iTunes Replay: Gerüchte um erweitertes Streaming-Angebot von Apple – hierzulande wird’s wohl nix

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Seit rund zwei Jahren ranken sich die Gerüchte um einen Streamingdienst namens “iTunes Replay”. Anstatt großer Film- oder Musikdateien für die eventuelle Nutzung ständig mit sich herumzuschleppen und damit unnötig Speicherplatz zu belegen, soll man die Medien bei Bedarf direkt von Apples Servern laden können.
In den USA ist dies zum Teil ja bereits Realität geworden. Über Apples iCloud sollen die Nutzer schon bald jederzeit Zugriff auf ihre komplette Musiksammlung haben, zudem wurde dort mit der letzten Aktualisierung von Apple TV auch die Möglichkeit geschaffen, bereits gekaufte TV-Serien jederzeit erneut direkt von Apples Servern auf das heimische TV-Gerät zu übertragen.

Sollten die jetzt veröffentlichten Informationen der US-Webseite AppAdvice zutreffen, dann wird Apple dieses Angebot schon in Kürze weiter ausweiten und künftig die gesamten iTunes-Käufe eines Nutzers, also neben Musik und TV-Serien auch Filme, zum Direktabruf von einem iOS-Gerät, iTunes-Computer oder Apple TV bereitstellen.

Das klingt erstmal super, allerdings hat die Sache für uns Europäer einen gewaltigen Haken. Wir rechnen nämlich fest damit, dass diese Angebote genau wie der Verleih von TV-Serien oder das für Herbst angekündigte iTunes Match zunächst auf die USA beschränkt sind.

Ob bzw. wann wir in den Genuss solcher Angebote kommen, hängt massiv von den Verhandlungen Apples mit den Rechteinhabern ab. Dass sich dies hierzulande nicht einfach gestaltet, seht ihr regelmäßig beim Klick auf ein Musikvideo in YouTube. Schuld für für diesen Missstand ist allem Anschein nach die Verwertungsgesellschaft GEMA, und die macht bislang keinerlei Anstalten, sich mit den Entwicklungen im Online-Bereich in den letzten Jahren zu arrangieren. Inzwischen kritisieren selbst von der GEMA vertretene Künstler den Starrsinn der Organisation. So müssen Musiker wenn sie ihre eigenen Titel im Internet verschenken wollen zum Beispiel selbst Gebühren an die GEMA abführen und deren Rückgabe per Formular wieder einfordern. Solchen Tatsachen ist es wohl auch geschuldet, dass in Deutschland keine Gratis-Songs über iTunes angeboten werden.

Einfach schade. Die aktuellen Entwicklungen rund um Apples “iTunes in the Cloud” klingen durch die Bank verlockend, doch wir werden dabei vermutlich außen vor bleiben.

Diskussion 26 Kommentare.
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  1. Hallöchen..

    ..kann man sich nicht irgendwie ein US Account anlegen und die ganzen Sachen nutzen? Hat da jemand ‘ne Ahnung?

    — OpasHoden
    • Eig. Braucht man eine amerikanische Kreditkarte oder einen Us iTunes gutschein um sich einen Account anzulegen. Man dies sich aber einfacher machen, indem man bei Facebook -> free on iTunes -> einen Gutschein für verschiedene US Angebote holt ;) (ich hoffe das war verständlich)

      — HenneMac
      • 1. In iTunes erstmal in den US-Store gehen unten rechts auf dem Kreis mit der Flagge.

        2. Oben links “United States” klicken um in den US-Store zu gelangen.

        3. Anschließend in der Menüleiste in den App Store wechseln und eine Kostenlose (Free) App suchen (z. B. Square)

        4. Klickt ihr auf “Free App” um diese zu Laden

        5. Jetzt kommt das Anmelde Fenster in diesem klickt ihr auf Neuen Account erstellen

        6. “Continue” auswählen, die Lizensbedingungen bestätigen und nochmals “Continue

        7. Jetzt das Formuler ausfüllen und anschließend auf “Continue” klicken

        8. Anschließend “None” bei “Credit Card” auswählen und noch eine Adresse eingeben (kann auch eine ausgedachte sein, wie bei mir), als letztes nochmals “Continue”

        In diesem Tutorial erkläre ich euch wie ihr euch einen US-iTunes-Store Account erstellen könnt, um den AppStore schon vor dem 28.05 benutzen zu können.

