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E-Books: Weitere Alternativen zum iBookstore angekündigt – wohin geht’s?

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21 Kommentare 21

Im Zusammenhang mit der eben zu Ende gegangenen Frankfurter Buchmesse waren E-Books zumindest PR-mäßig ein großes Thema. Zwar dominierten in den Hallen weiterhin dicke Wälzer aus Papier, die Anzahl der versandten Presse-Meldungen mit E-Book-Bezug darf man allerdings durchaus als Beleg für eine gewisse Nervosität in der Szene werten, die so gesehen auch nicht ganz unberechtigt ist: Apple hat bereits erfolgreich die Musikindustrie umgekrempelt und schickt sich nun an, vergleichbares auf dem Buchmarkt zu tun.

Ähnlich wie bei den Downloadangeboten für Musik ist der Preis ein heiß diskutiertes Thema. Die Verlage tun sich schwer, deutlich vom Ladenpreis der gedruckten Ausgaben abzurücken, dabei dürften die Einsparungen im Bereich der Produktions- und Logistikkosten bei Büchern noch ein ganzes Stück höher sein, als bei CDs. Die in Deutschland gültige Buchpreisbindung scheint für viele Anbieter eine bequeme Ausrede dafür zu sein, sich gar nicht erst auf Diskussionen zu diesem Thema einzulassen. (Der zuständige Börsenverein des Deutschen Buchandels rät den Verlangen „unter der Hand“ zu einem Nachlass von etwa 10 Prozent auf die gedruckte Ausgabe – offiziell müssten E-Books zum gleichen Preis verkauft werden.)

Momentan leidet unter der Unentschlossenheit der Verlage in erster Linie der zahlungswillige Kunde. Wie einst durch die Musikindustrie wird Apples Vorstoß in einen traditionell verflochtenen Markt zunächst eher kritisch beäugt. Mangels ernst zu nehmender Konkurrenz (Amazon bietet hierzulande noch keine E-Books an) neigen etliche Verlage dazu, sich im Kochen von eigenen Süppchen zu üben – zum Nachteil der Kunden. Das iPad allein (die ebenfalls mit dem iBookstore kompatiblen iPhones und iPods beiseite gelassen) dürfte in Deutschland bereits in mehr Haushalten zu finden sein, als sämtliche konkurrierenden E-Book-Reader zusammengenommen. Wer darauf jedoch die Bücher von verschiedenen Anbietern lesen will, muss teils unbequeme Wege gehen, denn anders als im wirklichen Leben kann man hier nicht alle Bücher zusammen inst Billy-Regal stellen und gut. Die Ankündigungen im Rahmen der Buchmesse haben mehrheitlich den Tenor, dass jeder Verlag bzw. Anbieter zükünftig sein eigenes Regal im Wohnzimmer des Kunden haben will (wäre ja gerade noch hinzunehmen), im schlimmsten Fall soll es sogar ein komplettes Regal (App) pro Buch sein (so auch die aktuelle Rowohlt-Ankündigung – bezeichnenderweise hat man dort schon Probleme damit, die Option „In den Warenkorb“ funktionsfähig zu verlinken).

Ein subjektives Fazit: So wird das nichts. Ich will meine digitalen Bücher ähnlich komfortabel verwalten wie meine Musiksammlung, und genau hier setzt iBooks an. Das Konzept ist sicher ausbaufähig und wird sich entwicklen, wie sich iTunes auch über Jahre hinweg entwickelt hat. Interessant für uns als Kunden wird es spätestens dann, wenn auch Amazon auf dem deutschen Markt aktiv wird. Mit der Kindle-App dürfen wir uns auf eine ernst zu nehmende Konkurrenz und/oder Alternative zu iBooks freuen. Und die Verlage? Die werden ihre Experimente genauso einstampfen, wie es einst Sony und Co. taten (wir erinnern uns an üble Kopierschutz-Disaster) und ihre Bücher wie heute auch über Buchändler verkaufen: Amazon, vielleicht Barnes & Noble, und eben auch Apple.

Nicht unerwähnt wollen wir in diesem Zusammenhang die Bestrebungen von Libri lassen. Einst als Grossist ausschließlich zwischen Verlag und Buchändler tätig, vertreibt das in Bad Hersfeld ansäßige Unternehmen seit 2008 auch E-Books online. Zur Buchmesse hat Libri nun eine eigene App mit vergleichbarer Funktionalität wie Apples iBooks angekündigt. „eBookS für iOS“ soll im Dezember verfügbar sein und Zugriff auf rund 20.000 Buchtitel im Epub-Format liefern.

