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14 Vorschläge für einen besseren App Store

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Brauchen wir überhaupt einen besseren App Store?

Apples Software-Kaufhaus zählt inzwischen weit mehr als eine Milliarde Transaktionen und hat die Installation neuer Applikationen so stark vereinfacht, dass selbst unerfahrene Mac- und iOS-Nutzer inzwischen keine Unterstützung mehr nach dem Download neuer Software benötigen.

Eigentlich könnten wir uns also wunschlos zurücklehnen, vor allem wenn man bedenkt, dass die Tatsachen, noch vor wenigen Jahren ganz anders aussahen: Betagte Mac-Nutzer werden sich an das Archiv-Fomat .sit erinnern. Nicht selten wurden neue Applikationen damals als DMG-Images komprimiert in StuffIt-Dateien ausgeliefert, die nicht nur entpackt und gemounted werden mussten, sondern anschließend auch in noch in den Programme-Ordner verschoben und vielleicht sogar noch im OS X-Dock abgelegt werden wollten.

Die telefonische Sofort-Hilfe im Familien- und Freundeskreis „Jetzt kannst du die DMG-Datei mit Command+E auswerfen…“ gehören glücklicherweise der Vergangenheit an.

Und Apple hat die Shopping- bzw. Download-Tour im App Store nicht nur stark vereinfach. Seitdem neue Downloads standardmäßig in kleinen „Sandkästen“ eingesperrt, nur mit ausgewählten Zugriffsrechten auf das restliche System ausgestattet sind und sich ab Werk nur dann installieren lassen, wenn Apple dem verantwortlichen Entwickler ein Zertifikat ausgestellt hat, mit dem dieser seine Identität belegen kann, ist die Installation neuer Anwendungen auch wesentlich sicherer geworden.

flapflapflap

Was also hat den Software-Entwickler und Podcaster David Smith dazu motiviert, 14 Punkte zusammenzustellen, die den Abstecher in Apples App Store angenehmer machen könnten?

In seinem Artikel „Towards a Better App Store“ beschreibt Smith die latente Frustration, die immer dann aufkommt, wenn er länger als fünf Minuten über einen der vielen Teilbereiche des App Stores nachdenkt:

Angefangen bei der nicht mehr überschaubaren Angebotsgröße, den verwaisten, veralteten und doppelten Downloads, den fehlenden Such-Filtern – die weder eine Eingrenzung der angezeigten Ergebnisse ermöglichen, noch einen direkten Vergleich ausgewählte Apps – bis hin zu der schlechten Suchergebnis-Darstellung, den 1000 Flappy Bird-Nachbauten und der verwirrenden In-App-Kauf-Anzeige…

Um nicht nur gegen den Status Quo anzustinken, sondern produktive Wege aus der Misere anzubieten, hat sich Smith in den vergangenen fünf Episoden seines Podcasts „Developing Perspective“ detailliert mit den Problemen des App Store beschäftigt und eine Liste von 14 Vorschlägen kompiliert, mit deren Umsetzung Apple für einen wesentlich nutzerfreundlichen App Store sorgen könnte.

14 Empfehlungen, die wir im Anschluss kurz zusammenfassen und zur Diskussion freigeben möchten. Die detaillierten, englischsprachigen Begründungen könnt ihr hier nachlesen.

  • #1 Apple sollte alle Anwendungen kontinuierlich auf ihre Güte prüfen.

Auch all jene Apps, die seit drei Jahre nicht mehr aktualisiert wurden. Fehlt die Unterstützung neuer Display-Größen, wurde auf die Nutzung aktualisierter Programm-Schnittstellen verzichtet oder laufen die Apps auf neuen Geräten einfach nicht mehr, sollten auch die Applikationen, die 2009 vielleicht noch kommentarlos in den App Store aufgenommen wurden, wieder aus dem Angebot verschwinden.

  • #2 Suchergebnisse nicht mehr in Kartenform anzeigen.

Die kleinen Such-Kärtchen, mit denen Apple euch die Suchergebnisse präsentiert, lassen sich nur langsam auf brauchbare Downloads scannen. Eine Listendarstellung würde zudem auch all jenen Apps mehr „Sichtbarkeit“ verschaffen, die es nicht unter die ersten 10 Suchergebnisse schaffen.