        1. In iTunes erstmal in den US-Store gehen unten rechts auf dem Kreis mit der Flagge.

        2. Oben links “United States” klicken um in den US-Store zu gelangen.

        3. Anschließend in der Menüleiste in den App Store wechseln und eine Kostenlose (Free) App suchen (z. B. Square)

        4. Klickt ihr auf “Free App” um diese zu Laden

        5. Jetzt kommt das Anmelde Fenster in diesem klickt ihr auf Neuen Account erstellen

        6. “Continue” auswählen, die Lizensbedingungen bestätigen und nochmals “Continue

        7. Jetzt das Formuler ausfüllen und anschließend auf “Continue” klicken

        9. Zuletzt dann “Done” anklicken

        10. Jetzt nur noch auf die Bestätigungs-Mail warten und bestätigen

        Fertig

        — Sideshow
      • Dann sollte “iTunes Match” ja auch funktionieren, logischerweise!? Wie sieht es aber mit deutschen Apps aus?

        — OpasHoden
      • Oder einfch einen Gutscheincode bei free on iTunes bei Facebook ;)

        — Hennemac
  2. Der ganze Bürokratiewahn in Deutschland geht mir so gegen den Strich. Die GEMA ist in meinen Augen so ein Schwachsinn. In Amerika klappts ja auch und das ganz ohne GEMA.

    — Jonas
    • Auch in den USA gibt es Verwertungsgesellschaften ähnlich der GEMA… Diese scheinen nur nicht ganz so hinter dem Mond zu leben!

      Doch ganz ohne diese Einrichtungen geht es nicht, denn wie sonst sollen Musiker Geld verdienen mit ihren Werken?

      — Flautomanu
    • “In Amerika klappts ja auch und das ganz ohne GEMA.”

      Die GEMA ist eine deutsche Verwertungsgesellschaft. In den USA gibt es sowas übrigens auch. Schonmal etwas von der RIAA (Recording Industry Association of America) gehört? Scheinbar nicht…

      — Pazuzu
  3. Also mit Youtube kann man das eigentlich nicht vergleichen.
    Die GEMA möchte hier, dass urheberrechtlich geschützte Inhalte entweder 1. nicht ohne Lizenz gestreamt werden dürfen oder 2. eine entsprechende Lizenzgebühr gezahlt werden soll.
    Option 1 mag Google/Youtube nicht, da es für sie sehr viel Aufwand bedeutet.
    Option 2 hasst Google/Youtube, da sie keinen müden Cent zahlen wollen, sondern nur kassieren möchten (ihre Adds). Es geht hier nur um Bruchteile eines Cents pro streaming, aber Google ist nicht bereit irgendetwas zu zahlen. Hier ist nicht nur die GEMA, sondern ebenso Google zu verbohrt. Und deswegen finden die beiden Schuppen keine gemeinsame Lösung.

    Bei Apples Angebot schaut die Grundlage jedoch völlig anders aus. Apple ist ja im Gegensatz zu Google durchaus bereit für die Inhalte die sie anbieten die Urheber über die GEMA zu entlohnen. Eine Lösung für Apples Angebot ist also sicher in Deutschland realisierbar, allerdings steht zu befürchten, dass sie teurer für Apple und somit auch teurer für die Endnutzer wird.

    — Pazuzu
    • Ich sehe das mit Youtube etwas anders. Klar soll nichts ohne Lizenz gestreamt werden, die Tatsache aber, dass die GEMA es verhindert, dass Musiker oder Labels ihre eigenen bzw. Videos ihrer Künstler in Deutschland über Youtube anbieten ist eine Farce. Ruf doch einfach mal den Youtube-Kanal eines beliebigen Labels von Deutschland aus auf, z.B. SonyBMG: http://www.youtube.com/user/so.....nymusicSME

      — chris
      • Na ja, klar ist das was die GEMA treibt auch nicht unbedingt koscher. Wie gesagt, beide Vereine – GEMA sowie Google – sind völlig verbohrt. Und die GEMA lässt im Moment alles auf Youtube sperren bei dem die Urheber nicht vorher entsprechende Anfrage bei der GEMA eingereicht haben. Statt sich einig zu werden üben GEMA und Google aufeinander Druck aus.

