ifun.de — Apple News seit 2001. 18 865 Artikel
   

Buchpreisbindung kommt auch für E-Books

Artikel auf Google Plus teilen.
34 Kommentare 34

Die Bundesregierung will die Buchpreisbindung per Gesetzesänderung auch für E-Books einführen Für elektronische Publikationen sollen somit künftig die selben Regeln wie für gedruckte Bücher gelten.

500

(Bild: Shutterstock)

In Folge dieser Entscheidung werden sich die Preise für E-Books nicht erhöhen, es ist fortan aber per Gesetz ausgeschlossen, dass einzelne Händler gewisse Bücher mit Sonderpreisen bewerben. Dergleichen war aber auch bisher schon die Ausnahme. Die bisher fehlende Rechtssicherheit zwang Anbieter wie Amazon zur Vorsicht und Preissenkungen wie aktuell zum „Tag des Buches“ wurden nur in Absprache mit den Verlagen und dann über alle Anbieter hinweg durchgeführt.

Ob es sich hierbei also zum einen Schritt zum Schutz der Verbraucher handelt, wie uns der Börsenverein des deutschen Buchhandels und auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel Glauben machen wollen, ist diskutabel. Die Verlage und hoffentlich damit auch die Autoren dürften von der Neuregelung profitieren.

Donnerstag, 23. Apr 2015, 18:31 Uhr — Chris
34 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
Rede mit!
  • So manches Mitglied des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sollte sich bei Gelegenheit mit der Existenz, der Natur und Beschaffenheit des Phänomen ebook beschäftigen.
    Einen jähen Erkenntnisgewinn dürfte man nicht von vorneherein aussschließen …

    • Dazu kommt noch das vor kurzem wieder ein Gericht den Weiterverkauf von eBooks verboten hat! Ich will auch eine Lobbygruppe zum abzocken der Bevölkerung gründen ;)

      • Der europäische Gerichtshof befasst sich aber auch schon mit der frage ob der Weiterverkauf von eBooks erlaubt ist oder nicht! Mal sehen was dabei rauskommt!

  • Der Preis kann dann aber trotzdem abweichen von einem gebundenem Exemplar. Ein EBook müsste dann bei Amazon und und Apple gleich viel kosten, Rabatte wegen „Mängelexemplar“ dürfte es dann nicht geben, lediglich Rabatte plattformübergreifend.

    • wie ist das aber mit den unterschiedlichen Gebühren an die Plattformbetreiber? (Apple, Amazon, etc.)
      Apple nimmt ja die bekanntlichen 30%, Amazon auch? Und wie ist das mit anderen Händlern, wie Thalia? Wonach geht die Bindung also?
      Kann es sein, dass die Preise dann erst recht unterschiedlich werden, weil jeder andere Gebühren verlangt?

      • Die Buchpreisbindung betrifft den Endpreis für den Verbraucher. Unterschiedliche Abgaben sind Sache zwischen Verlag und Plattform/Handel.

  • Na endlich hat unsere Bundesregierung einen weiteren Bereich entdeckt, wo sie mit ihrer Inkompetenz Fortschritt effizient verhindern kann. Natürlich darf ein Buch, das elektronisch verteilt wird, keinesfalls auch nur einen Cent billiger sein. Gut, man braucht kein Papier und keinen Druck und keine Lager und keinen Versand… Aber hey, wo kämen wir da hin, wenn eine fortschrittliche Technologie eine veraltete irgendwann verdrängen könnte?
    Es wird dringend Zeit, dass die Dampfmaschinenabgabe eingeführt wird, wo alle Geräte, die effizienter oder billiger sind um exakt den Betrag verteuert werden, den diese günstiger als Dampftechnik machte und so diese unfairerweise vom Markt verdrängt hat.
    Warum sind Glühbirnen -Pardon, LED Leuchtmittel eigentlich nicht schon mit Kerzenabgabe belegt? Die ganze Kerzenindustrie ist total benachteiligt! Schlamperei…
    Ich habe da volles Vertrauen in die hellen Köpfe unserer technikaffinen Politikprofis. Jetzt bin ich sooooo stolz ein Deutscher zu sein…

    • Ein Ebook kann ja auch mit Buchpreisbindung günstiger als das Gedruckte sein.

