Gegen NSA-Schnüffler und YouTube-Sperre: Rasberry Pi als Anonymisierungsserver

34 Kommentare

Das Tor-Netzwerk dient vorrangig der Anonymisierung von Verbindungsdaten und setzt dabei auf das sogenannte Onion-Routing, eine Technik, die es durch den ständigen Wechsel von Datenrouten erschwert bis unmöglich macht, Rückschlüsse auf die Nutzer zu ziehen. Mit Blick auf die aktuellen Meldungen aus den USA und Großbritannien klingt so etwas längst nicht mehr abwegig und geekig wie vielleicht noch vor ein paar Wochen.

Aber einen dafür benötigten Tor-Router aufzusetzen ist doch furchtbar kompliziert, oder?

Nicht ganz. Natürlich erfordert ein solches Projekt konkretes Interesse, ein wenig Sachverstand und auch Ehrgeiz. Aber wir wissen ja, dass wir einige Leser mit entsprechendem Background hier haben. Zudem war die benötigte Hardware-Basis Raspberry Pi hier ja auch schon des öfteren Thema. Beispielsweise lässt sich die kleine, 40 Euro teure Platine auch als Medienserver und AirPlay-Empfänger am TV-Gerät verwenden.

raspberry

Bei Spiegel Online findet sich nun eine ausführliche und gut verständliche Anleitung, mit deren Hilfe sich der von Adafruit entwickelte Onion-Pie-Server auf einem Raspberry Pi installieren lässt.

Lohn der Mühen ist nicht nur die Verschleierung euerer Internetaktivitäten vor Datenschnüfflern, ebenso kann auch kein Internetanbieter mehr eure geografische Herkunft ausmachen. Fortan gehören somit lästige YouTube-Sperren beispielsweise der Vergangenheit an.

Diskussion 34 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
    • dieses problem lässt sich nicht technisch, sondern nur politisch lösen. das unerhörte ist ja, dass steuergelder der bürger missbraucht werden. statt in bildung, strassen, krankenhäuser zu investieren, wird das geld der bürger verwendet, um sie auszuschnüffeln. das ist vertrauensbruch.

      hier müssen und können wir aber selbst einen riegel vorschieben. und zwar nicht jeder so ein bisschen für sich, indem man ein kästchen installiert. sondern alle gemeinsam. solidarität und politisches engagement sind die zauberworte.

      leider fehlen diese werte in unserer gesellschaft der trittbrettfahrer und schnäppchenjäger inzwischen fast komplett. wir verbringen viel zeit dafür, uns vorteile vor den anderen zu verschaffen – nichts anderes ist das lauern auf ebay und das einkaufen im outlet-store. in der zwischenzeit sollen sich doch bitte die andern oder die politiker um gerechtigkeit und machtkontrolle kümmern. welche politiker? jeder mensch sollte ein politisches wesen sein! welche andern? der nachbar vielleicht? nein, denn den trifft man ja auch im outlet wieder. oder er sucht gerade die günstigste variante für einen pool im garten. denn die andern haben ja auch einen. oder er liegt gerade unterm tisch und installiert seinen onion-router. damit wenigstens er nicht ausgeschnüffelt wird.

      also, bitte nehmt euch zeit für teilnahme am politischem leben. jeder hat das recht und die möglichkeit, mitzugestalten. egal, in welcher partei oder organisation.

      jedes volk hat die regierung, die es verdient.

      — ||| tomas jay
  1. Rechnet da aber nicht mit den höchsten Geschwindigkeiten. 30-100 KB/s sind bei Tor je nach Verbindung normal.

    — Leo Bernard
  2. wie sieht es dann aber mit der Geschwindigkeit aus? Geht das über schnelle Proxies?
    Nur mal so interessehalber, aber sonst eine gute Idee.

