iRadio: Wird das Apple-Streamingangebot besser als Spotify und Co.?

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Die zähen Verhandlungen mit den Musikkonzernen verzögern den Start eines Musikstreamingangebots durch Apple angeblich weiterhin und eine zuvor erhoffte Präsentation im Rahmen der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC nächsten Monat scheint fraglich. Aber brauchen wir das überhaupt? Was könnte Apples „iRadio“ besser machen, als die momentan verfügbaren Angebote?

iradio

Ein wichtiger Punkt bei einer Apple-Lösung wäre sicher die nahtlose Integration in die vorhandenen iTunes-Strukturen. Statt eines neuen Benutzerkontos meldet ihr euch mit eurer Apple ID an und habt neben den Streamingoptionen auch Zugriff auf eure in der iCloud gespeicherte Musiksammlung. Dank dieser iCloud-Integration könnte man auch sämtliche Geräte stets synchron halten, nicht nur iPhones, iPods und iPads, sondern auch Computer sowie das Apple TV.

Um sich attraktiv gegen die Konkurrenz aufzustellen, braucht es aber noch ein wenig mehr. Spotify, Rdio, Deezer & Co. bieten ja bereits den kostenlosen, werbefinanzierten Zugriff auf ihr Repertoire vom Computer aus an. Lediglich für die Nutzung auf Mobilgeräten muss bezahlt werden. Einen kostenlosen Zugriff auf ein rund 20 Millionen Songs großes Repertoire von beliebigen Geräten aus wird aber auch Apple nicht im Programm haben.

iRadio könnte Vorzüge von Pandora und Spotify kombinieren

Das Apple-Angebot soll gerüchteweise eher als Internetradio im Stile des hierzulande nicht verfügbaren Pandora aufgebaut sein. Stellt euch einen auf euren Musikgeschmack optimierten Musikstream vor, ein „Genius-Radio“, das euch nicht nur Bekanntes vorsetzt, sondern auch zu Neuentdeckungen inspirieren und somit natürlich auch Kaufanreize bieten soll. Natürlich wird es passend dazu eine „Jetzt bei iTunes kaufen“-Taste geben.

Fester Livestream? Langweilig, werden nun viele denken. Vielleicht aber nicht, denn Apple dürfte mit all der iTunes- bzw. Genius-Erfahrung aus den letzten Jahren zum einen attraktive persönliche Sender generieren können. Dazu kommt die Möglichkeit, Songs, die euch nicht gefallen, zu überspringen.

Doch genau hier stocken momentan offenbar die Verhandlungen mit den Labels. Apple und Sony streiten sich wohl über die Anzahl der möglichen Sprünge bzw. deren Vergütung. Dazu müsst ihr wissen, dass das nur in den USA verfügbare Pandora seit langer Zeit erfolgreich ein ähnliches Angebot betreibt. Dort dürfen Tag allerdings maximal 12 Songs (bzw. maximal 6 pro Stunde) übersprungen werden, wer mehr will, muss ein Premium-Abo ordern.

Apple dürfte im Sinne haben, diese Barriere zu brechen und das Limit komplett abzuschaffen. Eine Meldung wie „Du hast heute schon die maximale Anzahl an Titeln übersprungen“ passt nicht ins iTunes-Gesamtkonzept.
Ergänzend halten wir einen optionalen, monatlich abgerechneten Premiumdienst mit freiem Zugriff auf das komplette iTunes-Archiv für wahrscheinlich. iRadio würden nach dieser Vision die Vorzüge von Pandora und Spotify kombinieren.

Wäre schön, wenn dies klappt. Allerdings sollten wir uns selbst dann hierzulande nicht zu früh freuen. Pandora ist in Deutschland weiterhin nicht verfügbar, Grund ist einmal mehr die altbekannte Lizensierungsproblematik. Apple kann diesbezüglich bei Verhandlungen sicherlich mehr Gewicht in die Waagschale werfen. Ob das am Ende aber ausreicht, bleibt abzuwarten.

Diskussion 67 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  1. Besser kann man kaum sagen; da bei uns Telekom-Kunden Spotify eben nicht vom Volumen abgerechnet wird.
    Was wohl cool wäre ist, wenn man das iRadio mit in die Musik-App. integrieren würde.