    • sehr gut, Volker! da spricht mir jemand aus der Seele!

    • Lest ihr auch manchmal etwas mehr, als die Headline?
      Wo steht denn bitte, dass ein E-Book den gleichen Preis der Printausgabe haben muss? o.O

      • Das ändert aber nichts daran das eine Preisbindung für ein digitales Medium völlig albern ist. Schon die Bindung von gedruckten Ausgaben sind meiner Meinung nach Unsinn.
        In jedem anderen Bereich muss sich Qualität beweisen und durchsetzen. Nur bei den Büchern kann eine Lobby die Preise diktieren und jeder muss sich daran halten.

  • Das Hauptproblem ist doch eher die Preispolitik für digitale Veröffentlichungen, sei es ebooks oder MP3s. Es kann einfach nicht sein, dass z.B. ein eBook fast genauso viel kostet wie die gedruckte Papiervariante. Bei eBooks gibt es keine Materialkosten. Das selbe gilt für MP3s gegenüber CDs. Allerdings haben die Autoren und Künstler ja sowieso kaum was von den Verkäufen. Die Verlage und Vertriebe sind die großen Raunfische und kriegen anscheinend den Rachen nicht voll. Aber groß rumjammern.

    • Hast du gewusst dass die großen Verlage durch die hohen Einnahmen von zB JK Rowling wiederum neue Talente finanzieren können? Und so zB den Druck von einem Newcomer übernehmen können?
      Durch eBooks aber zB können Autoren sich selbst verlegen, was wiederum richtig gut ist. Ich möchte da mal an der Marsianer anspielen.
      Der Preis für eBooks, sollte er sich an normale Bücher anpassen/da bleiben, ist einfach zu hoch. Wenn die Politik hier in die genau falsche Richtung reagiert (die Politik kann ja iwie nur noch reagieren) hilft das nur einem: dem Betreiber von eBook-Piraterie Seiten.

  • Ist jetzt endgültig Schluss mit verbilligten iTunes-Karten?

  • hodfentlich wird mir dann auch das Recht und die Möglichkeit eingeräumt das eBook anschließend weiter zu verkaufen. Sonst wärs ja ein Nachteil gegenüber dem gedruckten Exemplar.

  • „selbe Regeln, wie bei den gedruckten Büchern“: gilt das nur für die Preise oder auch für die Rechte. Verleihen und verkaufen? Es versteht wieder keiner mit den $ in den Augen, dass man neue Regeln und Preise braucht um sich den Markt nicht gleich wieder kaputt zu machen.

  • Warum gibt es überhaupt eine Buchpreisbindung in Deutschland?

  • Die Regierung und ihre heuchlerischen Äußerungen. Erst verblödet die Jugend, weil zu wenig Bücher gelesen werden. Also wie löst man das Problem? Die Bücherpreise (eBook) anheben.

  • …und die Verantwortlichen wundern sich das eBooks rückläufig sind. Mehr solche Regeln, eben typisch Deutsch.

  • So richtig verstanden hat die Buchpreisbindung hier kaum einer. Es heißt mitnichten, dass alle Bücher desselben Titels dasselbe kosten und eBooks jetzt so viel kosten sollen wie die Print-Ausgabe.

    Die Buchpreisbindung bezieht sich immer auf alle Exemplare derselben Ausgabe. Daher kann Weltbild ja jetzt mit seinen „Sonder-Editionen“ andere Preise anbieten als das Buch sonst kostet.

    Es heißt also lediglich, dass das eBook derselben Edition überall das gleiche kosten soll. Nicht mehr und nicht weniger.

    • Und das macht Sinn in Bezug auf Wettbewerb, oder dahin gehend das Buchhandlungen sich Paläste hinstellen und online Händler sich goldene Wasserhähne gönnen?

    • stammbowling.net

      Was aber auch keiner verstanden hat: Warum gibt es überhaupt eine Buchpreisbindung?
      Es ist doch immer schlecht, wenn Preise oder Preisgestaltungs-Regeln vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden! Wo ist da der Wettbewerb? Wozu Marketing und Werbestrategien?
      Und wo bleibt verdammtnochmal die Strompreis- und Spritpreisbindung???