Montag, 11. Okt 2010, 9:36 Uhr — Nicolas
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Rede mit!
  • Ist ja mal wieder typisch Deutsch: Buchpreisbindung, sprich: Buchmonopol. Es wird höchste Zeit, daß Konkurrenz das Geschäft belebt.

  • Eine gute Analyse. Erschreckend, dass die Verlage
    nichts von den anderen Medien gelernt haben. Auch die reinen ebook Reader werden mittelfristig verschwinden da sie zu begrenzt in ihren Funktionen sind.

  • Warum gibt man nicht einfach zur Printausgabe ein ebook für einen Euro Aufpreis dazu? Dann kann da Aug der schlimmste Kopierschutz rein! Dann habe ich was für den bücherschrank und für unterwegs!

  • Think Different

    zwischen 12. und 16. sollen neue Mac Books kommen! Wer weis mehr????

  • Peter Brülls

    Zum Füntausendstenmal: Die Buchpreisbindung bezieht sich auf *Ausgaben*. Die E-Version kann genausogut einen anderen Preis haben wie die gebundene Ausgabe einen anderen Preis hat als die Taschenbuchausgabe. Nur muß dieser halt überall für den Endverbraucher gleich sein.

  • @stilles: sehr schöne Idee. Warum eigentlich nicht!? Ich kauf auch am liebsten Vinyl LPs mit beigelegtem Download Code.

  • Ich sehe es da ähnlich wie bei der Musik.
    Der Preis muß stimmen, es kann nicht sein das ein ebook genauso viel kostet wie die Printausgabe.
    Ohne Experte auf dem Gebiet zu sein behaupte ich mal das die elektronische Form eines Buches einen deutlich geringeren Produktionsaufwand hat !
    Genau wie bei der Musik…bevor ich 9.99? für ein Album als MP3 zahle, kaufe ich lieber für 2-3,-? mehr die CD.
    Ich sehe da noch jede Menge Verbesserungsbedarf.
    Bei den APPs geht es doch auch mit zivilen und nutzerfreundlichen Preisen…die ich dann auch gerne bezahle.

  • Die Jungs versemmeln es genauso wie die Musikindustrie. Erst wenn es eine große illegale Szene gibt, dann wird wieder gejault. Die sollen vernünftige Preise machen und alle sind zufrieden. Bei den Apps von Apple sieht man ja, dass Leute auch mit niedrigen Preisen reich werden.

  • Ihr habts ja noch gut in deutschland. Ich wohne in der schweiz und unsere gesetze sind noch. Iel schlimmer. Ich kenn sie zwar nicht und versteh auch nicht warum wir sie haben aber diese gesetze schrenken uns doch mehr ein als euch. Wir haben kein einziges buch in unserem ibook store zum kaufen. Da gibts nur gratis downloads von bücher die mindestens 75 jahre alt sind oder so und keinen gültingen urheber recht mehr haben. Das gleiche bei den filmen. Im schweizer itunes gibtes keine filme und keine serien zum download. Das gleich bei playstation da habt ihr deutsche auch ein viedeo store und wir schweizer bleiben aussen vor :(

  • Zitat:
    „Ich wohne in der schweiz und unsere gesetze sind noch. Iel schlimmer. Ich kenn sie zwar nicht …“

    Der war gut!

  • Peter Brülls

    @MrOllium Du irrst. Herstellung und Transport sind einer der kleinsten Teile der Buchproduktion. Sonst gäbe es auch keine Supermärkte.

  • @Peter Brülls
    Ok, aber für Bücher gibt es immerhin noch Herstellungskosten.
    Ein eBook wird einmal „produziert“ und online gestellt.
    Dann klingelt die Kasse ? ohne weitere Produktionskosten.

