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Datenkrake Smart-TV: Verbraucherzentrale klagt gegen Samsung

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Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat vor dem Landgericht Frankfurt am Main eine Musterklage gegen die Samsung Electronics GmbH eingereicht. Der Vorwurf der Verbraucherschützer: Die smarten Fernseher der Koreaner würden ihren Anwendern keine Möglichkeit anbieten, die Datenkommunikation komplett zu unterbinden.

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Samsung Fernseher – im spezifischen Fall geht es um das Samsung-Modell UE40H6270 – würden direkt nach dem Start „nach Hause telefonieren“, ohne ihren Anwendern dabei zu erklären welche Daten in welchem Umfang übermittelt würden. Eine Option zum Deaktivieren der Online-Kommunikation fehlt ebenfalls.

Wer seinen Samsung-Fernseher mit dem Internet verbunden hat, sendet nach Angaben der Verbraucherzentrale schon nach dem ersten Einschalten sensible Informationen an Server des Elektronik-Riesen. Das ist als Grundeinstellung in den Smart-TV-Geräten so eingerichtet. Darüber wird der Neubesitzer aber weder informiert noch kann er etwas dagegen unternehmen.

Mit der Klage will die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nun erreichen, dass Daten erst nach entsprechender Information durch die Gerätehersteller und nach Einwilligung der Nutzer übertragen werden. Den ersten Verhandlungstermin hat das Gericht für den 19. Mai 2016 angesetzt.

[…] nicht erst beim Aufrufen von Inhalten aus dem Internet werden Daten zwischen Fernsehgerät und Samsung-Server ausgetauscht. Schon bei der bloßen Inbetriebnahme wird mit der HbbTV-Funktion standardmäßig die IP-Adresse des jeweiligen Internetanschluss-Inhabers übertragen. Dadurch kann er identifiziert werden.

Für die Erhebung und Verwendung dieser Daten fehlt nach unserer Ansicht die rechtliche Grundlage. Denn der Nutzer hat nicht in die Datenübertragung eingewilligt. Samsung muss vor der Nutzung der HbbTV-Funktion in verständlichen und gut wahrnehmbaren Datenschutzbestimmungen über die Erhebung und Verwendung von Daten informieren. Erst wenn eine entsprechende Zustimmung vorliegt, darf es zu einer Übertragung von Daten kommen.

Samsungs Datenschutzbestimmungen erstrecken sich aktuell auf 56 TV-Bildschirmseiten und sind nach Einschätzung der VZ NRW so „unverständlich, lang und kompliziert“, dass kein durchschnittlicher Fernsehnutzer die Folgen seiner Zustimmung durchblickt.

Freitag, 06. Nov 2015, 9:07 Uhr — Nicolas
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  • Wird ein netter Gag von Samsung, nachdem jetzt schon 1 Drittel entlassen werden sollen

    • Es bringt aber nichts, wenn der Verbraucher zwar auf den Datenaustausch hingewiesen wird, anschließend faktisch aber nicht ablehnen kann, weil er dann sämtliche Smart-Funktionen (Hbbtv) nicht nutzen kann!
      Aber genau so wird es kommen! grrrr

  • hmm.. einfach beim Einrichten erst mal keine Internetverbindung konfigurierern bzw. kein LAN-Kabel anzuschließen sollte zumindest das erste „nach Hause telefonieren“ unterbinden. Verstehe das Problem nicht.

    • Ja genau, und der TV holt das dann nicht nach sobald er erstmalig mit dem Internet verbunden wird. Was übrigens bei einem SMART TV auch die Regel sein sollte.

      • wieso habe ich wohl gesagt „beim Ersteinrichten“. Im Artikel wird ja nicht explizit geschrieben, dass man es später NICHT ausschalten könne (3. Abschnitt).

      • P.S: dann wird halt an Samsung übermittelt, welche Inhalte und Sendungen ich gucke.. uiuiui wie fürchterlich. wenn ich nen Streaming-Anbieter wie amazon prime oder spotify nutze wird da mit Sicherheit einiges mehr an Daten übermittelt, da ich mich da ja sogar noch mit meinen Daten inkl. Bankverbindung registrieren und einloggen muss.
        Whatsapp lasse ich direkt mal unerwähnt..

