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Bose QuietComfort 2 – Freiheit hat ihren Preis

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Mit dem ICE von Köln nach Stuttgart fährt man rund zwei Stunden – üblicherweise begleitet vom monotonen Fahrtgeräusch des Zuges, von Kindergeschrei und in ihr Mobiltelefon plärrenden Mitfahrern, sowie von scheppernden Lautsprecherdurchsagen, gegen die der iPod mit den original Apple Earphones kaum ankommt. Letzte Woche war das anders: Hin- und Rückfahrt verliefen total entspannt und boten zusammen ausreichend Zeit und Ruhe für den Genuss der von Iris Berben einfühlsam gelesenen Hörbuchfassung des traurigen Klassikers Bonjour Tristesse von Francoise Sagan. Der Lautstärkebalken des iPod färbte sich dabei gerade mal bis zur Hälfte blau.

Verantwortlich für die entspannte Fahrt waren nicht etwa leere Züge mit neuartigen, geräuschlosen Antriebsvarianten, sondern ein angesichts der sonst überall vorhandenen kleinen weißen Ohrhörer ungewohnt großer Kopfhörer mit einer roten Lampe auf der silberfarbenen rechten Ohrmuschel.
Fast 400 Euro muss man für den QuietComfort 2 allerdings hinblättern, dieser ist die überarbeitete Version des ersten Bose Kopfhörers mit aktiver Geräuschreduzierung und inzwischen auch schon seit fast 3 Jahren unverändert auf dem Markt. Über ein kleines Mikrofon an jeder Ohrmuschel empfängt die Elektronik im Kopfhörer die Aussengeräusche und erzeugt eine diese neutralisierende Gegenphase. Vor allem monotone Lärmquellen wie Lüfter, Fahrt- oder Fluggeräusche verschwinden dank der intelligenten Technik nahezu komplett. Stimmen beispielsweise lassen sich stark gedämpft wahrnehmen, somit ist auch sichergestellt, dass weder die Fahrkartenkontrolle im Zug noch die Frage der Stewardess nach dem nächsten Drink verpasst werden. Die Geräuschreduzierung wirkt sich dann auch keineswegs unangenehm aus und erzeugt kein akustisches Vakuum.

Die Unterdrückung dieser störenden Aussengeräusche verhilft selbstredend zu aussergewöhnlichen Audiogenuss. Gehörschonend kann im Vergleich zu herkömmlichen Ohrhörern bei deutlich reduzierter Lautstärke in hoher Qualität konsumiert werden.

Die für die ausgeklügelte Funktion im Inneren des Kopfhörers verantwortliche Elektronik bezieht die dafür benötigte Energie aus einer AAA-Batterie, die etwa 35 Stunden hält. Ein erforderlicher Batteriewechsel kündigt sich durch ein Blinken der Betriebslampe an, aber selbst mit blinkender Lampe sollte laut Bose die Strecke Stuttgart – Köln und zurück locker noch ein weiteres mal entspannt zu genießen sein. Wenn die Batterie dann jedoch leer ist, funktioniert nicht nur die Geräuschunterdrückung nicht mehr, sondern man kann auch keine Musik mehr hören. Das rechtzeitige Besorgen einer Ersatzbatterie ist also empfehlenswert, im Case des Kopfhörers befindet sich auch ein kleines Fach extra dafür. Laut Bose können auch Akkus verwendet werden, diese haben aber deutlich niedrigere Leistungswerte.

Die Geräuschunterdrückung wird übrigens durch einen Schalter an der rechten Ohrmuschel aktiviert und kann auch ohne angeschlossene Audioquelle genutzt werden. Entspanntes Reisen ist also selbst dann möglich, wenn man den iPod vergessen oder dessen Akku schon längst schlapp gemacht hat. Hierfür muss man kein vom Kopfhörer herunterbaumelndes Kabel ertragen, sondern kann diesen einfach ohne das Anschlusskabel aufsetzen. Dieses – im Lieferumfang 1,5 Meter lang – lässt sich nämlich bei Bedarf anstecken und ebenso wieder entfernen. Weiter erhält man beim Kauf ein Verlängerungskabel, Adapter auf 6.3 mm Stereoklinke und für das Bordsystem von Flugzeugen, sowie ein hochwertiges Transportcase, in das der Kopfhörer mit umgeklappten Muscheln platzsparend eingelegt werden kann. Bose bietet erfreulicherweise auch die wichtigsten Kabel sowie Ersatzhörmuschelpolster separat zum Kauf an. Die Kopfhörer sollten ihrem Preis entsprechend lange benutzt werden können und da kann es schon mal angenehm sein, sich neue Polster zu leisten wenn die alten zu stark beansprucht wurden. An dieser Stelle sei noch der hohe Tragekomfort der Kopfhörer hervorgehoben, durch eine Rasterschiene am Bügel lässt er sich gut anpassen und auch längere Benutzung ist kein Problem. Sollte nach längerer Zeit leichter Druck entstehen so reicht es schon aus wenn man eine Raste am Bügel vor oder zurück stellt.

Zusammenfassend können wir den Bose QuietComfort 2 vor allem für Menschen die viel unterwegs sind ohne Einschränkung empfehlen. Die durch ihn gewonnene Freiheit hat allerdings ihren Preis, nämlich besagte 398 Euro.

Dienstag, 13. Jun 2006, 20:51 Uhr — Nicolas
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