  • Für mich sieht es eher so aus als ob ein snoop ein Abfallprodukt eines Buches ist. Zur Herstellung eines gedruckten Buches wird der Text doch eh schon digital vorliegen müssen. Wenn man nun dieses Abfallprodukt konvertiert in das ePub Format fals es nicht direkt so sein sollte braucht man 10 Minuten reicht es in den iBookstore ein und sobald der Verlag 79? verlangt hat sich doch schon ein Gewinn ergeben… Sicherlich würde das Einbussen für die gedruckte Ausgabe zur Folge haben und wenn dieser Markt zusammenbricht wäre das ebenfalls schlecht, aber ich zahle doch nicht teilweise das doppelte für ein ebook wie für das gedruckte vorallem wenn ich das schon habe! Musik lässt sich ohne weiteres digitalisieren. Bei Büchern wird das schon schwieriger und zeitaufwendiger => illegaler Download ist die einzig verbliebene Alternative UND ich richte KEINEN Schaden an. Gibt es das Buch nicht, würde ich zu 100% auch nicht nochmal vom Verlag kaufen

  • Ja unsere Buchpreisbindung! Ich weigere mich für ein Buch einen Preis zu Zahlen der nach meiner Meinung überteuert ist! Ja es müssen sehr vielle daran verdienen doch wenn die Autoren Ihre Bücher bald nur noch als PDF Datei verkaufen und dafür einen Realistischen Preis nehmen dann bin ich auch wieder bereit ein Buch zu Kaufen. Ich Zahle doch nicht 20 oder 30 oder mehr Euro für ein Buch! Es ist kein Auto es ist kein Computer es ist nur ein Buch das ich lesen und dann warscheinlich weiterverkaufe oder verschenke!
    Also liebe Autoren so wie ich denken viele Für ein gutes Buch 10 Euro und dann ist gut! Alles andere ist Wucher finde ich……

  • Und als Feature hat man die Möglichkeit, alle seine Fotos gleich bei Facebook hochzuladen und den entsprechenden Freunden zuzuordnen. Das natürlich schnell, unkompliziert und ohne Einwilligung Dritter. :)

  • Also, auf die Libri-App freue ich mich. Wo steht auf deren HP etwas vom Erscheinungstermin?

  • Zig verschiedene Anlaufstellen, zig verschiedene Apps – so wird das nix.
    Ich beschwere mich nicht mal über die Preise, aber die Auswahl an e-Book Titeln ist lausig!
    Nur Trivial- und Nonsensliteratur und kaum Fachbücher, die deutschen Verlage verschlafen wieder alles.

  • Zitat:
    „Ich wohne in der schweiz und unsere gesetze sind noch. Iel schlimmer. Ich kenn sie zwar nicht …“

    Made my Day

  • Ich denke nicht, dass die deutschen Verlage „alles verschlafen“. Zumindest kann man diese Aussage nicht so pauschal dahin stellen. Die Verlage sind durchaus bereit, mit Apple zusammenzuarbeiten. Wie Herr Brüll schon sagte, die Buchpreisbindung stellt da keine wirkliche Hemmschwelle dar! Dass die Verlage ihre Bücher gern auf dem iPad sehen würden, hat auch die Buchmesse gezeigt, auf der viele Verlage das iPad mit am Stand hatten und ihre Bücher darauf vorführten. Eine direkte Zusammenarbeit mit Apple wird den Verlagen derzeit jedoch nicht leicht gemacht. Kann man nur ein geringers Titelkontingent zur Verfügung stellen, bedeutet dies oftmals schlechte Konditionen, gibt es technische Probleme, kann man auch keine Unterstützung von Apple erwarten, ganz zu schweigen von den weiteren technischen und finanziellen Anforderungen. Selbst Apple suggeriert, dass es wohl besser wäre über einen Aggregator mit Apple zusammenzuarbeiten. Seit der Markteinführung des iPads in Deutschland, quasi gerade erst, entstehen diese Aggregatoren auch im deutschen Markt.
    Und was die Fachbücher angeht: Eine Konvertierung in das EPUB-Format ist bei reinen Fließtexten wie Romanen etc. deutlich einfacher und kostengünstiger als bei Fachliteratur, wo die Texte oftmals durch Tabellen, Kästen, Abbildungen etc. strukturiert sind. Dies macht es nicht leicht eine breite Auswahl an Titeln zur Verfügung zu stellen. Und oftmals fehlen den Verlagen auch einfach die Rechte, um das zu tun, was sie gern würden.
    Bei den ganzen Diskussionen würde ich mir mehr einen Blick hinter die Kulissen wünschen.

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