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Amnesty International: Rohstoffe in Smartphone- und Autobatterien aus Kinderarbeit

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Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe gegen die großen Elektronikkonzerne, darunter Apple, Samsung und Sony. Der Menschenrechtsorganisation zufolge werde nicht ausreichend geprüft, ob in den Produkten dieser Firmen mithilfe von Kindern abgebautes Cobalt enthalten ist.

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Cobalt- und Kupfer-Erz (Bild: Amnesty International)

Konkret beziehen sich die Untersuchungen von Amnesty International auf den Kongo, eines der Hauptabbaugebiete für Cobalt weltweit. Unter dem Titel „This is what we die for“ hat die Organisation einen ausführlichen Bericht über die Herkunft des für die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus benötigten Rohstoffes veröffentlicht und wirft den Herstellern vor zu tolerieren, dass in den Cobalt-Minen im Kongo Kinder ab sieben Jahren wie auch Erwachsene unter unsäglichen Bedingungen für den westlichen Wohlstand arbeiten. Neben Akkus für Elektronikgeräte stammen dem Bericht zufolge auch von Firmen wie Daimler und Volkswagen verbaute Autobatterien aus gleicher Produktion.

Die Vorwürfe von Amnesty International basieren auf den Kundenlisten der beteiligten Unternehmen, darauf finden sich auch die hier genannten Hersteller. Damit konfrontiert hätte nur ein Konzern eine Geschäftsbeziehung zugegeben, der Rest stritt die Vorwürfe ab oder wollte sich nicht ohne eigene Recherchen äußern.

Apple hat sich zumindest nach außen strenge Richtlinien für die Verwendung und auch Produktion von gesundheitsgefährdenden Stoffen gesetzt. Die Einhaltung dieser Richtlinien werde von den Zulieferern verlangt, zudem veranlasse Apple auch externe Prüfungen diesbezüglich. Hier ein Auszug aus Apples aktuellem Umweltbericht:

Apple setzt sich dafür ein, den Menschen, die unsere Produkte herstellen, sichere Arbeitsbedingungen zu bieten. Wir verzichten nicht nur in den Produkten selbst auf viele schädliche Stoffe, sondern auch in unseren Fertigungsprozessen. Und unsere Zulieferer wissen, wie ernst wir dieses Thema nehmen. Unsere Spezifikation für regulierte Stoffe (Regulated Substances Specification) verlangt von ihnen, diese einzuhalten. Das lassen wir auch durch externe Partner überprüfen.

Es ist davon auszugehen, dass eine offizielle Stellungnahme zu diesen Vorwürfen folgt.

Dienstag, 19. Jan 2016, 9:30 Uhr — Chris
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  • Das Thema ist doch nicht neu. Seit ein paar Jahren ist bekannt, dass unter anderem auch Apple cobalt aus dem Kongo bezieht. Aus Gebieten die nicht zur Regierung gehören und damit natürlich auch zur Spaltung des Landes beitragen. Naja, alles ein großes Problem, trotzdem wird sich nichts ändern.

    • Stimmt. Ist natürlich auch nichts speziell Apple spezifisches. So ziemlich jeder Bewohner der westlichen Welt muss nur mal als sich runter schauen und findet Kleidung aus Kinderarbeit und Hungerlöhnen. Das gehört zu unserem Alltag. Uns geht es nicht so gut, weil wir den Rest der Welt so gut behandeln…

      Man muss Apple des wegen also nicht mehr oder weniger böse sein, als jedem anderem Konzern oder Konsumenten. Trotzdem ist es gut, dass immer wieder darauf hingewiesen wird. Empören sich genug Konsumenten in Ihren Kik T-Shirts darüber, kann es so gar sein, dass sich die Konzerne bewegen. Wer weiß.

      • Naja. Ein großer Teil an billigen Produkten (Spielzeug z.B.) stammt aus der unmenschlichen Produktion in Chinesischen Gefängnissen durch u.a. politische Gefangene, für die Arbeit unter Tage lassen Chin. Unternehmen Kinder entführen und unter dem Schutz korrupter Beamter schuften. Da traut sich aber weder Amnesty, noch die Politik wirklich ran, will doch niemand aus dem größten Zukunftsmarkt ausgeschlossen werden.

