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Review: Elgato Turbo.264HD Video-Konverter

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Das Postpaket hatte der Abmaße einer DVD-Hülle, Elgatos Turbo.264HD USB-Stick ist zwei drittel so groß wie Apples Remote und in etwa genau so breit. Bei Amazon gut 140€ teuer, verspricht der Hardware Video-Encoder die schnellere Umwandlung beliebiger Videos mit dem aktuellen State-Of-The-Art Codec H.264. Wir haben uns den Stick und die Features der beiliegenden Software etwas genauer angesehen. Hier unsere ersten Eindrücke der Mac-only Hardware.

Unser Vergleichs-Test, ein kurzes Demo-Video (Viddler-Link) und unsere Bilder-Galerie (Flickr-Link) folgen im Anschluss.

Was ist in der Box ?
Elgatos Stick kommt ohne gedruckte Bedienungsanleitung. Neben der „Turbo.264HD“ Hardware birgt die Schachtel ein USB-Adapterkabel zum Anschluss des Sticks an den eigenen Rechner, sowie eine CD mit der gut 60 MB großen Applikation „Turbo.264HD.app“ mit. Wer Wert auf ein Benutzerhandbuch (PDF-Download) legt, kann sich das in vier Sprachen auf der CD abgelegte PDF durchlesen. Die Software erklärt sich in großen Teilen jedoch von selbst.

Die Applikation:
Ist die beiliegende Applikation installiert und gestartet, gibt ein Tacho-ähnlicher Indikator im User-Interface Auskunft darüber, ob der „Turbo.264HD“-Stick an den Rechner angeschlossen und erkannt wurde. Elgatos Software selbst, lässt sich ohne den Hardware-Beschleuniger nicht einsetzen. Das Interface ist denkbar schlicht gehalten und fordert euch nach dem Start der Software dazu auf, Videos via Drag-and-Drop auf ihm abzulegen.

Unsere kurze Video-Demonstration gibt euch einen schnellen Eindruck der Funktionsweise.

Videos können im Vorschau-Fenster angespielt werden, mehrere Videos lassen sich zu einem Clip kombinieren, Werbeunterbrechungen oder Versprecher können mit Schnittmarken aus euren Aufnahmen entfernt werden. Wer gern auf Vorrat arbeitet hat zudem die Möglichkeit ganze Video-Stapel vorzubereiten und diese dann nacheinander (z.B. über Nacht) abarbeiten zu lassen. Die Turbo.264HD-Applikation ist in der Lage die fertigen Videos direkt an iTunes zu übergeben oder in einen Ordner eurer Wahl zu legen. Der Zielordner wird jedoch global bestimmt und lässt sich nicht „pro Video“ festlegen.

Neben den Presets für iPod, iPhone, AppleTV und Co. – hier die Liste aller voreingestellten Formate – erlaubt die Elgato-Applikation auch das Anlegen eigener Settings. Bitrate, Videogröße und Tonqualität lassen sich dann den eigenen Vorstellungen bzw. dem gewünschten Ergebnis anpassen. Das ebenfalls voreingestellte Youtube-Setting ermöglicht euch die direkte Ausgabe der von euch konvertierten Videos an Youtube, automatischer Upload inklusive.

Screenshots und Fotos:

Der Stick in weitere Anwendungen:
Elgatos „Turbo.264HD“-Stick lässt sich auch außerhalb der beiliegenden Software einsetzen. So kann die hier von uns vorgestellte Elgato DVBT-Lösung, EyeTV, die mitgeschnittenen Fernsehsendungen direkt an den Stick weitergeben und so entsprechend schneller exportieren. Auch iMovie und QuicktimePro greifen über eine, beim ersten Start der Software installierte, Quicktime-Komponente auf den Hardware-Encoder zurück. Dies geschieht vollautomatisch und braucht in beiden Applikationen nicht gesondert eingestellt werden. Seite 21 des oben verlinkten PDfs gibt einen guten Überblick welche iMovie- bzw -Quicktime-Optionen Nutzen aus der angeschlossenen Hardware ziehen.

Der Kurz-Test. Hardware- vs. Software-Encoder:
Um den Hardware-Stick bzw. dessen Zeitersparnis während des Konvertier-Vorgangs mit den gängigen Software-Encodern zu vergleichen, haben wir uns dem Klassiker gewidmet. Unser Ausgangsmaterial: Eine Folge „24“ mit Kiefer Sutherland. Im AVI-Container verpackt und 350MB groß. Wir haben den Film im iPhone-Preset durch den Elgato-Stick gejagt. Das Ergebnis nach dem sieben Minuten langen Konvertier-Vorgang: Eine 301MB große h264-Datei, mit einer Video-Bitrate von knapp 1000kbps und einer Auflösung von 480x270px. Den Vergleich, mit identischen Einstellungen, liefern die beiden Software-Encoder iSquint und Handbrake auf unserem Unibody-MacBook (13″ / 2,4GHz / 2GB RAM). Hier die Graphen:

Ein trockenes Fazit:
Für AppleTV-Besitzer, EyeTV-User und iMovie-Begeisterte ein Muß, für Freunde des Video-Konsums auf iPod & iPhone ein nettes Gadget mit dem man nicht viel falsch machen kann, für den Rest eine kostspielige Anschaffung, die nicht unbedingt nötig ist. Elgatos Turbo.264HD liefert Zeitersparnis gegen Geld. Habt ihr genug Zeit, dann reicht euer Rechner aus.

Mittwoch, 01. Apr 2009, 17:33 Uhr — Nicolas
13 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
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  • Okay, die Zeit zum Warten hätte ich ja :-) Allerdings fehlt mir als Mac-Rookie die geeignete Software, bzw die optimalen Einstellungen für iMovie 08 um die Videos aus meiner Flip mino sauber auf youtube zu bekommen. Noch bin ich mit den Ergebnissen absolut nicht zufrieden… Tipps?

