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Das Bild einer Katze
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So war die iParty

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Das Bild einer Katze

Wie wir bereits angekündigt hatten, gab es gestern in Berlin die erste deutsche iParty. Organisiert vom Berliner Jugendrundfunksender Fritz war nahe liegend der Fritzclub im Postbahnhof als Location ausgewählt.

Als fleißige Berichterstatter hatten wir uns natürlich frühzeitig einen Platz auf der Gästeliste gesichert, und um auch ja nichts zu verpassen waren wir schon 5 Minuten nach dem offiziellen Einlassbeginn vor Ort.
Update: Jetzt mit Video.

Wir gehen rein:

Und wundern uns als erstes über die Frage des 2,20m großen Türstehers nach meinem Alter. Mit 24 fällt es schon schwer sich überhaupt zu Erinnern wie lange die letzten Fragen dieser Art zurückliegen. Aber alles kein Problem, nach Altersbekundung und einem zustimmendem Nicken meiner Begleitung kommen wir auch schon hinein ins Getümmel.
Als erstes, immerhin sind wir hier in Berlin, bekommen wir eine gratis Ganzkörper-Durchsuchung geboten. Von den erwarteten weißen iPod Kopfhörern, ist momentan noch nichts zu sehen. Egal, dafür treffen wir gleich einen der Veranstalter.

Infos vom Veranstalter:

Also lassen wir es uns nicht nehmen, gleich mal die wichtigen Fragen zu stellen. Zumal Bodo Beutel, von Radio Fritz anscheinend ein wenig Zeit und gute Laune mitgebracht hat.
Wie zu erwarten kommt die Idee der iParty natürlich aus London (wir erinnern uns: www.ipod-dj.com) und wurde von Fritz übernommen. Hier sei kurz zu erwähnen dass keinerlei Lizenzgebühren gezahlt werden mussten, die iParty an sich also nicht urheberrechtlich geschützt ist.. Sehr gut! Weiter erfahren wir von unserem Interviewpartner, dass die erste iParty wohl mehr als offenes Experiment zu verstehen ist. Und momentan noch nicht über die Zukunft weiterer iParties entschieden wurde. Bodo sagt: „Wenn heute alles gut läuft, und auf der, für den nächsten Monat geplanten Party auch, dann machen wir eine regelmäßiges Event daraus“. Na bitte, dass wollten wir hören, jetzt gibt’s noch einen Händedruck, denn man sieht sich ja nachher noch mal. Wir wollen endlich auf den Floor.

Die iDJ-Auswahl:

Kommen aber erstmal nur knappe 5 Meter weiter und werden von einem freundlichen Fritz-Mitarbeiter gefragt, ob wir denn nicht selbst Musik machen möchten. Das Flipchart zum einschreiben steht schon bereit. 15 Minuten Zeit gibt es jeweils für ein DJ–Team mit 2 Playern. Wir winken dankend ab, wundern uns aber ein bisschen warum erst 2 Djs eingetragen sind. 2 Minuten und eine kurze Unterhaltung später sind wir schlauer. Nicht jeder der will kann Musik machen. Nur jeder der will und Glück hat. Ein Losverfahren entscheidet über der Auftritt als iDJ. Mutige User treten vor, ziehen ein Los aus einem Eimer, und gehören wenn sie glück haben zu einem der 25 iDJ-Teams. Nach einem Blick in den Topf schätzen wir die Gewinnchancen auf 1:3.

Der Floor:

Aber jetzt. Noch eine Tür, und geschafft. Wir stehen auf der zugegebenermaßen noch recht überschaubaren Tanzfläche. Und können als erstes die Altersnachfrage des Türstehers nachvollziehen. Das Publikum dürfte im schnitt 21 Jahre jung sein, und zu 60 Prozent aus Mädchen bestehen. Ein Bier kostet 3 Euro und die zur Verfügung stehenden Sitzgelegenheiten sind alle bereits besetzt. Macht nichts, wir haben gute Laune und verteilen erst mal eine Hand voll iFUN.de-Lanyards.

Die iDJs:

Auf der Bühne fängt das erste iDJ Team gerade mit seinem Set an . 2 Mädchen, 2 iPods, 2 Uhren, ein Mischpult und eine Leinwand befinden sich auf der Stage. Der Leinwand ist dank eines Beamers und einer Powerpoint-Folie zu entnehmen wer gerade spielt und wer als nächstes dran ist. Die Uhren geben Auskunft über die aktuelle Zeit und die verbleibenden Restminuten der beiden DJs. Schön finden wir die niedliche Semiprofessionalität des Mannes hinter dem Beamer. Der die Powerpointfolien „on-the-fly“ ändert und ab und an auch mal die Schriftgröße nachjustiert. Ok, jetzt erst mal noch ein Bier, und abwarten wie lange es noch dauern wird bis sich der Postbahnhof so langsam füllt.