  • #3 Manuelle Suchwort-Überprüfung

Apple soll sich auch zukünftig ruhig auf seine Algorithmen verlassen, die für die Anzeige der Suchergebnisse verantwortlich zeichnen. Es würde Cupertino jedoch gut zu Gesicht stehen einzelne Sucherwörter gelegentlich auf relevante Ergebnis-Treffer hin zu prüfen. So könnte zukünftig sichergestellt werden, dass bei der Suche nach „Twitter“ nicht mehr 100 irrelevante Apps gelistet werden, ehe Publikumslieblinge wie Tweetbot, Twitteriffic und Co. auftauchen.

  • #4 Eine Power-Suche

Der App Store braucht eine Power-Sucher, die seinen Nutzern die Möglichkeit gibt gut Filter zu setzen. Etwa: Nur deutschsprachige Apps. iPad-Optimiert. Ohne In-App-Käufe. Mindestens in den letzten 6 Monaten einmal aktualisiert. Ohne Werbung. Kleiner als 1GB. Mindestens 3,5 Sterne. etc. pp.

  • #5 Klare Verbraucher-Richtlinien

Welche Apps können unter welchen Umständen und wie zurückgegeben werden. Klar formulierte Richtlinien wären hier durchaus hilfreich.

  • #6 Einfache Rückgabe

Statt ein Online-Formular außerhalb des App Stores ausfüllen zu müssen, sollte der Rückgabe-Prozess Teil des App Stores sein.

  • #7 Anzeige der durchschnittlichen Kosten.

Anstatt die Apps, die sich vornehmlich durch In-App-Käufe finanzieren als „Gratis“ zu kennzeichnen, sollte Apple die durchschnittlich verursachten Kosten der Anwendung prominent im App Store platzieren.

  • #8 Kosten-Übersicht.

Apple könnte seinen Kunden eine Ausgaben-Übersicht offerieren. Wie viel Geld habt ihr tatsächlich in euren letzten App Store Download investiert?

  • #9 Verzicht auf die Verkauf-Charts

Die Anzeige der umsatzstärksten Apps hat keinen effektiven Mehrwert für die App Store-Kunden.

  • #10 Keine Bewertungs-Bettelei

Apple muss klare Richtlinien formulieren, wann, unter welchen Umständen und wie die App Store Anwendungen ihre Nutzer nach einer Bewertung fragen.

  • #11 Durchschnitts-Noten

Anstatt jede Version sofort mit einer neuen Sterne-Bewertung zu versehen, sollte Apple die Durchschnitts-Noten der Apps stärker gewichten und prominenter anzeigen. Apps, die in kleinen Updates so einen Software-Bug zu beklagen hatten, stürzen nicht gleich in die 1-Stern-Hölle ab.

  • #12 Oft aktualisierte Redaktionsempfehlungen

Warum aktualisiert Apple seine Redaktionsempfehlungen nur einmal pro Woche, wenn jeden Tag zahlreiche Neuveröffentlichungen im App Store aufschlagen? Mehr Arbeitseinsatz bitte.

  • #13 Von Apple ausgesucht

Sollte sich das Radaktions-Team des App Stores für eine App-Empfehlung entschieden haben, sollte dies auch beim Besuch der ausgewählten App ersichtlich sein. Redaktionsempfehlungen verdienen auch in Suchergebnis-Listen eine gesonderte Kennzeichnung.

  • #14 Mehr Kategorien.

Anstatt nur 24 Kategorien anzubieten, in die alle App Store Anwendungen einsortiert werden müssen, könnte Apple den Schlagwort-Pool kräftig ausweiten. Warum sollte sich ein New York-Reiseführer nur auf die Kategorie „Reise“ festlegen müssen. Warum nicht auf eine granulare Unter-Kategorien wie: Reise -> Nordamerika -> New York -> Backpacker.

Montag, 21. Apr 2014, 12:32 Uhr — Nicolas
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  • Fernab von der rechtschreiberischen Metakritik: Die Verbesserungsvorschläge passen exakt.