    Viele Grüße

    — peter
  3. aber es verlangsamt doch auch die Geschwindigkeit … anonym hin oder her aber im Alltag für mich so nich zu gebrauchen

    — Kay mit einem ...
  4. Mh, das Ganze bringt doch nichts, wenn ich dennoch E-Mails direkt vom Provider abrufe, oder in fb unterwegs bin.

    — ARPI
    • genau das ist das Problem.
      Die Tragweite des NSA Skandals ist größer. Größer als alles bisher dagewesene. Das lässt sich nicht mit Anonymisierung oder anderen Dingen lösen. Wenn WIR unsere lebensgewohnheiten anpassen müssen – dann hat das “problem” bereits gesiegt. Deswegen sind derartige Lösungen (wie auch diese prism-break Liste) nur Augenwischerei. Sie ändern nämlich am Grundproblem nichts, sie knechten und zwingen uns nur, uns zu verstecken, Einschnitte hinzunehmen und zu “aktzeptieren”.

      http://kopfcheck.blogspot.de/2.....y-ass.html

      — iCkE
      • Falsch.
        Deine Lebensgewohnheiten kamen erst nachdem die NSA bereits aktiv war. Und das ist sie seit vielen Jahren. Selbst bevor es Internet und iPhone gab. Wie du hoffentlich weißt wurde das Internet auch nur zu diesem Zwecke geschaffen.
        Dementsprechend hast du deine Lebensgewohnheiten (höchstwahrscheinlich unwissend) bereits den Wünschen der NSA und ihrer Finanzierer und Unterstützer (NWO) angepasst.

        Die Verschlüsselung, oder TOR Geschichte, bringt in Zeiten von Quantum Computern auch nicht wirklich viel. Mal abgesehen davon, dass es ja nicht nur um die Daten des Einzelnen als Individuum geht, sondern um die Steuerung der Masse. Und diese bekommst du als NWO auch hin, wenn du nicht weißt wer genau was sagt, sondern wenn du weißt was die Masse sagt und was sie tut.

        — Frank
      • zeig mir mal einen quantencomputer der bereits außerhalb eines speziallabors funktioniert und der genug rechenpower hat um einen aktuellen kryptoalgo wie z.b. aes zu brechen. die “zeiten von quanten computern” sind noch weit entfernt… soviel dazu.

        — iWeis
      • @iWeis:
        Nur weil es so dargestellt wird, dass diese noch nicht funktionieren, heißt es noch lange nicht, dass sie das nicht bereits tun.
        Vor Snowden wusste auch ein Großteil der Leser hier nicht, dass die NSA alles speichert und jeder der davon redete wurde als Idiot dargestellt.

        Angeblich haben Google und Nasa bereits einen gekauft.
        http://www.naturalnews.com/040.....stems.html

        Wie auch immer. Sollte es diese Computer wie du meinst nicht geben, dann sind deine Daten verschlüsselt halt eine Weile sicher. Aber nicht auf Dauer.

        — Frank
  5. Nun ja, aber da sind schon erhebliche Abstriche von meiner 50 Mbit Leitung machen. Für die eine oder andere Seite geht es ja mal so gerade, aber für einen Donwload oder Upload taugt es nicht.

    — Elv
  6. Das ist aber nur die halbe Miete, z.B. Cookies des Webbrowsers müssen dann auch vermieden werden. Oft sind die Zugangsdaten für Webdienste die Email-Adresse, usw…

    — Smutje
  7. Soll der Artikel so klingen, als müsse man einen eigenen Node/Server aufsetzen, um das TOR-Netzwerk zu verwenden? Es ist natürlich sehr zu begrüßen, wenn möglichst viele Leute auf diese eise mithelfen, aber zur bloßen Verwendung genügt es, die Software (z.B. das Tor Browser Bundle) zu verwenden.

    Außerdem sollte jedem klar sein, dass so lediglich die eigene IP verschleiert wird; für Verschlüsselung des transportierten Inhalts muss man zusätzlich sorgen.

    — Petter

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