Die Musik:


Wir nehmen also auf dem Bühnenrand platz, immerhin sollen auch noch ein paar Fotos gemacht werden, und hören uns erst einmal die Musikauswahl der ersten 4 iDJ Teams an. Verblüffend wenig Titel die man nicht mit Namen oder aus den Charts kennt. Nirvana, 50 Cent, Outcast und Fettes Brot seien hier stellvertretend für den Rest des Abends genannt. Wo bleibt der Mut zur Individualität. Keine Klassik, kein kurdischer Rap, keine Kinderlieder, kein Punk und kein wirklicher harter Metal oder laute Elektromusik. Im Großen und Ganzen schlägt sich auch hier der Mainstream seine Schneise. Aber – und das ist ja die Hauptsache – die Crowd geht ab. Jedes iDJ-Team bekommt seine Credits in Form von kurzem oder langem Applaus, und alle sind gut drauf. Mittlerer weile geht es gegen 24 Uhr und die Halle ist voll. Ob wir noch erwähnen sollten, dass es auch der eine oder andere eigentlich noch unveröffentlichte Track durch die Boxen des Fritzclubs geschafft hatte ? Wohl besser nicht.

Mediale Aufmerksamkeit:

Was auffällt sind die Blitzlichter, die hin und wieder durch die Menge zucken. Das mediale Interesse vor Ort ist ausgesprochen ausgeprägt, neben den Kollegen von Macwelt laufen uns immer wieder 2 Kamerateams vom RTL-Nachtjournal, ein Reporter des Tagesspiegel und etliche Freelancer über den Weg. Und das, obwohl Fritz der eigenen iParty nur 4 Tage offiziellen Vorlauf gegeben hat. Aber diese knappe Woche an Radiowerbung und Weblinks scheint ausgereicht zu haben, denn inzwischen steht man schon lockere 5 Minuten an der Bar um das nächste Bier zu bestellen. Wir sind immer noch auf der Bühne und wollen jetzt mal hinter die Kulissen schauen. Also ziehen wir zum Mischpult und schauen dem aktuellem iDJ-Team ein wenig auf die Finger.

Die Player:


Erst mal werden wir gut überrascht, denn die aktuellen Djs legen mit einem MD-Player und einem 23 Euro-MP3-Stick aus dem Discounter auf. Aber die Jungs machen ihre Sache gut – und ob nun gerade Attrac-Files oder lossless-codierte AAC-Dateien abgespielt werden, fällt niemandem auf. Allgemein lässt sich sagen, dass sich die iPods, wenn auch zahlreich vertreten, doch in der Unterzahl befinden. Grundsätzlich werden die Player Kopfhörereingang an das Mischpult angeschlossen. Vorteil: geht schnell. Nachteil: unterschiedliche Lautstärken werden erst nach 1 – 2 Sekunden nachjustiert. Das hat zwar alles seinen Charme, aber zwei iPod-Docks mit ihrem Line Out hätten das Mischen wohl deutlich einfacher gemacht. So haben wir zumindest mal die Chance einen Blick auf die Player der „Non-iPod-User“ dieser Welt zu werfen. Vom Nokia-Handy bis hin zum MP3-tauglichen Diskman war wirklich alles vertreten.

Die Bilder:

Gibt es hier !

Fazit:

Die erste deutsche iParty war auf jeden Fall ein voller Erfolg und wiederholenswert ist sie allemal. Jede Menge gut gelaunte Menschen und tanzbare Musik. Nächsten Monat sind wir wieder mit dabei – und wir sind jetzt schon gespannt auf iParty 2.0.

Updates:

  • Der Tagesspiegel zieht nach und veröffentlich nun auch seine Review.
  • Weiter gehts: Die Berliner Zeitung reiht sich ein.
  • Ein großes Danke an Jul vom confidence-mag, der uns freundlicherweise auf einen Mitschnitt des Pro7 iParty Reports aufmerksam gemacht hat, und diesen zum Download anbietet.
Freitag, 25. Mrz 2005, 18:00 Uhr — Nicolas
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