  • Seh guter Ansatz! Ich hoffe die Verantwortlichen von Apple bekommen von dem Artikel mit und setzten einiges davon um!
    Also Punkt 1,2,4,9,10,11 sind super Verbesserungsvorschläge! Punkt 14 würde meiner Meinung nach das ganze noch unübersichtlicher machen. Die restlichen Punkte sind für mich uninteressant.

  • definitive Zustimmung durch die Bank weg.

  • Ich geb noch 1. dazu: Durchsuchbare Einkäufe, innerhalb der AppStore App. Unter iOS 5.1 gab es das mal, auch wenn es nicht wirklich funktionierte. In iOS 6.1.x ist das Eingabefeld verschwunden. Oder gibt es das wieder unter iOS 7?

  • Ich stimme allen Punkten zu bis auf #1:
    Ältere iOS Versionen müssen weiterhin unterstützt werden, darum sind auch Apps wichtig die eventuell noch auf den neusten Schnickschnack optimieret wurden!

    Mit Suchfiltern ließen sich ja Ergebnisse filtern und so die Apps rausgesucht werden die das neuste iOS unterstützen.

    Mir auch schleierhaft warum Apple nicht die von Entwicklern vergebenen Stichwörter anzeigt und danach filtern lässt. Apple stellt sich bei der Suche wirklich extrem dumm, wie ein Informatik Anfänger.

    • Ein Fehler, ich meinte:
      eventuell noch auf den neusten Schnickschnack optimieret wurden!

    • Nun aber, Sorry:

      darum sind auch Apps wichtig die eventuell noch NICHT auf den neusten Schnickschnack optimieret wurden!

      • So wie ich den #1 verstehe, schließt Aktualität und Kompatibilität zu vorhergehenden iOS’es sich nicht aus, was auch aus Apples Regularien hervorgeht. Derzeit werden Apps über eine Spanne von iOS 5 – 7 supportet, wenn die App ursprünglich für iOS 5 (oder <) entwickelt wurde. Neuzugänge werden (iPhone only) nur noch ab iOS 7 zugelassen, bei einer Universal-App aber ab iOS 5.1. Zugegeben, Apple macht es den Entwicklern nicht einfach, Apps nach unten hin kompatibel zu halten. Der Programmieraufwand ist um ein vielfaches höher und schreckt unerfahrene Entwickler auch ab. Auch ein Gradmesser, der über die Qualität einer App Auskunft gibt. Umso erfreulicher ist die Anzahl der Apps, die von iOS 5 – 7 laufen und die jeweiligen Eigenschaften des iOS'es auf der sie (die App) läuft, auch zu nutzen wissen. Ich freue mich jedenfalls über jede App, die das kann.

  • Was soll eigentlich immer dieses „Sign“?
    Zustimmendes Unterschreiben eines vorhergegangenen Kommentares?
    Warum schreibt ihr dann nicht, dass ihr zustimmt? Ist es, weil es nur vier Buchstaben sind? Manch einer verkauft also nach und nach seine Muttersprache und das aus purer Faulheit?
    In der Geschichte hat es sich ehemals bewährt, wichtige Schriften ins Deutsch zu übersetzen. Dieser Mühe ging man nicht aus dem Weg. „Sign oder nicht sign, das ist hier die..“
    Ich frage mich, ob das Internet in allen Belangen förderlich ist für Jedermann.

    Faul(heit) rulz

    Viel Spaß dabei

    Das musste jetzt mal gesagt werden.

  • Nicht schlecht wäre auch, Bücher so zu kodieren, dass nicht alle Kapitel durcheinenader abgespielt wereden. Das Hörbuchmanagement ist murks.

    • Leider OT aber muß ich mal los werden:
      Ich wäre froh wenn der Player sich die letzte Position in einem Hörbuch und in der Musik getrennt merken würde.

      (Das man Videos mit Bild in voller Größe nicht mehr mit reiner Musik abspielen kann ist ist auch Mist. Nicht mal eine Playlist nur mit Videos funzt. Zumindest nicht mit Vollbildvideo.)

  • Das ist mal ein toller Ratgeber. Apple bitte umsetzen!

    14: unnötig, wenn die Suche verfeinert werden kann.

    Vielleicht sollten wir Apple die Liste zu schicken!