      • Soweit ich weiß werden die Inhaltsverzeichnisse deiner USB Sticks und externen Festplatten, je nach Smart TV und Hersteller, übertragen. Da frage ich mich schon wenn ich eine AVI oder MPEG abspiele und auf den gleichen Stick auch PDFs und Doc Dateien sind was das den Hersteller eines Fernsehers angeht. Das ist garnicht SMART.

      • Da du Whatsapp aber nun erwähnt hast, bist du bestimmt einer der Fraktion „ich hab nichts zu verstecken und mein Privatleben ist für NSA und Co doch eh nicht interessant“.

      • Scoo hat halt nix zu verbergen!
        Mann, o Mann…

    • Das „Problem“ ist dass es auch normale Nutzer gibt die sich nicht für alles einen Trick ausdenken wollen sondern das Ding einfach benutzen. Und das „Problem“ ist, dass Samsung genau darauf spekuliert.

    • Was ist das denn für eine Aussage?!?
      Das ist nicht der Ernst oder?
      Den Programmierer will ich sehen, dass er keine Routine implementiert, der nicht nach vorhandener Web-Verbindung sucht, sollte es beim 1. mal nicht geklappt haben.

    • Scoo
      Dir schient der Datenschutz egal zu sein. Kannst Du mir bitte all Deine privaten Dateien (Urlaubsbilder, digital vorliegende Rechnungen, Bestellungen bei Onlinehändlern (aber bitte für dieses Jahr, usw.) zuschicken?

  • Wieso kann man eigentlich in der App keinen Text mehr kopieren? Wollte nach dem UH….googeln, das geht jetzt nicht ? (IPhone 6S). Früher ging das immer…

    • Bestimmt weil sie wollen, dass du den Artikel noch mal in Safari öffnest, damit sie ne höhere Klickrate auf ihrer Seite bekommen… Nervt mich auch brutal!

  • Von welchem „durchschnittlichen Fernsehzuschauer“ reden wir hier? Die, die RTL gucken oder auch mal Phönix / ARTE?!

  • Wenn man ganz ehrlich ist gibt es keinen Smart TV der ein Funktion bietet, die externe Hardware nicht besser löst. Dass es inzwischen eine Herkulesaufgabe ist ein Gerät zu finden, dass nicht mit dazu noch langsamer, schlecht umgesetzter Software vollgestopft ist, ist ein Trauerspiel. Die sollten lieber gute Monitore (mit Tuner) bauen und den Rest Leuten überlassen die Ahnung davon haben.

  • Uiiiii, ein Arte Zuschauer der seine geistige Überlegenheit mal nicht versucht zu verstecken!

  • Diese Diskussion ging schon vor vielen Monaten durchs Netz. Auch Heise.de hatte darüber berichtet, daß viele Fernseher nach Hause telefonieren. Das war für mich der Anlaß, meiner FritzBox eine Blacklist mit über 200 Einträgen zu verpassen (kurze Websuche hilft – oder PM an mich). Seitdem funktioniert zwar kein Android-Telefon mehr in meinem Netzwerk, aber das betrifft mich nicht (Freunde fluchen :-) ), aber der Vorteil überwiegt: alle im Heimnetzwerk verbundenen Geräte sind werbefrei! IPhone, iPad, Rechner –> einfach alles. Und die Ladezeiten sind ein Traum ohne Werbung. Eine geniale Sache, die von AVM eigentlich als großer Vorteil beworben werden sollte.
    Auch die gängigen Phishing-Seiten sind blockiert und die TVs von Samsung und Lucky Goldstar müssen lernen, alleine zu leben. Der Kontakt nach Hause bleibt Ihnen verwehrt.
    Ob das Einfluß auf die Funktionalität der Fernseher hat, weiß ich nicht. Meiner dient als reiner Monitor für meine VU+, die Welten besser ist, als irgendein Smart-TV je sein könnte. Daher hätte Samsung auch nur mitbekommen können, daß ich HDMI 1 gucke, wann immer der Fernseher an ist. Die Steuerung der anderen Zuspieler (ATV und AFTV) übernimmt der Verstärker.
    Unterm Strich war es für mich die beste Entscheidung und ich kann die Nachahmung nur empfehlen.

