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Bunt statt Grau: Telekom bittet Sprayer um Hilfe

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32 Kommentare 32

Unter der Überschrift „Aus Grau wird Bunt“ ruft der Bonner Netzbetreiber interessierte Künstler dazu auf, die im Straßenland verteilten Multifunktionsgehäuse des Anbieters zu verschönern. Nachdem die grauen Kästen in den vergangenen Jahren zumeist auf inoffiziellen Wegen mit zahlreichen Graffiti-Kunstwerken bzw. von Kinderhänden bemalt wurden, segnet der Netzbetreiber private Entwürfe jetzt auch offiziell ab.

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Der Weg zur Zeichenerlaubnis soll unbürokratisch und schnell sein und kann ganz informell per E-Mail abgewickelt werden:

Aus dem bisher umfangreichen Papierwerk ist eine E-Mail-Version geworden, die nur noch formlos bestätigt werden muss. Um auch weitere Leute zu motivieren, sich künstlerisch auf unseren Multifunktionsgehäusen zu verwirklichen und Stadtbilder zu verschönern, wurde sogar ein Flyer erstellt, der alle wichtigen Rahmenbedingungen auf einen Blick zusammenfasst. Mit der eigenen E-Mail-Adresse „produktion@telekom.de“ gibt es ein zentrales Einfalltor für alle Interessenten.

Der Haken: Die Telekom behält sich vor zwischen wahren Künstlern und Möchtegern-Graffiti-Artists zu unterscheiden und wird nach eigenen Angaben ein „Auge darauf haben, dass der Look der Kästen nicht verschlimmbessert wird“.

Solltet ihr davon ausgehen den hohen Anforderungen der Telekom gerecht zu werden, dann schnappt euch die Pinsel und hofft auf das gönnerhafte OK, nachdem die Telekom eine kommerzielle Nutzung des vorgeschlagenen Kastens ausgeschlossen hat.

Standort, Skizze und aktueller Zustand des Gehäuses müssen daher auch eingereicht werden. Regional wird dann von der Niederlassung geprüft, ob es sich überhaupt um ein Gehäuse der Telekom handelt und ob das gewünschte Motiv umsetzbar ist. Außerdem wird geklärt, ob eine kommerzielle Nutzung der Gehäuse möglich ist oder sogar bereits dahingehende Pläne bestehen. Steht dem nichts entgegen, müssen die Motive nur noch ethisch, politisch und religiös neutral sein und dürfen keine kommerzielle Werbung enthalten.

Mittwoch, 22. Jul 2015, 9:24 Uhr — Nicolas
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  • An sich eine nette Idee. Aber traurig, das es nicht mal eine Aufwandsentschädigung für die Künstlerinnen und Künstler.

    • Die Telekom bietet eine öffentliche Leinwand. Das reicht doch!

    • Der Nutzen liegt hier beim Sprayer, nicht bei der Telekom. Wenn überhaupt müsste das Geld also in die andere Richtung fließen. Ich find die Aktion gut.

      • Naja. PR-Technisch wäre es sinnvoll noch unter den besten Kunstwerken eine Art Gewinnspiel zu machen.

      • Es ist relativ offensichtlich, dass keiner der bisherigen Kommentatoren tatsächlich vom Fach ist. Denn Profis wird ziemlich schnell auffallen, dass dies nur ein weiterer Versuch privater Unternehmen ist möglichst kostenfreie Auftragsarbeiten zu erhalten.

    • Wenn du ehrlich bist hättest du sogar gemeckert wenn die Sprayer dafür Geld bekommen.

  • Würde bei uns in der Stadt schön gemacht, sieht sehr gut aus und passt sich ins Stadtbild ein. Zum Teil echte Kunstwerke

  • Finde ich echt gut – die Kästen sehen teils echt grausam aus !

  • Die Stadtwerke Rostock praktizieren das schon seit Jahren mit großem Erfolg! Die Sprayer legen ein Konzept für das jeweilige Gebäude ( meist Transformatorstationen), welches sich in die maritime Umgebung angleicht, ab und erhalten dann sehr schnell die Genehmigung für ihre Werke. In der Bevölkerung herrscht großenteils Zustimmung. Auch weil damit der „wilden Verunstaltung“ Einhalt geboten wird.

    Liebe Telekom, herzlich Willkommen in der farbenfrohen Welt

  • Naja, eigentlich ne Frechheit. E.on macht das schon seit Jahren, aber bezahlt die Sprayer auch dafür..

    • Hauptsache meckern! Manchen Personen kann man eben nichts Recht machen!

    • Deshalb ist das ganze ja auch eine freiwillige Sache, hier wird ja niemand gezwungen sich gedanken zu machen, es einzusenden, auf eine genehmigung zu warten und dann seine zeit und Materialien zu inventieren…
      P.s.: bei den kleinen Gehäusen geht das auch, entweder bei der oben genannten stelle melden oder beim nächsten Telekom Technik GmbH Standort mal nachfragen.