    — ZemanJannik1991
    • Ich weiß zwar net, wie Pandora ist, aber ich kann auch aus Spotify ein Radio erstellen, welches ich auf meine Ansprüche anpassen kann^^
      (Fängt an bei der Playlist/Liederauswahl um eine solide Basis zu bekommen und geht weiter mit “Daumen rauf/ Daumen runter bei jedem einzelnen lied).
      Ich denke mal, der Apple Dienst wird sich nicht von anderen unterscheiden, das einzige Problem wird sein, das Apple wohl mehr Geld selbst behalten will als es Sony oder andere gerne hätten…

      — 00010101
      • Netzneutralitätsuntergraber!
        Was Spotify und die Telekom da abziehen ist eine riesen Sauerei und untergräbt die Netzneutralität!

        — O_o
      • Lol… Wo hast du denn das abgeschrieben?
        Warum tut Dir das vermeintliche Untergraben der Netzneutralität weh?
        Ich sehe das anders. Die Neutralität des Netzes wird nicht angetastet durch die Möglichkeit, Dienste wie z.Bsp. Spotify und Evernote hinzu zu buchen.

        — Pascal Kimoon
      • Noch mehr so Leute wie Pascal und demnächst muss alles im Internet Extra bezahlt werden…manche denken nur von zwölf bis Mittags

        — bombelbob
      • Pascal hat völlig Recht! o2 z.B. schickt seine Kunden am o2 Kinotag für 2 zum Preis von einem in teilnehmende Kinos. Das gibt’s bei der Telekom nicht. Ich als Telekom Kunde muss 2 Tickets auch voll bezahlen…

        — Maddin
      • Kurze frage, wenn ich bei der Telekom die spotify Option dazubuche, muss ich dann trotzdem noch den spotify Account bezahlen oder kommt der auch noch dazu. Bezahle ich also 10€ an die Telekom und 10€ an spotify oder nur 10€ an die Telekom. Wenn ich an beide 10€ bezahle sehe ich auch keine Einschränkung der netzneutralität. Wer mehr Daten braucht muss mehr bezahlen. Wenn ich allerdings das Gesamtpaket für insgesamt 10€ bekomme ist das wiederum anders. Denn meinen napster Account schleust die Telekom ja auch nicht für lau durch.

        — Sens
      • @bombelbob: wenn du nicht zahlen willst, dann zahl nicht… Wer Leistung will muss halt zahlen. Oder schenkt dir Steam bzw Origin die Downloads?
        Du kannst ja einfach selbst n Unternehmen gründen und im Internet Leistungen verschenken… Mal sehen wie lange du das durchhälst. Ich wette du findest nichtmal Kapitalgeber :)

        — Free
      • Das Hauptproblem besteht doch hier dabei, dass man keine Auswahlmöglichkeit hat.
        Wird Apple auch so einen Dienst anbieten, scheitert es dann an den Netzanbietern, weil sie ja nur Verträge mit Spotify haben und anbieten alle anderen Anbieter haben dann eben Pech. Soviel zur Neutralität. Monopol durch Diktatur.

        — KaroX
  2. Sowas wie “in deinem Land nicht verfügbar” gibt es nicht im Internet. Pandora kann man wunderbar mit einem VPN nutzen.
    Apple kann pandora aber bestimmt in der Audioqualität schlagen. Bei pandora gibt’s umsonst max. 128kbits und bei Premium max. 192 kbits. Wenn Apple die iTunes 256kbits anbietet, wär ich dabei.

    — Duff-Man
  3. iRadio über AppleTV, oder Mac und AirPlay? Überspringen der Titel, und steuerbar über mein iPhone, und das zu nem Preis, nicht höher als Spotify?! Gekauft! Und Spotify ist raus bei mir!

    — Reduats
  4. Apple sieht iRadio als Salesbooster für Downloads. Das Entdecken von neuer Musik steht also im Vordergrund. Da ist es logisch möglichst viele Übersprünge pro Tag zu haben, denn viele Übersprünge bedeutet viele neue Songs entdecken zu können. iRadio wird daher wahrscheinlich kostenlos sein und genau deshalb feilscht Apple um niedrige Lizenzkosten pro gestreamten Song. Erziehlt Apple viele Übersprünge und niedrige Lienzkosten, bekommen wir ein quasi Spotify for free.

    — Marco Cantieni
    • Das Hauptfeature von Spotify (für mich) ist aber das Anhören ganz gezielter Songs und Alben, Radio über Spotify ist nett, aber nicht mein Hauptargument für Spotify.