  • wirklich ekelhaft, wie die buchindustrie ihre profitgier als sorge um den verbraucher verkaufen will. und gabriel interessiert sich auch null für den normalen verbraucher/bürger seit er im amt ist und lässt sich schön von egal welcher industrie einkaufen, ganz nach spd tradition „genosse der bosse“.
    kommunistische preisfestlegungen waren noch nie gut, wie man eigentlich aus der vergangenheit wissen sollte

  • Die Buchpreisbindung ist einfach überholt, da kann man sagen, was man will – in keinem anderen Bereich gibt es eine solche gesetzliche (!) Regelung.
    Schade nur, dass unsere Politik das nicht erkennt, oder mit Absicht ignoriert.

    • Außer bei Kippen…
      Aber da zahle ich auch 19% Umsatzsteuer, und nicht den reduzierten Satz. Und letzteres treibt die Sache ja auch noch auf die Spitze: Festpreis und niedrigerer Steuersatz.

    • Naja, so ganz stimmt das auch nicht… bei Medikamenten haben wir massiven Eingriff der Regierung bzw. deren regulierender Institutionen… Festpreise, Generikaquote. AMNOG-Verfahren, Zwangsrabatte, etc.
      Hier profitieren die Krankenkassen und letztendlich auch der Einzelne durch niedrigere Kassenbeiträge (nein, ich bin nicht ge-brainwashed, ich beschäftige mich nur berufsbedingt intensiver mit dem Thema).
      Daher finde ich es schwer, mir hier ein objektives Urteil über die Print-Industrie zu machen ohne die Details hinter den architektonischen Kulissen einer Verlagshäuser zu kennen.

  • Wenn im Gegenzug endlich das Weitergeben (Verschenken bzw. Verkaufen) von eBooks erlaubt wird, bin ich dabei! Aber das kriegen die mit ihrem DRM offenbar nicht auf die Reihe. Ein Armutszeugnis!
    Man „kauft“ ein eBook und erwirbt damit das Recht, es zu nutzen. Dieses Recht hängt an einem Account (z.B. Amazon oder ein anderer Anbieter) und kann jederzeit widerrufen werden (z.B. durch Sperrung oder Löschung des Accounts), ohne daß der Kaufpreis erstattet wird. Kann ja eigentlich nicht sein, oder?

  • Hat das Kartellamt eigentlich gar keine Meinung dazu? In Amerika wird Apple verklagt, weil sie angeblich Preise mit den Verlagen absprechen. Hier wird das einfach mal per Gesetz verordnet. Verkehrte Welt. Die Lobby leistet wirklich ganze Arbeit!

  • Die Buchpreisbindung ist gut!
    Sie verhindert, dass Amazon sein Quasi-Monopol ausnutzt, um alle anderen Anbieter in den Ruin zu treiben.
    Ich bestelle zwar auch gerne Sachen bei Amazon und ärgere mich über die hohen ebook- Preise, aber das ist mir lieber, als in zehn Jahren keine Alternative zu Amazon zu haben und dann horrende Preise zahlen zu müssen.

  • Charles Dickens

    Aufhebung des Buchpreises? Bitte nicht. Billiger werden einige Mainstream-Titel, über die dann der Preiskampf ausgetragen wird. Alles, was etwas ausgefallener, besonderer oder anspruchsvoller ist, wird im besten Falle das alte Preis-Niveau halten meistens aber teurer werden. Denkbar wäre auch noch eine schlechtere Ausstattung, weniger sorgfältige Editionen und Übersetzungen – oder man verzichtet eben, weil die Verlage das Risiko nicht mehr eingehen können, ganz auf die Veröffentlichung des jeweiligen Titels. Es gibt weltweit keinen Buchmarkt, der derartig vielfältig und qualitätvoll ist, wie es der deutsche ist. Und glaubt mir, das ist jedes Jahr ein Kampf für die Buchhandlungen und die Verlage. Es wird dabei viel Geld umgesetzt aber gigantische Gewinne, wie hier einige vermuten, werden da meist nicht erwirtschaftet – weil hinter den meisten Büchern unendlich viel, komplexe und gern unterschätze Arbeit steckt.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 18865 Artikel in den vergangenen 5454 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2016 aketo GmbH   ·   Impressum   ·   Datenschutz   ·   Auf dieser Seite werben aketo GmbH Powered by SysEleven