Orchester-App von Touch Press – Klassik für Einsteiger

Apps 6 Kommentare

Touch Press hat seine hoch gelobte App “Das Orchester” (AppStore-Link) endlich auch ins Deutsche übersetzt. Grund genug, euch dieses umfangreiche Kompendium zur klassischen Musik einmal vorzustellen.

Unter den schwebenden Klängen des London Philharmonic Orchestra und Esa-Pekka Salonen durchreist der Nutzer 250 Jahre Musikgeschichte: angefangen bei der Wiener Klassik und Haydn, Beethovens Schicksalssinfonie, über die Romantik eines Hector Berlioz und Debussy, Mahlers Moderne, hin zur Neuen Musik und Stravinsky, Lutoslawski und Esa-Pekka Salonen selbst. Teilweise sind nur Auszüge der Stücke eingespielt.

OrchesterApp2

Beim Erforschen der acht Orchesterwerke geht es den Machern weniger um eine musiktheoretische Auseinandersetzung. Vielmehr soll dem Nutzer ein grundlegendes Verständnis für die Sprache der Musik vermittelt werden: wie die Stimmgruppen miteinander kommunizieren, einander abwechseln, wiederholen, unterstreichen; wie diese Verflechtungen in den unterschiedlichen Stilepochen ganz verschieden interpretiert wurden; wie der Klang einzelner Instrumente ganz unterschiedlich empfunden wurde.

Dabei setzt Touch Press einerseits auf visuelle Effekte: Man kann die vollständige Partitur oder nur die Spuren der Hauptstimmen während des Hörens mitlaufen lassen. Einzelspuren lassen sich für 89 Cent zusätzlich frei schalten. In einem Extrafenster hat man einen schematischen Überblick über jene Stimmgruppen, welche gerade spielen.

Zugleich kann man in dieses Schema hineinzoomen. Tippt man dann auf eine Stimmgruppe, wird deren Klang aus dem Zusammenspiel herausgehoben. Ein Feature, das geradezu perfekt ist, um die Ohren zu schulen.


(Direkt-Link)

Alle Instrumente und Gruppen werden in einem lexikografischen Teil auch noch einmal genauer vorgestellt. Es lassen sich kurze Textblöcke, Stimmproben und Musikerinterviews abrufen. Eine Klaviatur mit dem Tonumfang des jeweiligen Instrumentes lässt Raum für eigene kreative Ausflüge. Die hochauflösenden 360° Bilder, die zu jedem Instrument geliefert werden, sind brilliant.

Kommentare der Musiker und des Dirigenten zum jeweils laufenden Stück (mit deutschen Untertiteln) und jede Menge Videomaterial ergänzen diese hervorragende App. Die App ist nur für das iPad verfügbar (welches ihr vor dem Herunterladen auch aufräumen solltet – die App ist fast 2GB groß) und kostet derzeit – angemessene – 12,99 Euro.

Übrigens hat Touch Press gerade eine mindestens ebenso hochwertige, vielleicht sogar eine noch überragendere App herausgebracht, die sich ausschließlich mit Beethovens 9. Sinfonie (AppStore-Link) beschäftigt.

Beethoven

Auch hier geht es den Machern weniger um die Syntax der Musik, als vielmehr um ihre Semantik. Vier weltberühmte Aufnahmen des Werkes stehen zur Auswahl. Das Besondere: Man kann während des laufenden Stücks zwischen den Interpretationen wechseln. Parallel dazu wird der Hörer während des Abspielens mittels kleiner Randnotizen durch die Musik geleitet und auf bestimmte Elemente, Wendungen, Stimmungen etc. hingewiesen.

Der Nutzer hat auch hier wie schon bei der Orchester-App die Möglichkeit, die Partitur mitzulesen und sich über Zusatzmaterial vertiefend mit der Musik zu beschäftigen. Diese App wurde allerdings noch nicht auf Deutsch übersetzt.

Diskussion 6 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  1. Da wird mal anspruchsvoll, und schon ist die Menge Stumm… ;-)

    Das liest sich wie ein Werbeprospekt. Eines das bei mir wirkt.

    Sehr schön geschrieben und ich bekomme tatsächlich sehr viel Lust mich damit einmal zu beschäftigen.
    Verflixt wo Krieg ich jetzt schnell n iPad her… :-/

    — Berndstein
  2. Vielen Dank für die tolle Vorszellung der App. Sehr schon zu wissen das ihr ein so überragendes Verständnis für die vielen Nuancen des Lebebs habt und dies auch noch sehr gut ausdrücken und mitteilen könnt. Danke iFun.

    — JanoschNew
  3. Ich bin selbst klassischer Musiker. Die app ist Super um Laien einen Eindruck von Klassik zu geben.

    Ist alles musikalisch etwas aufwendiger. Die meisten “Pop” Hörer verstehen meist nicht, das man sich für Klassik zeit nehmen muss. Das es keine Hintergrund Musik ist.

    — Henne
  4. richtig gut – die Apps von Touch Press sind absolut krass, erste Wahl, auch Elements. Ich liebe sie….

    — norbaer

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