      — Andreas
  5. Das wäre echt gut. Ich habe Spotlight benutzt, habe aber inzwischen umgestellt auf Vorzugssender via iTunes .
    Das aktuelle Programm ist fantastisch und hat nur wenige
    und kurze Sprach-Beiträge.

    — tomkaller
  6. Ich gehe davon aus das Apple eine Jährliche Gebühr verlangt die rechnerisch weit unter dem von Spotify und Co liegt.
    Ich hätte gern ein iRadio der mir erlaubt einzustellen das zu 20% angepasste Lieder aus dem iRadio Laufen während ich zu 80% meine eigene Mediathek höre. Natürlich sind bei den 20% nur Lieder bei die ich nicht selber besitze.

    — Futzi.2
  7. Ich wäre schon glücklich wenn endlich mal diese 25000 Song Begrenzung bei iTunes Match wegfallen würde…Ich gehe mal davon aus, dass sehr viele den Dienst nicht nutzen weil ihre Library zu groß ist. Aber möglicherweise hat sich das auch erledigt wenn iRadio kommt…

    — Der Apfel
    • Ich glaube es gibt kaum einen der 25000 Lieder hat. Außerdem kann man ja auch einfach die hochladen die man überhaupt hört.

      — Gerum
      • Glauben ist nicht wissen. Bei mir sind’s auch über 25.000, daher habe ich die amazon cloud.

        — Hollahi
      • Das geht meines Wissens leider nicht, zumindest nicht, wenn man nicht mit zwei komplett autonomen Bibliotheken hantieren will.

        — Stefan666
    • Ich nutze iTunes Match und 25000 Songs sind schon extrem viel. Mal abgesehen, dass alle Songs die Apple hat, nicht mitgerechnet werden.

      — Angie
      • Stimmt so leider nicht. Es wurden nur die NICHT berechnet, die du bei iTunes gekauft hast. Somit sind die 25.000 schon recht leicht erreicht – zB auch bei mir :-(

        — Toni
  8. Aber genau die Suche nach bestimmten Interpreten bzw. Künstlern machen doch spotify erst so interessant. Meine Eltern sitzen Stunden davor und suchen sich alte Lieder aus ihrer Jugend raus und feiern dazu ;-) !

    Denke nicht, dass iRadio mit festgelegten Streams a là Pandora so der Knaller wird.

    — Manuel
  9. Gewöhnen wir uns schon einmal an folgenden Text:

    -Apple iRadio -
    Leider ist dieser Dienst in Deutschland nicht verfügbar, da er Music enthalten könnte, für die die GEMA die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat.
    Das tut uns leid.

    — Tut nichts zur Sache
    • Üben wir schon mal den Text ein “Apple will einfach nicht den Betrag an die Gema bezahlen, anders wie andere Musik-Streaming-Dienste, das tut uns leid.”

      — 00010101
  10. Ich frage mich, warum grooveshark in dem Zusammenhang so selten erwähnt wird.
    imo mit einer der besten Internetradio Dienste

    — thunderflash
      • was heißt denn halblegal mein Freund?
        Wäre Pandora in dem Fall auch.
        In Deutschland, wie Pandora, zwar nicht erreichbar, überall anders jedoch schon,
        mit tollen Features die Spotify z.B. nicht bieten kann.

        — thunderflash
      • Pandora zahlt Lizenzen, Grooveshark windet sich tendenziell darum (um es nett auszudrücken).
        Pandora ist nur in den USA verfügbar, weil nur für die dortige Nutzung Lizenzen gezahlt werden. Grooveshark ist überall dort verfügbar, wo es entsprechende Gesetzeslücken gibt bzw. sie keine effektive Strafverfolgung zu befürchten haben.
        Aber schön, dass du die Ratten bewirbst.

        — Pazuzu
    • Betrifft ja nur einen (global gesehen) vernachlässigbar mikroskopischen Anteil der potentiellen Nutzer.

      — Pazuzu
  11. Der Begriff “Radio” ist etwas irreführend. Ich will ja nicht nur mit Musik beschallt werden, sondern auch mal Nachrichten hören oder über ein gerade aktuelles (lokales) Thema informiert werden. Das fällt doch bei diesen Diensten (so jedenfalls mein Verständnis) vollkommen weg.