    • Twittelatoruser

      Weißt du das so genau? Siehe http://www.hifi-regler.de/wiss.....i/hdmi.php . Über HDMI sollst du komfortablerweise vom Fernseher aus die Kanäle umschalten können. Dazu werden sicherlich die Kanalnamen übertragen. Der Fernseher sieht als, du nutzt ein HDMI Gerät, dass du z.B. auf Kanal 3 eingestellt hast und dieser Kanal den Namen „Arte“ hat. Wenn du eine App auf dem Apple TV nutzt, bekommt der Fernseher vermutlich nicht viel mit. Dafür überträgt z.B. Whatever alle Daten, welchen Film du bis wohin geschaut hast (was nicht schlimm ist, da man auf anderen Geräten über Whatever den Film evtl. weiterschauen möchte). Ich vermute, Netflix u.s.w. senden aber lehr Informationen nach Hause, auch wenn man sie nicht für die Synchronisation nötig sind.

    • moin Alnig,

      ich hätte da Interesse an deiner Blacklist. Könntest du sie im ifun-Forum posten ? Wie ich dir ne PN schicken hab ich hier nicht gefunden….

    • Hi Alning, schließe mich meinem Vorredner an…möchte gerne auch die Blacklist :)

  • Und genau geistige Haltung ist ein Problem. Was, wenn auch gleichzeitig Benutzername und Passwort von Deinem NAS mit übertragen wird? Denn Du weißt ja nicht welche Daten übertragen werden

  • Deren Bestimmungen musst du ja auch erst akzeptieren bevor du den Dienst nutzen kannst, vorher erhalten die an Daten nichts. Hier wird aber schon gesendet bevor du damit einverstanden warst. Des weiteren: was geht es Samsung an was ich schaue? Reicht doch wenn das der Sender weiß, den ich einschalte.

    • Woher soll der Hersteller den wissen, wenn ein Kabelreceiver / IP-TV Receiver angeschossen ist, welchen Sender ihr schaut, wenn via HDMI eingespeißt wird?

      Wenn ihr die eingebauten Tuner nutzt, dann könnte es an dem sein. …

      Die Leute, die sich hier beschweren haben sicherlich auch noch ein non-rooted Android-Wanzen-Phone zu Hause und machen sich natürlich keine Gedanken über die ganzen Appberechtigungen – und nicht bekanntzumachende Berechtigungsänderungen/-ergänzungen bei Appudates, etc.
      Aber hauptsache der TV darf meine IP nicht wg. der Zuordnung erfassen/übertragen, etc.

      Naja, jedem das seine.

  • Wenigstens fälscht Samsung keine Abgaswerte.

  • Na ja: Ob das bedenklich ist, kann man erst berurteilen wenn bekannt ist, was die Kisten telefonieren. Ich hab so ein Teil, ein paar Zoll kleiner. Natürlich habe ich bei der Ersteinrichtung das Lan-Kabel ausgesteckt gelassen.

    Aber dass eine Software offline gewünschte Daten in den Speicher schreibt und telefoniert, wenn sie online geht, habe ich vor etwa 20 Jahren ( in Hypercard :) ) erstmalig selbst programmiert. Und als Entertain-Kunde muss ich ans Netz. Und mir ist es leider nicht gelungen, einen Packet-Sniffer dazwischen zu schalten.

    Und wenn das Teil dann ungefragt meine Kontaktliste oder Ähnliches übermittelt, krieg ich schon einen dicken Hals. Whatsapp etwa macht das, bevor man den Button der das unterbindet überhaupt gelesen hat. Wer ins Netzt geht, hinterlässt unweigerlich Spuren. Für mich gilt: Je weniger, desto besser.

    Also: Klage ist richtig, eigentlich viel zu spät. Wie sonst soll man Datenkraken ein Ärmchen abschneiden?