      • Vor Ort kann es gut sein, dass die keine Ahnung von der Aktion haben. Ich selbst habe dadurch hierüber erfahren und verbreite das jetzt unter Kollegen.
        Ich begrüße sehr, dass das Thema nun aktiver verfolgt wird. Bisher war das nur in einzelnen Gemeinden bekannt, dass das überhaupt möglich ist. Ich freue mich auch viele bunte Gehäuse und bemitleide schon jetzt die Mitarbeiter die daran arbeiten müssen und das Gehäuse nicht finden.

    • Wer dafür bezahlt werden will, kann sich ja auch bei entsprechenden Angeboten bewerben.

  • So werden Straftäter in den Künsterhimmel gehoben und wir dürfen uns der „Unterschichtkunst“ erfreuen. Meiner Meinung geht man in Singapur den einzig richtigen Weg.

    • dann geh halt nach singapur. aber lass dich nicht beim klauen erwischen.

    • Ähm, hast du den artikel gelesen? Es gibt schon Künstler die das wirklich professionell machen, ich rede hier nicht von den möchtegern gangstas die grad mal lesen und schreiben können…
      Und es ohne die Genehmigung der Telekom zu machen ist immer noch genauso illegal wie vorher auch.

    • Die Meinungsfreiheit einzuschränken? Ja, das würde ich mir bei derartigen Kommentaren hier auch wünschen.

    • Ach mein Gott, ja Singapur is a fine city, schon klar. ;-)

      Aber a) haben wir doch ein abweichendes Demokratieverständnis und b) muss man hier auch allgemein kulturelle Unterschiede beachten. Und nicht alle Verbote und Strafen werden da so ernst genommen, wie es klingt.

      Noch gräulicher sind nur Deine Aussagen von ‚Unterschichtkunst‘ ! Was soll das bitte schön sein? Zeitgemäßer Ausdruck für ‚entartet‘???
      Schon erstaunlich wieviele Leute heute immer noch meinen, nur Ihre Sicht der Dinge ist die richtige.
      Mich Stören auch viele Graffiti, aber insbesondere auch weil sie wild an den unmöglichsten Stellen angebracht werden und eben sich über den Willen der Eigentümer dieser Stellen / Plätze / Wände etc. einfach hinwegsetzen. Auch hier denken einzelne, ihre Meinung über Ästhetik ist die einzig maßgebliche.

      Ich finde solche Initiativen wie die der Telekom daher sehr gut, auch wenn man manchmal Hauswände sieht, die MIT Einverständnis der Eigentümer besprüht werden, ist das gut.

      Das Ergebnis des Bemalens ist dann halt immer Geschmacksache, aber im Falle Telekom, wird vermutlich alles besser aussehen, als grau. ;-)

      Mehr Toleranz auf allen Seiten wäre wie oft wünschenswert.

      • Wenn, wie bei uns in der Stadt eine neue Stützmauer aus Gabionensteinen mit dem Logo eines Fußballvereines verunziert wird dann ist das „Unterschicht“ und keinesfalls Kunst! Von mir aus kann sich jeder sein Traummotiv auf die Motorhaube sprühen oder besser noch auf die Oberarme tetovieren, so erkennt man die Protagonisten wenigstens gleich vom weiten. KUNST beschreibt jedoch etwas anderes- google hilft!

  • Willkommen in Deutschland 2.0!!!

    Wie man es macht, es gibt immer welche die meckern. Und es sind auch immer die selben, die alles besser wissen. Und die Anonymität des Netzes beflügelt diese notorischen Nörgler natürlich noch!

    Pflanzt du einen Baum, kommt einer und regt sich über die Vögel auf, die darin nisten und laut piepen. Pflanzt du den Baum nicht, beschwert sich derjenige darüber, dass man den Vögeln keine Nistplätze schafft! Installierst du ein Vogelhaus, beschwert sich derjenige über den Vogelkot.

    Wie auch immer: Ich finde das gut von der Telekom. Auch dass sie das vorher prüfen. Ist ja schließlich deren Eigentum! Und für gute Sprayer, die auch wissen wie man einen Entwurf fertigt, gibt es so wieder neue legale Flächen!!

  • Ein Freund von mir ist Servicetechniker bei der Telekom und hat mir versichert, dass die optische Gestaltung keinen Einfluss auf die Auffindbarkeit hat. Wenn das von der Optik abhängig wäre, dann hätte die Telekom die Kästen schon vor 20 Jahren in Magenta lackiert.

    Ich freu mich schon drauf wenn der große Verteilerkasten unter meinem Schlafzimmerfenster mal endlich ordentlich und originell aussieht und nicht mehr mit den asozialen Tags vollgesaut ist.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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