        Wenn Unternehmen wie Apple Mindeststandards formulieren UND diese extern überprüfen lassen, finde ich das einen guten Weg. Ob das ausreichend oder vielleicht noch verbesserungswürdig ist, muss man sich dann im Detail ansehen.

      • Hast zwar nicht unrecht, aber was hat das mit KIK zu tun? Der einzige Unterschied zum größtenteil der anderen Marken ist der, das KIK’s Margen geringer sind. Was ja schon fast wieder positiv zu beachten ist!
        Als bei der Konkurrenz für etliche Euros teurer ist, mehr Geld in die Rohstoffe oder Herstellung der Güter fliest.
        Umsatz, Gewinn, Werbung, Profite

  • Klar, wo will man aufhören und anfangen, aber gerade ein so großes und erfolgreiches Unternehmen wie Apple steht da in der Pflicht, im GG heißt es : „Eigentum verpflichtet“ da sollte jeder mal dran denken was er kauft…

  • Schon seit dem Imperialismus, begründet sich das Wachstum und der Reichtum der Eroberer und Kolonialisten, auf Kosten der Völker, die in Knechtschaft und Leibeigenschaft in Armut gehalten und unterdrückt werden. An diesem System hat sich bis heute kaum etwas verändert. Im Gegenteil, mit Entwicklungshilfe und weiteren, möchten wir sie mal marktwirtschaftliche Parameter nennen, wird der Fortbestand dieser geteilten Welten aufrecht erhalten. Soweit in Kürze umrissen. Uns, also den westlichen Industrienationen geht es deshalb gut, weil in den unterentwickelt gehaltenen Regionen, Menschen leiden und ausgebeutet werden.

  • Warum verschwinden hier dauernd meine Post, wenn sie länger als 3 Sätze umfasst? Gibt es ein Zeichenlimit?

  • An diesem Ungleichgewicht wird sich erst etwas ändern, wenn die Ursachen dafür beseitigt werden. Gewollte Überschuldung der sogenannten Entwicklungsländer. Insgesamt wird die Welt irgendwann an einen Punkt gelangen, wo dieser Wachstumswahn überschritten wird. Was dann darauf folgt, darüber kann ich nur Mutmaßen. Hauptsache es bleibt friedlich.

    • Die Flüchtlingsströme von Afrika nach Europa sind doch die ersten Anzeichen, dass wir diesen Punkt schon längst erreicht haben. Solange wir an unserem Wohlstand krampfhaft festhalten, solange werden diejenigen unter den Ausgebeuteten die für sich keine Zukunft mehr sehen aber noch Kraft genug haben versuchen ihre Armut und Hoffnungslosigkeit zu überwinden in dem sie in die westlichen Wohlstandsgesellschaften fliehen.

      • Dann empfehle ich sebo069, den Wohlstand doch mal loszulassen, das Smartphone zu verschenken und auf eine Parkbank zu ziehen. Dadurch wird sicherlich das Problem im Kongo erheblich abgefedert.
        Im Ernst: wenn den Familien in Katanga keiner mehr das Kobalt abnimmt, was wird dadurch besser? Deren Lage wohl kaum, denn dort gibt es keine Alternativen zum Bergbau. Es ist doch immer noch schön, dass man mal eben mit dem schicken Device hier noch ’nen sozialromantischen Kommentar raushauen kann, ohne groß nachzudenken.

      • Sarkasmus hilft den Menschen aber auch nicht weiter.

  • Selbst wenn es Apple nicht mehr geben sollte, wird das Problem bestehen bleiben.
    Aber solche Meldungen sehen halt schöner aus, wenn Apple/Samsung mit eingebracht werden.

  • Tja, und nun bin ich mal gespannt, wieviele Mitarbeiter von AI ein iPhone nutzen. Eventuell sogar ein dienstlich gestelltes. Aber ob hierzu Zählen und Statements veröffentlicht werden? Ich bezweifle dies mal.

  • Amnesty International scheint wieder Geld zu brauchen. Man muss ja immer mal was neues „rausfinden“ um weiteres Geld zu kriegen.
    Ist ähnlich wie ….. amerikanische Forscher haben herausgefunden „Essen macht dick“. ;)

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