    • Twittelatoruser

      Warum wird immer ein LAN-Kabel gebraucht? WLAN und gut ist. Die, die einen schlechten „Router“ haben, müssen leider LAN-Kabel verlegen. Z.B. Speedports sind sehr schlecht. Ich habe eine FritzBox, aber keine typische subventionierte FritzBox, weil das keine richtigen FritzBoxen sind. Diese seltsamen Fritzboxen werden vom Internet Provider kontrolliert und bekommen deshalb erst dann Updates, wenn es der Internet Provider will. Ich dagegen bekomme es direkt von AVM. Davor hatte ich die schlechte Speedport, die finanziell nicht preiswerter war, aber viel weniger Funktionen hatte und deren WLAN-Hotspot instabil war.

  • Es geht auch nicht darum das Daten übermittelt werden, sondern welche und warum

  • Dann kauft euch keinen Smart TV oder verbindet ihn nicht mit dem Internet selbst schuld ..

    • Erst lesen und informieren, HbbTV benötigt keine Verbindung zum Internet (kann aber auch über diese laufen) um Daten senden und empfangen zu können. Das ganze läuft über das normale TV Signal wie bei VideoText. So haben sie es jedenfalls in den letzten Jahren auf der IFA erklärt.

      • HbbTV sind doch die Mediatheken ! und ob das Internet benötigt.
        nur das normale TV Signal samt Teletext über DVB-C/T/S2 etc benötigt kein Internet.

  • „Samsungs Datenschutzbestimmungen erstrecken sich aktuell auf 56 TV-Bildschirmseiten und sind nach Einschätzung der VZ NRW so „unverständlich, lang und kompliziert“, dass kein durchschnittlicher Fernsehnutzer die Folgen seiner Zustimmung durchblickt“
    Entweder gehen die von RTL Zuschauern aus, oder aber die Bestimmung ist auf klingonisch geschrieben.

    • Und wir sollen jetzt glauben, dass Du bei der Einrichtung eines neuen Fernsehers 56 Seiten Datenschutzbestimmungen liest!? Vom Verstehen rede ich gar nicht.

  • Schon toll, dass mittlerweile wohl alles, in dem das Wort „Smart“ vorkommt dafür da ist, Daten zu klauen und jeden auszuspionieren. Ein Smartphone sammelt jeden Schritt und jeden Klick über einen und jetzt eben auch die Fernseher. Noch toller ist es natürlich, wie schnell sich viele Leute auf den Rücken legen und einfach mal alles mit sich machen lassen. Jeder will immer der Schlaueste und Tollste sein aber lässt sich nach Strich und Faden verarschen. Wenn dieser Datendiebstahl ja völlig harmlos ist, warum machen die Unternehmen das dann heimlich? Und warum erfährt man nie welche Wege die eigenen Daten nehmen und was damit gemacht wird? Ist doch schließlich das Normalste von der Welt das Internet dafür zu nutzen, Millionen von Menschen auszuspionieren, stimmt’s? Die Jasager hier möchte ich wieder einmal bitten, einfach ihre gesamten Login Daten für Bank für E-Mail Postfächer und so weiter hier offen zu hinterlegen. Ist doch eh alles nicht wichtig und wenn es euch nichts ausmacht, dass irgendwelche multinationalen Unternehmen eure Daten bekommen könnt ihr sie auch ein paar Privatleuten geben, die viel weniger damit anfangen können.

  • Wie soll der TV denn online gehen ohne Netzwerkkabel oder WLan-Anbindung?
    „Kunde kann das nicht unterbinden“ halte ich für ziemlich wackelig.

  • Unser Samsung TV (UE55H7080) sollte ohne Internetverbindung eingerichtet werden. Ging nicht, er hat sich immer aufgehängt sobald man die Programmübersicht, Programminfo oder sonstiges gestartet hat (es hing ziemlich sicher mit dem EPG und HbbTV zusammen). Grundsätzlich war alles ausgeschaltet was ein Internet gebraucht hätte. Oder anscheinend nicht ;) Toll gemacht Samsung!

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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