  • Ich habe versucht einen Scanner zu finden der das gescannte Dokumment auch faxen kann und Cloud Dienste unterstützt. Geht nicht per Sucheingabe (Scanner Fax). CamScanner+ verwende ich dafür zur fast vollen Zufriedenheit, bis Anbindung an die iCloud oder andere Cloud Dienste fehlen mir. Es gibt nur deren eigene Cloud. Aber wie finde ich solch eine Scanner App? Nicht möglich im Appstore.

  • Stimme o.g. Punkten voll zu, vermisse aber noch

    Punkt 15: Videovorschau der App
    Punkt 16: welche Zugriffsrechte benötigt diese App

    • Nein besse soll man alle Zugriffsrechte bestimmen können.

      • Gerade in diesem Punkt finde ich Apple weit vorbildlicher als andere Anbieter denn der Download gibt einer App zunächst mal noch keinerlei Zugriffsrechte, erst wenn man innerhalb der App eine Aktion ausführt welche auf externe Ressourcen zugreifen muss (zB Mikrophon oder GPS) wird man um Erlaubnis gefragt und kann entscheiden ob dies sinnvoll ist oder nicht.

  • Besser hätte man es nicht zusammenfassen können! Hoffentlich kommt Apple den Wünschen nach.

  • Ich meine das wirklich ernst…

    kann mir bitte einer mal diesen Dazu aus dem Artikel für Normalbürger übersetzten??


    Nicht selten wurden neue Applikationen damals als DMG-Images komprimiert in StuffIt-Dateien ausgeliefert, die nicht nur entpackt und gemounted werden mussten, …

    vielen Dank ;-)

    • Ohne den AppStore hast Du damals eine komprimierte Datei, zB ein .zip Datei, vom Hersteller gekauft. Die musste man doppelt klicken um sie auszupacken. Dann bekam man eine .dmg Datei die man doppelt klickte um die Datei als Laufwerk im Finder anzumelden. Dann das Programm entweder per Installationsprogramm insallieren, oder das Prpgramm in den Programmeordner schieben. Danach wieder die dmg Datei im Finder auswerfen und löschen oder archivieren.
      Das ist doch über den AppStore um einiges bequemer.

  • Vorschlag #15: Eine Wahl haben, welche Apps von der automatischen Aktualisierung ausgenommen werden sollen. So läuft man nicht Gefahr, wichtige Apps durch einen Bug nicht mehr nutzen zu können oder vorher keine Sicherung anlegen zu können (für mich bei TeacherTool z.B.).

    • Deshalb verwende ich die automatische Update-Funktion nicht mehr. Meine ganze Zeiterfassung mit eine App. Gehen mir diese Daten verloren kann ich keine Rechnung > kein Geld für mich auf’s Konto.
      Das kann ich nicht riskieren.

  • Für mich PERSÖNLICH muss da nichts von umgesetzt werden. Ich habe mit dem AppStore abgeschlossen. Die Grundversorgung an Apps habe ich, sollte mal ein neuer Anbieter wie Watchever dazukommen findet man ihn sofort und die App ist kostenlos. Ich weiß garnicht wann ich das letzt mal Geld im AppStore ausgegeben habe, da sowieso eigentlich durch die Bank nur noch Schrott eingestellt wird!

  • #1 kann ich nicht zustimmen, da ich mein iPhone 4 auch noch verwende und froh bin Apps zu finden die mit diesem „alten“ iPhone noch kompatibel sind, trotz furchtbarer aufwendigen AppStore-Suche, auch weil ich ja nicht alle Apps lokal auf meiner Festplatte speichern möchte, sondern bei Bedarf laden. Wäre in Fall von Vorschlag #1 ja nicht mehr möglich.

  • Und inapp Wahnsinn unter Kontrolle bringen! Das wird noch der Untergang des Stores.

  • Kann ich absolut unterschreiben! Für mich ist es unverständlich, dass ein auf Usability bedachter Konzern wie Apple z.B. keine Filterfunktion anbietet!
    Zu Punkt 10 „Bewertungs-Bettelei“: Solche Apps kriegen von mir konsequent ein 1-Stern-Bewertung.

  • Man könnte auch für jedes neue update ein bisschen Geld verlangen weil die Entwicklung der APP auch Geld kosten könnte

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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