    — Tomtom
  12. wäre schön, wenn man wenigstens mal bekannte Radiosender hören könnte wie WDR2 u.ä. und diese dann auf apple TV zur Anlage streamen könnte

    — Frank
    • Geht doch jetzt schon. Hole Dir Tune In Radio, wähle Deinen normalen Sender aus ( hier z.B. WDR3) drück das AppleTV Symbol und ab geht’s.
      Junge Junge, kennst Du dein Handy auch, oder hast Du es nur zum Angeben?

      — Daniel X
  13. Oder in iTunes einfach auf Stream öffnen gehen.
    Adresse von deinem radiostream reinpacken und hören.
    Lässt sich auch prima als playlist speichern.
    Überhaupt alles kein Problem.
    Daniel hat da schon ganz recht.
    Apple Geräte sind nicht nur zum angeben sondern Rolle Geräte mit Fennen man sich ruhig mal auseinandersetzen sollte ;-)

    — Joe
  14. iRadio muss kostenlos sein… Bei meinem iPod nano 4G hat es ja auch geklappt… Zwar musste man dafür die Kopfhörer oder ein AUX-Kabel einstecken aber das würde ich dafür in kauf nehmen.

    Fabbou
  15. So langsam finde ich diesen media-Overkill anstrengend… Ich bin nun wirklich kein Nerd, aber allein in meinem Wohn-Essbereich habe ich durch meinen TV-Receiver, einem Dolbysystem, einer Mediabox, einem Allshare Cast Dongle und einer iPod-Dockingstation fünf Möglichkeiten, digitales Radio zu hören, teilweise auch mit Playlist- und gezielter Songsuche. Von meiner MP3-Sammlung will ich gar nicht reden. Inzwischen höre ich nur noch Podcasts und EINEN EINZIGEN Radiosender, da mir alle anderen auf Dauer die Nerven rauben (anderes Thema) -Ich frage mich, wer sowas braucht…

    — Leif2
  16. Mal eine ernstgemeinte Frage, ohne hier eine Trolldiskussion vom Zaun zu brechen?
    Welchen Vorteil bringt mir ein solches Streaming-Angebot in der Art von Spotify, iRadio und Co?
    Es gibt doch schon Tausende von Internetradio-Stationen die alle möglichen Musikgeschmäcker abdecken und wenn ich nur meine Favoriten hören will, die habe ich alle als MP3 auf meinem Smartphone bzw. meinem MP3-Player.
    Das spart mir auch Akku und mein Datentarif wird nicht belastet! Wenn ich längere Zeit Internet-Radio höre, was ja auch ein permanenter Stream ist, geht der Akku schneller in die Knie als ich schauen kann und mein Datenvolumen ist auch recht schnell aufgebraucht!
    Ich sehe beim nutzen eines solchen Diensts nur Nachteile, überzeugt mich doch mal bitte vom Gegenteil!
    Wo ist der Nutzen von iRadio, Spotify, Pandora und Co?

    Alex
    • Spotify hat über 20 Millionen Songs zu Auswahl , diese kannst du überall und jederzeit hören. Wenn dir das nicht reicht , Telekom spotify buchen, dann wird nicht einmal der Streaming Internetraffic berechnet.
      Und das ganze für 9,99€ , so intensiv und guenstig konnte man noch nie Musik hören.

      Für Leute die eh nur radio zu akustischen Hintergrund Untermalung hören , ist das natürlich Perlen vor die Säulen.
      Geniale Sache

      — Sven reich
      • Ich bin wahrscheinlich einfach nicht die richtige Zielgruppe für so ein Angebot. Was interessieren mich 20 Millionen Songs, wenn es nur ein paar Hundert gibt, die ich gerne höre und die besitze ich eh alle selbst? Ich denke mal, solche Angebote sprechen vor allem die jüngere Generation an, die noch nicht so gut bei Kasse ist, sich die Lieblingssongs zu kaufen und die mit Nachrichten, Politik usw. eh noch nicht viel am Hut hat. War bei mir früher auch so, das mich Unterbrechungen der Musik genervt haben, je älter man wird, desto mehr ändert sich der eigene Geschmack und die Interessen verändern sich.
        Zudem möchte ich nicht permanent nur Musik hören, sondern auch mal Nachrichten, Reportagen und das dümmliche Gelabber der Moderatoren. Herkömmliches Radio spricht mich mehr an! Auch wenn der Traffic nicht beeinflusst wird, bleibt trotzdem das Problem, das Musik streamen ziemlich stark den Akku belastet.

        Alex

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