Smart Cover soll Herzschrittmacher deaktivieren: Ganz so schlimm ist es nicht

17 Kommentare

Im Moment macht die reißerische Schlagzeile die Runde, dass die im Smart Cover eines iPad versteckten Magneten einen Herzschrittmacher deaktivieren können. Ganz so schlimm ist es erfreulicherweise jedoch nicht.

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Konkret geht es bei der von einer Amerikanerin gemachten Entdeckung nicht um Herzschrittmacher, sondern implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren. In der Tat können die im Smart Cover verbauten Magneten diese kleinen „Elektroschocker“ deaktivieren. Die Geräte haben die Möglichkeit der Deaktivierung durch Magneten quasi als Sicherheitsfunktion implementiert. Die meisten davon schalten sich nach einer gewissen Zeit selbständig wieder ein, einzelne Modelle müssen manuell wieder aktiviert werden.

Patienten mit einem solchen, unter Umständen lebensrettenden Implantat sind in der Regel aber darüber informiert, dass die Auswirkungen von Magnetfeldern entsprechende Folgen haben können. Verschiedene Studien haben nämlich in der Vergangenheit bereits nachgewiesen, dass eine solche Fehlfunktion auch durch magnetische Namensschilder oder einen Kopfhörer verursacht werden können. Dennoch ist es sicherlich kein Fehler, die Betreffenden explizit auf die im Smart Cover verbauten Magneten hinzuweisen und zu entsprechend sorgsamem Umgang zu raten.

Diskussion 17 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
    • Genau so ist es, die Magneten sind ganz schöne Brummer. Und wenn die nicht exakt positioniert werden, der Defi piepst dann halt nicht, dann passiert da auch nichts.

      Man müsste also die Smart-Cover Magneten exakt über den Defi positionieren und dort belassen, und selbst dann dürfte die Stärke kaum ausreichen.

      Es ist uns schon passiert, das ein Defi von Boston Scientific mit einen Ringmagneten eines anderen Defi-Herstellers nicht zu deaktivieren war, obwohl der Defi auf Magnetreaktion programmiert war.

      Alles sehr merkwürdig.

      — medidec
  1. Man sollte sich als Betroffener da nicht verrückt machen lassen. Sicher können Magnetfelder die Funktionsfähigkeit eines ICD unter Umständen beeinflussen. Ich trage seit 2006 einen ICD in der Brust. Bei mir sitzt das Gerät etwa 5 cm unterhalb des linken Schlüsselbeins. Ich vermeide daher nur den direkten Kontakt dieser Stelle mit dem iPad/Smartcover, was mir allerdings schon aus optischen Gründen nicht besonders schwer fällt.
    In diesem Zusammenhang ist mir allerdings noch etwas ganz anderes aufgefallen: Bei der regelmäßigen ICD Kontrolle wird, um die Funktionssicherheit zu gewährleisten, eine Schockabgabe provoziert. Bisher habe ich dabei mein iPhone immer in der Hosentasche getragen. Dies hatte allerdings zur Folge, dass nach einiger Zeit die Hörerlautstärke nachließ und das Telefonieren unmöglich wurde. (Apple hat bisher die Geräte anstandslos ausgetauscht) Man kann also davon ausgehen, dass der ICD durch die Abgabe von Elektroschocks eher Einfluss auf die elektrischen Geräte in seiner Umgebung hat, als umgekehrt.

    — ralf13
  2. Und wieder wird mit einer Meldung auf Apple eingedroschen. Andere Hersteller haben auch Magnete verbaut. Die Windows Tablets werben zum Beispiel spgar damit, dass die Magnete in deren Tastaturcovern so stark sind, dass sie nicht ohne weiteres die Verbindung verlieren.
    Die sind daher doch gefährlicher.

    Aber auf Apple rum zu treten, macht halt eine aufmerksamkeitsstärkere Headline. Nichts gegen den Bericht hier. Es geht eher auf die ursprüngliche Nachricht. Und die typischen Apple Hater die, ohne weiter zu lesen, wieder Apple die Schuld an allem geben.

    — Anti78
    • Hast du die Quelle gelesen? Offensichtlich nicht. Denn dann wüsstest du, dass hier kein Gericht involviert ist. Diese Aussage stammt von einer 14-jährigen die an einem Wissenschaftswettbewerb teilgenommen hat und als wissenschaftlichen Beitrag die Wechselwirkungen zwischen Apples Smartcover mit Herzschrittmachern und ähnlichem untersuchte. Sie hat im übrigen noch nicht einmal damit gewonnen.
      Nix von wegen Gericht, Klage oder sonst was in der Richtung.

      — Cromax
      • Schuldige bitte, fühlst du dich jetzt etwa auf den Schlipps getreten?
        Es wäre ja nicht das erste mal, dass irgendjemand einen Konzern verklagt und damit vor Gericht gewinnt. Also chill mal wieder und ließ deine Quellen wieder…

        (Nur als Beispiel: Vorher stand auf den Kaffeebechern (aus Plastik) nicht: Vorsicht! Heiß! Verbrühungsgefahr! Seit dem sich aber einer an einem heißen Kaffee verbrüht hat… komisch, dass heißes Kaffee sowas schlimmes tun kann, und der Verbrühte vor Gericht gegangen ist, steht da jetzt komischerweise diese Information auf den Kaffeebechern drauf.)

        — KaroX
      • Toll, genau solche Beiträge führen dazu, dass Menschen mit echten Bedarf an ICDs immer öfter ablehnen. Eine Deaktivierung eines ICDs der aktuellen Generation mit einem Smart Cover ist ausgeschlossen (im implantierten Zustand). Sehr starke Magneten (Kopfhörer, Lautsprecher, Namensschilder) können zum Oversensing führen, jedoch nicht zum Deaktivieren. Oversensing führt unter Umständen zur inadäquaten Schockabgabe, die allerdings toleriert wird. Das ist den Herstellern bekannt und wird vom Kardiotechniker als Verhaltensregel den Patienten schriftlich mitgegeben.

        Aktuell wird die Deaktivierung kaum noch als Aktion der Magnetaktion programmiert. ICDs der vierten Generation haben teilweise diese Funktion garnicht mehr.

        — medidec

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