        Allerdings ist Youtube sowieso eine komplett andere Baustelle. Apples Konzept lässt sich nur schwerlich mit Googles Youtube vergleichen. Viel eher mit Simfy.
        Wenn Lizenzgebühren gezahlt werden zickt die GEMA für gewöhnlich relativ wenig herum. Der Katzenjammer bei Youtube besteht einfach nur darin, dass Google sich weigert Lizenzgebühren für das Streaming abzudrücken.
        Deswegen halte ich Apples Angebot für durchaus in Deutschland realisierbar, allerdings wird die GEMA vielleicht höhere Lizenzen verlangen als die RIAA in den USA. (Und außerdem wird es sicher etwas länger dauern, die GEMA ist langsam. Seeehr langsam.)

        — Pazuzu
      • Das ist so nicht zu 100% korrekt.
        Die Verhandlungen unterliegen aber nach wie vor einem NDA. Ergooglen lässt sich da also nichts genaues.

        — Pazuzu
  4. mein tipp is ja, dass auch mit iTunes-AppleID kein zugriff auf iTunes Replay bzw. iTunes Match möglich sein wird. eher im bereich des möglichen liegt eine lösung über proxies (wie bei google music, das sich hervorragend in deutschland nutzen lässt). ich bleibe gespannt :)

    Benno
  5. Am besten wäre es wenn sich eine Neue Firma gründet die die Rechte der Künstler Vertritt gegen gebühren. Und mit steigendem Wachstum könnten sie dann die GEMA arbeitlos machen. Ein Wunschdenken…

    Kostenlose Musik hab ich jedes Jahr bei der 12 Tage Geschenke Aktion nach Weihnachten. Aber wie gesagt kann es ja sein das Apple dafür sogar GEMA Zahlt.

    — Futzi.2
    • Kostenlose Musik hab ich die ganze Zeit um mich rum: Hier mal ein paar Songs von einer Pizza Marke, da mal einen Gutschein für ein newsletter und Musik tauschen.

      — valbeo
    • Natürlich kostet diese 12 Tage Geschenke Aktion Apple Geld.
      Sie müssen voraussichtlich die entsprechenden Mindestlizenzgebühren an die entsprechenden Verwertungsgesellschaften zahlen. In Deutschland ist das die GEMA, in den USA die RIA, in Österreich die AKM usw.
      (Die Mindestlizenzgebühren liegen aber natürlich entschieden unter dem, was Apple abdrücken muss wenn sie die Titel zum vollem Preis verkaufen)
      Was auch einen gewissen Sinn macht, sonst könnte ja jeder Händler einfach nach Gutdünken munter Musik verschenken und die Urheber/Künstler leer ausgehen lassen ;o)

      — Pazuzu
    • @ Pazuzu: iPhone89 hat dennoch teilweise Recht. Verschiedene Quellen bestätigen (unter anderem Sony Music und die GEMA selbst) die Forderungen i.h.v. 12 Cent pro Klick seitens der GEMA.
      Übrigens ist Google sehr wohl bereit einen Betrag zu zahlen. So kam schließlich die schnelle Einigung mit anderen Verwertungsgesellschaften der Nachbarländer zu stande. Blos 12Cent sind ihnen zu viel. Angeblich auch gerechtfertigt….

      Hier mal ein Copy&Paste von einem Beitrag aus dem Spiegel:
      “Auf der Gema-Website heißt es in den “Lizenzierungsgrundlagen” für “Anbieter von Musikvideo-on-demand-Portalen” tatsächlich, die “Mindestvergütung je entgeltlich oder unentgeltlich” genutzten Werks aus dem Gema-Repertoire mit einer Spieldauer bis zu fünf Minuten betrage 0,1278 Euro. Durch Online-Werbung lässt sich ein Streaming-Angebot vor diesem Hintergrund kaum finanzieren. Für 1000 Abrufe würden knapp 130 Euro fällig, mit Werbung lassen sich nach Branchenschätzungen 20 bis 25 Euro erzielen – ein Verlustgeschäft. Vor zwei Jahren hatte eine Gema-Sprecherin erklärt, man habe 1 Cent pro Abruf geboten, dafür aber zusätzliche Nutzungsdaten gefordert.”

      Angenommen das stimmt soweit, würde ich den schwarzen Peter definitiv der GEMA zuschieben. Beim Spiegel kann man da ja aber nie so sicher seien…

      Und mal ehrlich. Bislang (!) ist simfy noch zu unbekannt. Der in meinen Augen tierisch Nervig-blöde TV-Werbespot hilft da nicht im geringsten…..

      — lukefusion

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