  • Interessanter Test, aber noch viel spannender wäre ein paar Testbilder aus den konvertierten Datei gewesen. Neben der Zeit ist die Qualität auch wichtig und bei dem nicht HD Stick war die nicht so berühmt.

  • Ich würde sogar sagen, dass die Qualität eine sehr sehr wichtige Rolle spielt, denn schnell Codieren kann mann auch mit anderen Programmen wenn man die Qualität runter „schraubt“.
    Für AppleTV , DVD usw wäre eine Encoder Qualität schon wichtig..

  • Mal ganz davon abgesehen, daß sich das Teil offenbar nur für Besitzer langsamerer Rechner so wirklich lohnt.
    Wenn ich das richtig sehe, ist das Ding gut ca. 2,5x so schnell wie Handbrake auf dem Notebook.
    Verglichen mit einem 3.06GHz iMac dürfte der Geschwindigkeitszuwachs dann doch geringer ausfallen, vom Vergleich zum MacPro oder auch einem Quadcore Hackintosh will ich gar nicht anfangen…

    Und wenn mit dem Schneeleoparden eine vernünftige GPGPU-Unterstützung kommen sollte, dürfte es auch Programme geben, die das Videoencoding auf der Grafikkarte machen – wenn man da die Werte aus der Windowswelt anschaut, dann haut die ATI 4850 im neuen iMac den Elgato-Stick so richtig in die Pfanne – auch eine GT130 dürfte schon schneller sein.

  • Umgekehrt: Der Encoderchip ist – egal, welcher Grafikchip verbaut ist – das bei weitem schnellste Glied in der ganzen Kette (für diese Aufgabe, also H.264-Encoding). Je mehr Daten pro Sekunde er zugeliefert bekommt (vom Gesamtsystem aus Platten, Grafik, CPU), desto besser.

    Also: Je mehr Prozessoren/Kerne und je leistungsfähiger die Grafikkarte, desto mehr Frames pro Sekunde können transkodiert und an den Stick übergeben werden und desto höher fällt der Geschwindigkeitszuwachs aus.

  • Hmm, das leuchtet mir nicht wirklich ein.
    Das konvertierte File war 350MB groß. Über USB2.0 sollte man doch so ca. 20MB/s Transferrate schaffen können, selbst wenn wir nur 10MB/s nehmen und das ganze zweimal (einmal zum Stick, einmal vom Stick zum Rechner), dann sind die Daten in etwas mehr als einer Minute überspielt – und das sollte relativ unabhängig von der Rechnerleistung sein, denn das USB2.0-Limit sollte ja nun doch jeder heute erhältliche Mac schaffen…
    Den Rest der Zeit müßte man dann doch der eigentlichen Konvertierung beanspruchen – und da ist eine Gesamtdauer von 7,5 Minuten zwar nicht schlecht, von einer dedizierten Hardware-Lösung speziell für diesen Zweck hätte ich mir heutzutage aber doch erheblich mehr erwartet..

  • Sollte natürlich heißen :
    den Rest der Zeit müßte man dann doch der eigentlichen Konvertierung zuordnen..

  • also ich warte immer noch auf Technisat Support (deren ts Files sind irgendwie anders) Sobald ich HD Aufnahmen des HDS2 damit konvertieren kann ist er gekauft.

  • das für mich interessanteste an diesem test:
    „mehrere Videos lassen sich zu einem Clip kombinieren“

    geht mit eyetv immer noch nicht, was für mich den kauf des sticks schon rechtfertigt.

  • wow! kostet auch nur 140? :-D wie viele videos muss man denn konvertieren, damit sich das lohnt? prozessoren werden auch immer schneller und so ein stick schnell überflüssig, oder?

  • geht weniger um geschwindigkeit sondern um die tatsache, dass während der konvertierung auf dem mac ungestört weiter gearbeitet werden kann.
    ich geb dem testbericht recht: für appleTV nutzer eine feine sache, wer aber nur ab und an videos verarbeitet kann den knecht ja auch nachts durchlaufen lassen.

  • @harrytipper123 @zixx Die Lösung versucht, den Rechner maximal mit dem Transcoding auszulasten, um dem Encoder die größtmögliche Menge an Daten in der kürzestmöglichen Zeit zu liefern. Deshalb führen schnellere Prozessoren zu noch stärkerer Beschleunigung und deshalb gilt für den neuen nicht mehr, was für den alten noch galt: Bisher reduzierten wir die CPU-Last jetzt nutzen wir die CPU mit und holen mehr Geschwindigkeit raus.

  • @Elgato Support:
    kann ich nicht nachvollziehen: lt. Analysetool steigt die Prozessor/RAM-Auslastung nur minimal an, nachdem ich mit hilfe des sticks das kodieren beginne. ich bin übrigens echt begeistert von dem ding, zumal die haptik sehr gelungen ist (hätte man sicher auch weniger wertig produzieren können).
    WAS MIR GAR NICHT GEFÄLLT:
    ist die software: die mitgelieferte enthält keinen einzelbildeditor wie EyeTV (Tip: STRNG-Pfeiltaste benutzen)
    dafür gibt es die möglichkeit jegliches video-fremdmaterial zur weiterbearbeitung zu importieren (warum geht das in EyeTV nicht?^^)
    dann gibt es endlich die option auch mehrere movies als einen zusammen zu führen. Warum kann eyeTV das immer noch nicht? Ihr beherrscht diese Funktion doch offensichtlich! ist beim schnitt von sich zeitlich überlappenden fernsehsendungen meiner meinung nach ein muss. wäre schön, wenn ihr das mal nachbessern würdet.
    grüße!
    zixx

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