scheint… (das Gleiche gilt für Mails in allen (un)möglichen Schriftgrößen).

  • Hallo,

    am MS Outlook ist das Hauptproblem, das genutzte Email-Format. Sobald jemand in RTF das Mail schreibt, kommt eine winmail.dat heraus! Stellt der Outlook User auf html um, gibt es keine Probleme!
    Interessant ist jedoch auch, dass im Outlook die Signatur auch als Attachment ankommt, wenn man ein Mail mit Signatur vom IPhone aus verschickt.

  • Ein lästiges Thema, das auch mit Geschäftspartnern auftritt, die Lotus Notes als E-Mail-Lösung einsetzen (ja, das gibt’s noch).

  • Vielleicht kann mir jemand bei folgenden Problemen helfen. Komplette Mails mit PDF anhängen werden in Outlock gespeichert per Dropbox ans iPad geschickt und dort in GoodReader geöffnet teilweise können die Dinger mit ein paar Tricks dargestellt werden es wird aber immer nur eine PDF erkannt

  • es ist irgendwie auch ein Apple/ mail Programm Thema. Bei mails mit Anhangen von einem bestimmten Absender, die an 2 verschiedene mail accounts auf 2 verschiedenen Mac`s gesendet werden erscheint bei mir immer eine winmail.dat und bei dem Anderen eine .pdf
    Hat jemand eine Idee wie ich das über Einstellungen in mail oder sonstwie ändern kann?

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